oppidum Gripheswald

1139 Gründung des Klosters Eldena, das Kloster bekam seinerzeit eine „Ansiedlung“ genehmigt, überliefert ist der Name oppidum Gripheswald und das Ergebnis kann sich nach fast 900 Jahren überall sehen lassen. 1250 bekam Greifswald Stadtrechte und 1361 traten die dann auch der Hanse bei, der Weg zum Reichtum der Stadt war geebnet. Bis dann die Reformation kam (1531) und anschliessend die Schweden. Die setzten erst einmal Kloster Eldena in Brand und blieben auch noch bis 1815 vor Ort. Zu dieser Zeit (1774) wurde Caspar David Friedrich geboren, der dann mit seiner Malerei zur Rettumg der Ruine Eldena beitrug.

Die Wertgegenstände des Klosters hatten sich nach der Reformation aber schon längst die Herzöge Barnim IX und Phillipp I unter den Nagel gerissen. Und dann auch gleich das Feiern der Heiligen Messe verboten.

Nicht unwerwähnt soll es bleiben, dass 1456 die Greifswälder Uni, auf Bestreben des Klosters, gegründet wurde. Ob dann das lustige Studentenleben den Neid des Herrn Grogorius (von Beruf Abt) zu seinem etwas ausschweifenden Leben verführt hat ist unbekannt. Zum Ende seiner Amtszeit fehlten nämlich 6.000 Dukaten in der Klosterkasse. Muss man Verständnis haben, so ein Mönch ist auch nur ein Mensch. Der Wein war damals schon nicht ganz billig und wer will sich schon mit billigen Damen vergnügen. Nach mea culpa und drei Vaterunser zur Buße wird das dann wohl in Ordnung gegangen sein..

Eingangs des Museumshafens der Stadt steht der Fangenturm, einst ein Teil der Stadtbefestigung. Der Name deutet auf ein früheres Gefängnis. Allerdings war da auch einmal eine Sternwarte untergebracht. Heute ist er Sitz der Hafenmeisterei. Erstaunlich, dass es einem Bremer Lotsen offensichtlich so gut hier gefiel, dass er mitsamt seinem Lotsenboot umsiedelte..

Museumshafen und Werften sind einen Besuch wert. Da liegen viele historische Schiffe und an dem langezogenen Kai findet man dann auch so manches Objekt der Neuzeit. Da kamen Begehrlichkeiten auf..

In der Altstadt befindet sich der Marktplatz mit seinem, in ochsenblut angemalten, Rathaus und viele historische Altbauten mit ihren Giebelverzierungen. In einem der schönsten dieser Bauwerke gibt es ein (sehr empfehlenswertes) Cafe.

Berühmt, berüchtigt für seine Urteile im Namen des Volkes ist das Gebäude, in dem sogar eine „linke“ Verfassungsrichterin, mit ausgeprägt negativer Einstellung zu Eigentum und gezeigter Befürwortung des damaligen DDR Mauerbaus, tätig sein darf. Darüber hat man in Schwerin großzügig hinweggesehen. Seit ein paar Tagen verstehe ich das natürlich. So von wegen Seite an Seite gehen und die alte Lieder singen..

Drei Kirchen mit ihren weit sichtbaren Türmen geben da etwas Trost. Und über die vergangenen Zeiten hat man schon früher nachgedacht.

Mit Kunst ist das so eine Sache. Da sind oft die Kulturverantwortlichen der irrigen Meinung, dass man das alles verstehen muss. Einen Hinweis gab es lediglich am Denkmal für Caspar, den Maler.

GREIFSWALD ist Universitäts- und Hansestadt. Den Titel gibt es seit 2005 und soll das Image aufpolieren. Rostock hat´s vorgemacht. Im Gegensatz zu Anklam hat sie das Kriegsende unversehrt überstanden. Da gab es einige mutige Männer, die der schon anrückenden, Roten Armee entgegenfuhren, verhandelten und sich, bezw. die Stadt, kampflos ergaben. Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte.

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weltberühmte Ruine

Kloster Eldena

Die schon um 1200 von den Zisterziensern erbaute Klosterkirche wurde nach den Plünderungen im 30 jährigen Krieg dem Verfall preisgegeben und Tausende von Backsteinen fanden Verwendung als Baumaterial. Selbst die ehrwürdige Uni in Greifswald bediente sich des „Steinbruchs“.

Weltberühmtheit erlangte die Ruine erst um 1830. Und zwar als zentrales Motiv des in Greifswald geborenen Caspar David Friedrich. Der wohl bedeutendsten Maler und Zeichner der Früh Romantik, stellte diese Ruine als Wahrzeichen der Romantik in mehreren seiner Werke vor. Der Klosterruine wurde vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt und 1830 liess man, nach Plänen eines preussischen Landschaftsbauers, einen großzügigen Park um die Ruine anlegen.

Das Kloster hatte großen Anteil an der „Cristianisierung“ Vorpommerns. Die braven „Missionsreisende“ waren aber nicht nur Verkünder der Christlichen Lehre. Seite an Seite zogen damals die Herzöge und Bischöfe in einen Heiligen Krieg. Diese Kreuzzüge waren allesamt vom „Stellvertreter“ in Rom gedeckt oder sogar eher gefordert. Das Schwert ersetzte oft die Bibel und: „Willst Du nicht mein Bruder sein, schlag ich Dir den Schädel ein“ lautete damals so manches Gebet..

Mit der Gründung von Klöstern und Gemeinden verschaffte man den Eroberungen, denn etwas anderes waren diese Kreuzzüge ja nicht, seinen Herrschaftsanspruch. Der wurde in loser Reihenfolge dann auch von Kirche auf Politik oder ja nach Lage auch umgekehrt, ausgetauscht. Durch Schenkungen, Überlassungen und – wenn es gar nicht anders ging (oder vorsorglich) auch durch Eheschliessungen.

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Anklam

Im Wappen der Stadt an der Peene findet man die Stadtmauer und den Greif der pommerschen Herzöge. Der Strahl könnte Hinweis auf einen Friedensschluss bedeuten. Einen von mehreren. Kriege, Plündereien und Zerstörungen hat die Stadt wahrlich genügend erlebt.

Man hat sich 1990 darauf besonnen, dass einst Anklam auch eine Hansestadt war und dies dann als Namenszusatz eingeführt. 1283, mit Lübischem Recht (also gleich mit Rostock, Lübeck, Wismar und den anderen Hansemitgliedern), wurden hier im Hafen Waren umgeschlagen. Von Getreide, Fisch, Tuch, Leder über Vieh und Bier. So kam die Stadt damals zu Wohlstand und war eine der reichsten Städte in ganz Pommern.

Das erweckte natürlich Neid. Unter Anderen auch die Schweriner, wollten da ganz ungeniert am Wohlstand teilhaben. Als Antwort baute man da eben eine 2,5 km lange Stadtmauer (zunächst 6, dann 8 m hoch) mit 6 Türmen und erst nach blutigen Auseinandersetzungen waren die Schweriner so vernünftig und folgten, der heute noch gültigen Regel: was du nicht besiegen kannst, musst du kaufen. Man kaufte also Häuser und Güter oder besetzte ein paar Pöstchen im Stadtrat. Schon war Ruhe.

Bis dann die Schweden kamen (1648-1720), die teilten sich mit den Preussen das Stadtgebiet. Noch bis 1815 gehörte ein Teil der Einwohner politisch zu Schweden, zahlte aber Steuern im preussischen Anklam. Recht gesprochen wurde wiederum nach schwedischen Gesetz.

Auf dem Hof des einzigen noch erhaltenen Stadttors findet man nicht nur ein aus der Peene gefischtes Kanonenrohr aus alter Zeit, es ist als Hinweis auf gängige Art damaliger Wahrheitsfindung auch so eine Art Lügendetektor aufgestellt. Da kann es auch gleich noch schön gruseln, wenn man weiss, dass hier an dieser Stelle mit dem 118 cm langen „Anklamer Schwert“ auch Hinrichtungen stattfanden. Die letzte im Jahr 1853 . Vielleicht durften die Delinquenten sich vor ihrer letzen Reise auch noch mittels der Inschrift auf dem Schwert fortbilden: Thue Recht meide das Böse dann darfst nie zu denken das ich mein Schwert nach deinem Halse lenke.

Nicht herausgefunden habe ich, was die Bremer Stadtmusikanten in Anklam zu suchen hatten. Vielleicht eine übriggebliebene Deko aus einer Theateraufführung..

Es gab mehrere Stadtbrände in vergangener Zeit und die Pest forderte auch ihre Opfer. Die Russen plünderten 1713 die Stadt und wollten sie vollständig zerstören. Ein Duell, mitten auf dem Marktplatz, zwischen dem russischen Generalmajor und dem Dänen Carlsson, verhinderte das. Fast völlig zerstört wurde die Stadt dann aber am 29. April 1945 – durch deutsche Bombardierung (als die Rote Armee schon in der Stadt war).

Anklam war aufgrund der dort beheimateten Arado-Flugzeugwerke, vorher schon ein besonderes Angriffsziel der Allierten und deren planmässigen Zerstörungen sorgten für die Vernichtung der meisten alten Backsteinhäuser, Barock- und Renaissancebauten und Fachwerkhäuser – 800 Menschen verloren ihr Leben – zunächt, rd. 600 brachten sich dann noch beim Einmarsch der Russen selbst um..

Ironie des Schicksals ist, dass rd. 100 Jahre vorher in Anklam die Grundlage für das Fliegen geschaffen wurde. Kai Wilhelm Otto Lilienthal wurde am 23. Mai 1848 hier geboren und besuchte das Gymnasium der Stadt. Studien des Vogelflugs, erste Experimente und Flugversuche fielen in diese Zeit. Lilienthal gilt als der erste Mensch, der wiederholt Gleitflüge mit einem Flugapparat durchführte und damit das Prinzip „schwerer als Luft“ anwandt. Man hat ihm ein Denkmal gesetzt und ein Museum eingerichtet. Ob er erahnt hat, dass die Macht des Verstandes einmal für Terror Bombardements sorgen würde..

Auch wenn kaum noch etwas von der einstigen Pracht der Stadt zu sehen ist, ein Besuch lohnt dennoch. Vom (weiteren) „Tor zur Insel Usedom“ gelangt man in kürzester Zeit zu den bereits beschriebenen Kaiserbädern.

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„Kaiserbäder“

BANSIN ist eines der drei „Kaiserbäder“. Ahlbeck und Heringsdorf gehören dazu und angeblich haben die Berliner den Namen geprägt. Die sprachen damals ja auch von „ihrer Badewanne“.

Es ist nicht zu übersehen: Ab 1991 erfolgte im Rahmen der Städtebauförderung (da flossen immense Summen) eine Sanierung und Modernisierun der bereits bestehenden Hotels, Pensionen und Gaststätten. Die kamen bekanntlich nach der Wiedereroberung (sorry: Vereinigung natürlich) endlich wieder in private, jedoch seltsamerweise recht oft westliche, Hände. Uns, als Hotelketten, längst vertraute Namen und sogar den eines westlichen Inselgastronomen findet man jetzt hier. Richtig heimisch, Malle lässt grüßen..

Zum neuen „Stadtcharakter“ gehören, ausser den Bettenburgen, natürlich auch ein kleines Einkaufszentrum mit Parkhaus. Letzteres, obwohl neu gebaut, ist aber mit seinen Stellgrößen eher an Trabbis orientiert – da verstand ich, dass dann in der Hauptstrasse ein schicker SUV „zum Klauen schön“ , aussen vor parken musste.

Immerhin gibt es mit ein paar klassischen Villen aus der Kaiserzeit und der 1990 wiederaufgebauten 285 m langen Seebrücke interessante highlights. Und der 50 m breite Sandstrand war seinerzeit ja Voraussetzung zur Entwicklung eines der ersten Seebäder überhaupt.

Nur wenige Kilometer weiter erreicht man ein weiteres „Kaiserbad“. AHLBECK, dicht an der polnischen Grenze gelegen, hat natürlich auch eine historische Seebrücke (eine der ältesten überhaupt), die ist allerdings 5 Meter kürzer. Dafür gibt es aber auf einer Plattforn ein Restaurant. Hätten wir gerne besucht, war aber ausgerechnet an diesem Tag zugunsten einer geschlossenen Gesellschaft – geschlossen.

Der 1693 erstmals genannte Name Ahlebeck leitet sich von der Aal Beeke = Aalbach ab und – heute kaum zu glauben, Ahlbeck war einmal ein kleines Fischerdorf. Ob die kaiserliche Familie tatsächlich zeitweise hier weilte ist ja nicht ganz so wichtig..

Auch hier gibt es stilvolle Strandvillen und „angepasste“ moderne Hotelanlagen. Auf den Spuren des Kaisers zu flanieren oder auf dem, hier sogar 70m breiten, Sandstrand zu laufen, macht genauso Laune wie in Bansin.

Die historische 3 Seiten Uhr im Jugendstil, am Beginn der Seebrücke, wurde 1911 von einem Kurgast gestiftet und hatte ein einzigartiges Werk, an dessen Spitze sich ein Windrichtungsanzeiger befindet. Ob der noch funktioniert, konnte ich mangels Wind, nicht ersehen. Anstelle des mechanischen Uhrwerks ist aber inzwischen ein elektronisches Funkwerk eingebaut.

Das dritte der Kaiserbäder (Heringsdorf) besuchten wir bereits im Rahmen einer Reise nach Stettin. Es unterscheidet sich nur marginal von den, diesmal von uns aufgesuchten. Wasser, Strand Seebrücken – die Touristen freut´s, die Geschäfte blühen. Die Preissteigerung liegt derzeit bei gefühlten 25 % gegenüber der „Vor-Corona Zeit“. Warum auch nicht, der Markt gibts her.

Unerklärlich für mich: Im Jahr 2006 schlossen sich die drei Usedomer Seebäder unter dem Namen Dreikaiserbäder zusammen. Genau ein Jahr später hiessen die dann alle drei offiziell Seebad Heringsdorf – der Marketing Fachmann staunt und der Laie wundert sich..

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Wolgast – Kurzrast

„Der Turm symbolisiert eine befestigte Stadt und die Greifenfiguren verweisen auf die pommerschen Herzöge als Stadtgründer. Die beiden Schlüssel deuten auf Petrus als Schutzheiligen der St. Petri Kirche hin“ – nachzulesen in Wikipedia.

Und wenn man schon beim nachlesen ist, unter dem Begriff Lürssen lässt sich so herrlich stöbern. Diese Bremer GmbH&CoKG hat gerade ihre Firmengruppe neu aufgestellt. Wolgast blieb diesmal von der Arbeitsplatzvernichtung verschont, die Hamburger Ex Blohm & Voss Leute traf es härter. In der einstigen Peene-Werft sind ja aus dem letzten Bundeswehr Milliarden Auftrag noch zwei (der 10) Korvetten Teilstücke fertigzustellen.. Wie es dann weiter geht, hängt dann auch so ein wenig von der Auslegung einer Kriegswaffen Export Genehmigung ab. Bekanntlich wurde die aber, pikanterweise auch unter SPD Regie, stets erteilt. Zur Freude u.a. der Saudis oder der Ägypter (was Genaues weiss man nicht) – das sind aber wirklich alles Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse, die einen Steuerzahler nichts angehen..

Der Name „Wolgast“ , vielleicht ein Teil des altpolabischen Volgost, beinhaltet Gast und Freund. Eine nette Bezeichnung für das „Tor zu Usedom“ – und auch nicht so ganz falsch. Man (ich auch) sollte sich mehr Zeit nehmen, auf der Durchreise zu den weltbekannten Touri Zentren.

Die gut erhaltene und recht aufgehübschte, historische Altstadt mit Petri-Kirche und Rathaus, zeugt von vergangenem Aufschwung und dem einstigen, durch Handel und Reederei begründetem, Reichtum. Die Peene-Werft für den Militär Schiffbau wurde allerdings erst 1948, zu DDR Zeiten errichtet. Für nur rund 13 Millionen hat sie 2013 wieder einmal den Besitzer gewechselt. Richtig gutes Schnäppchen. Weniger gut, dass von einst 3.000 Mitarbeitern nur noch ca. 320 dort tätig sind. Im Jahr 2012 waren es immerhin noch 750.. (alle Zahlen habe ich aus Wikipedia entnommen). Naval Vessels Lürssen (NVL), die Defence Sparte, weiss schon wie man Gewinne kreiert. Im Gegensatz zu den, regelmäßig mit Millionen subventionierten, MV Werften im gleichen Bundesland.

Empfehlenswert, eine kurze Pause einzulegen. um etwas von der Atmosphäre einer kleinen 12.000 Einwohner Stadt mit weltbekannter (und echt berüchtigter) Werft, zu schnuppern. Oder um jemanden zu fragen, wo es zum Peene Strom geht. Diese recht hübsche, von den schicken blauen Werfthallen dominierte, Gegend war für Sekunden, bei der Überfahrt der Kipp-Brücke zur Insel Usedom, zu sehen. Einen Hinweis gab es auf dem, immerhin kostenfreien, Parkplatz am Ortseingang nicht. Vielleicht habe ich ihn aber auch übersehen.

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Rote Ampel

Unbestritten dient eine rote Ampel nicht dem Fortkommen. Stillstand ist geboten. Nein, so ist es ja auch wiederum nicht. Es bleibt ja immer noch die Aufgabe, das bürgerliche Eigentum aufzulösen und für Gemeinbesitz zu kämpfen. Berlin macht´s vor. Wie gewohnt.

Wird wohl ein bisschen schwierig werden, wenn man selber die „Plattenbauten“ als sozialunverträglich bezeichnet und damit eine Architektur diskriminiert, deren Schöpfer schon in den 30ern ganze neue Stadtviertel schufen und weltweite Achtung mit ihren Werken erzielten. Ob Corbusier oder Ernst May – Wohnraum für Alle war gefragt und ästhetisch umgesetzt. Und die Mieter waren dankbar.

Ob mit oder ohne (da hat sich wohl ein Druckfehler eingeschlichen, sollte bestimmtStatt Plan“ heissen..) klare Vorstellungen, oder gar einem wirklich realistischen Plan. Man bedient sich munter der bewährten Hauspostille einer mitgetragenen Vergangenheit. Ob sich da wenigstens einer der Jungdynamiker (ohne vorzeigbarer Lebensleistung) mit befasst hat. Von den fast 800 Seiten des Kapitals will ich da gar nicht erst reden..

Alles schon ´mal da gewesen
..beim Schaufensterbummel entdeckt

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf

Es gibt keine Arbeitslosigkeit, aber niemand arbeitet * Keiner arbeitet, aber alle erhalten Lohn * Alle erhalten Lohn, aber damit kann man sich nichts kaufen * Nichts kann man kaufen, aber jeder besitzt alles * Jeder besitzt alles, aber alle sind unzufrieden * Alle sind unzufrieden, aber alle stimmen bei den Wahlen für das System..

Wir werden uns noch wundern – wenn es keine vollen Parkplätze mehr gibt. Leere Fabriken sind dann zu besichtigen. Die Abschaffung des klassischen und noch bezahlbaren Automobils ist von der, mit ins Boot geholten, Grünen Elite ja längst geplant. Die „Stromer“ kommen..

..und jetzt ab, in ´s verlängerte Wochenende. Solange man noch autofahren darf und noch ein paar Liter Benzin kaufen kann, ohne eine Hypothek auf´s, vom „Philosophen“ missbilligte, Eigenheim aufnehmen zu müssen.

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LENIN – hello again..

Einst auf Sockeln in allen Ostblockländern, heute rar geworden – in Schwerin gefunden. Warum auch nicht. Irgendwie gehörte er ja auch zur Zeitgeschichte. Ich denke da absolut wertfrei. Im Gegensatz zu den neuen Guten Demokraten die nur ihre eigene Meinung gelten lassen und sich nicht entblöden, ihre einzig wahre Meinung mittels Farbbeuteln zu vertreten.

Über Denkmal, Inschrift und Dekret lässt sich entweder hervorragend streiten, googeln oder nachdenken. Wie es gefällt. Fern jeglichen Werturteils darf ich aber Maxim Gorki, einen der bedeutesten russischen Schriftsteller zitieren. Der meinte, „selbst im Lager seiner Feinde gäbe es einige, die ehrlich zugeben, dass in Lenin die Welt eine Persönlichkeit verloren habe, die das Genie so markant verkörperte, wie kein anderer großer Mann seiner Zeit“. Nur zur Erinnerung: Die Säuberungsaktionen Stalins gehören zu einer anderen Zeit.

Wie imer man es auch sehen mag: Fakt ist, dass die posthume Heldenverehrung nicht mehr so ganz zeitgemäss ist. Ob, witterungsgeschützt, an der Fassade der im letzten Beitrag gezeigten Residenz, oder im Berliner Vereinshaus einer (mit Lenin einst Seit‘ an Seit‘ marschierenden) ehemaligen Volkspartei. Den, der da ausgestellt ist, kennt inzwischen ja auch kaum noch Jemand..

Für alle (Denkmäler natürlich) gibt es in Druskininkai (Litauen) einen, so richtig schönen, Platz. Da sind sie jetzt versammelt, die vom Podest gestossenen. Es lohnt wirklich, den dortigen Skulpturenpark zu besuchen. Da kennt man sich..

Dem Aufschrei, wegen möglicher Heldenverehrung radikaler Kommunisten, kann ich mit der Ehrung auf einer Berliner Gedenktafel antworten. Die erinnert an den Genossen Bersarin, den Eroberer Berlins, der glücklicherweise mit einem Zündapp Motorrad in die Hölle raste. Die Kriegsverbrechen (von ihm zumindest geduldet) sind vergessen. Da wuchs grünes Gras drüber..

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MECALOPOLIS

Eigentlich bezeichnet man so „eine große Stadtlandschaft, in der mehrere Millionenstädte weitgehend zusammengewachsen sind.“ (Wikipedia).

Also so ungefähr wie SCHWERIN (demnächst vielleicht). Auf dem goldenen Schild ist das jedenfalls schon heute zu lesen.

Zugegeben, da drängt sich sogar bei mir der Verdacht auf ein ganz klein wenig Größenwahn auf – andererseits haben kürzlich die derzeitigen Schlossherren, unter Leitung ihrer „Königin“, sogar schon an der Weltpolitik geschnuppert. Nordstream 2 hiess das Zauberwort, in der hier eine (von einem allseits bekannten, lupenreinen Demokraten gesponsorte) Stiftung u.a. für die nötige Aufstockung der kargen Altersbezüge eines ehemaligen Imperators sorgt. Aber das ist eine andere Geschichte und das Gemeine Volk hat diesen Coup ja auch kürzlich belohnt..

Am vergangene Sonntag hatte dieses Volk einmal Gelegenheit im Vorhof der Macht zu feiern. Nicht etwa, dass sich die Schlossherrin für die vielen Kreuze, die ja für die Fortsetzung ihrer Herrschaft sorgten, bedankt hätte. Nein, man hatte zwar freien Eintritt, der Anlass war jedoch ein aufgebauter, sogar hochtrabend mit „Gourmet Messe“ beworbener Event: Champagner und Verpflegung aus ein paar aufgestellten Imbisswagen als Attraktion zum Tag der Deutschen Einheit. Besser und passender: Marktbuden im Schloss Innenhof ..

Bestimmt wären die, hier verewigten, Vorbesitzer, da etwas großzügiger gewesen und hätten, wie es früher üblich war, ein großes Fest mit am Spiess gebratenen Ochsen und ein paar Hektolitern Freibier ausgerichtet. So in der Zeit um 1167, als das Schloss noch Grafenbesitz war oder bestimmt dann aber ab 1358, denn von da an war es Residenz der mecklenburgischen Herzöge – die bauten dann auch gleich alles, so im Stil der Loire Schlösser, erst einmal um. Da kam es auf ein paar Spesen auch nicht mehr an.

So muss es gewesen sein, oder so Ähnlich, schade, dass die Mauern nicht sprechen können.

PREMENTE CRUCE TOLLMUR – unter dem drückenden Kreuz werden wir erhört

Diese (auf dem Foto nicht so richtig zu lesende) Inschrift unter dem Wappen der Herzöge habe ich nicht wirklich selbst übersetzt (gut so, wer weiss, was dann herausgekommen wäre..). Mein Mitleid hat diese Klage aber angeregt. Es war ja bestimmt ein schweres Kreuz zu tragen, wenn man in so einem Altbau ohne Fussbodenheizung leben, und (ähnlich heute) die Abgaben seiner Untertanen zählen oder wiegen musste. Vielleicht fühlten andere Leute auch so und deshalb die vielen Kreuze am Wahltag – ich hätte gleich drei gemacht, wäre es anders gekommen.

Ob solch frevelhafter Gedanken verlasse ich den Tempel dann auch recht bald und besuche noch einen, weit weniger bekannten, aber dafür merkwürdigeren Ort der Landeshauptsstadt. Schwerin zu entdecken ist wirklich interessant.

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Wismar Bhf.

Bereits 1835 war das Flügelrad auf einer Bayrischen Gedenkmünze abgebildet, Es steht als Symbol für Eisenbahn- und Schienenverkehr und ist weltweit verbreitet. Die später von Eisenbahnen erreichten Geschwindigkeitsrekorden nahmen wohl die spätere Opel Werbung vorweg „Nur Fliegen ist schöner“ . Aber das mit dem Fliegen dauerte ja noch etwas länger.

erbaut 1910

Schon in den 1830er Jahren bemühte sich die Stadt Wismar um einen möglichst schnellen Anschluss an das gerade entstehende deutsche Eisenbahnnetz. Und 1848 war es möglich, anstelle per Kutsche, mit einer Eisenbahn die 56 km von Schwerin nach Wismar zu gelangen. Dazu muss man sagen, dass es in Deutschland im Jahr 1840 überhaupt erst 549 km Eisenbahnschienen gab.

Vom Standort hatte man eine gute Hafenanbindung und es entstand, ausser einem Lokschuppen und einem Koksmagazin, noch ein Kyanisierungsgebäude. Mit diesem Kyanisierungs Tauchverfahren wurde damals das Holz für Schwellen und Masten behandelt. Dieses Verfahren ist allerdings seit 1990 verboten (Quecksilbergehalt und Entsorgungsprobleme).

Vergangen ist seit 1993 auch die Zeit des ehemaligen Bahnbetriebswerks und an die Triebwagen und Waggonfabrik (1894 bis 1947) erinnert sich kaum noch jemand.

Bis 2001 verkehrten hier noch Fernzüge, heute gibt es nur noch drei regionale Verbinungen und die im 1 bis 2 Stunden Takt. Die alten Gebäude stehen unter Denkmalschutz..

Der zu gleicher Zeit errichtete Bahnhof von Bad Kleinen wiederum ist immer noch eine der wichtigsten Bahnstationen in Mecklenburg-Vorpommern. Da hatte man es ab 2017 nicht mehr so genau mit dem Denkmalschutz und baute innerhalb von knapp 3 Jahren für € 45 Millionen ein wenig um. Es gibt im ganzen Ort zwar nur 3.700 Einwohner, aber über 5.000 Leute steigen hier täglich aus und ein. „Es ist ja nicht irgendein Bahnhof in Mecklenburg-Vorpommern“ – meinte Herr Pegel von der SPD (Infrastukturminister) und „Loben Sie uns, in dem Sie die Bahn benutzen“. Na ja..

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Grün – wo man´s mag..

Wismar, die einst bedeutende und reiche Hansestadt, wurde nach dem 30 jährigen Krieg den Schweden zugesprochen. Die richteten sich dann erst einmal so richtig häuslich ein und bauten eine der größten Festungen Europas mit 18 Bastionen und 700 Kanonen.. Auf Verlangen der Dänen wurde diese Anlage dann aber 1717 wieder geschleift. Die fühlten sich da irgendwie bedroht oder so..

Egal wie, heute gibt es nur noch ein paar Spuren aus dieser Zeit zu sehen. Aber nur, wenn man einen kleinen Ausflug in den Wismarer Lindengarten unternimmt. Und da kommt man an dem ehemaligen Wasserturm der Stadt nicht vorbei. In diesem Backsteinturm der ehemaligen Wehranlagen brachten die damaligen Ingenieure (so um 1685 !) einen Wasserspeicher unter. Der hatte ein, mit Pferdekraft betriebenes, Pumpwerk integriert und war über eine hölzerne Pipeline an die Wasserkunst in Wismar angebunden.

Die Stadt ist sehr schlecht gebaut, das Pflaster entsetzlich, die Unreinlichkeit auf den Strassen sehr gross und die Menschen zu zählen, alles trägt das Ansehen der Armut und Volksleere. Es muss überaus traurig sein, dort zu wohnen..

Diesen Spruch liess im Jahr 1796 der Philosoph (gleichzeitig Schriftsteller und Staatsmann – so grandiose Kombinationen gab´s damals schon) Wilhelm v. Humboldt los. Nun ja, die grosse Schnauze der Berliner ist uns ja hinreichend geläufig. Er war übrigens ein Bruder des mir deutlich bekannteren, etwas feingeistigeren, Alexander von Humboldt.

Auch wenn etwas d´ ran war, nach dem Ende der Befreiungskriege und der erfolgten Wiederangliederung der Stadt an Mecklenburg. Da gab´s schon was aufzuräumen.. Das taten die Bürger dann auch und nach einem Spendenaufruf waren 1.200 Thaler zusammengekommen um die Stadt zu verschönern. Da bot sich der alte Schuttplatz um die ehemaligen Festung an – und es entstand eine Grünanlage, die bis heute zu den highlights der Stadt gehört.

In der Anlage konnten damals sogar Familien, in einer eigens dafür eingerichteten Kaffeeküche, Kaffee kochen und picknicken. So ähnlich kenne ich es noch aus den Erzählungen meiner Großmutter vom Frankfurter Wäldchestag (Nationalfeiertag in Frankfurt am Main), da gab es das aber nur an einem einzigen Tag im Jahr.

Die Rolandsbrücke hat nichts mit den Riesen (von Bremen, Magedburg u.a.) zu tun. Ein Wismarer Bäcker mit diesem Namen war sich 1765 seines Lebens überdrüsssig und beendete es hier eigenhändig. Aus welchen Motiven ist unbekannt.

Der Lindengarten liegt nicht weit entfernt vom Wismarer Bahnhof und ist eine, inzwischen unter nationalem Denkmalschutz stehende, Parkanlage mit altem Baumbestand, gepflegten Wegen und vielen Bänken zum Entspannen oder am Mühlenbach, der diese Oase durchfliesst, die Schwäne zu beobachten (wenn sie nicht gerade, wie am Tag meines Besuchs, Ausgang haben..).

Der würde sich wundern, der Berliner Grosskotz, bei einem Wiederbesuch in der geschmähten Stadt: Was ist schon ein Berliner Strassenzug gegen einen ganzen Park!

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sauber gewählt..

Am Rande des Wismarer Lindengartens

Ob man eine richtige Wahl getroffen hat, zeigt sich meist erst nach einer gewissen Zeit. Wenn die Versprechen eingehalten wurden und das Wesentliche Bestand hat. Wenn vielleicht auch das Gewählte für Sauberkeit steht und seiner Zeit ein Wenig voraus schaut.

PERborat & SILikat, wählte der in Hessen geborene Friedrich Karl Henkel und gründete 1876 zwar keine Partei, löste aber mit seiner Erfindung eine unblutige Revolution im Wäschewaschen aus.

Ohne Schleichwerbung zu betreiben (bekomme wirklich keine Gratispakete), bei dieser Wahl kommt wenigstens keine Reue auf. Da gibt (gab) es genug Andere).

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aus Guter Alter Zeit

Gerade heute, wo man im Geschäftsleben dem „Ehrbaren (meist hanseatischen) Kaufmann“ nachtrauert, ist es ein Vergnügen wieder einmal ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit in der Hand zu halten.

Da gab es, neben dem gültigen Handschlag, als Wertpapier noch den Wechsel. Das war eine unbedingte Anweisung des Ausstellers an den Bezogenen, bei Fälligkeit an einem bestimmten Zahlungsort eine bestimmte Summe an den Aussteller oder einen benannten dritten Zahlungsempfänger zu zahlen. Ohne Wenn und Aber. Wenn nicht, trat die Wechselstrenge in Kraft. Diese ermöglichte dem Gläubiger seine Ansprüche unter erleichterten Bedingungen gerichtlich geltend zu machen.

Die Bestimmungen über sämtliche gesetzlichen Bestandteile des Wechsels, nach Art. 1 WG, waren noch zu meiner Lehrzeit auswendig aufzusagen und liegen nun im Archiv des ehrbaren Kaufmanntums. Und auch die Wechselsteuer ist seit 1992 abgeschafft. Damit verzichtete man in Deutschland auf einige Euro Millionen (Aufkommen 1991 umgerechnet 167,6 Mio Euro).

Das, durch die EZB organistierte, Eurosystem kennt die Rediskontierung von Wechseln nicht mehr. Die Kreditmittelfunktion des Wechsels im Bankwesen wurde abgeschafft. Eine jahrhundertelange Tradition beendet.

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Alles Fassade ?

Fassade, lat. facies (Angesicht oder Gesicht bedeutend), ist oft repräsentativer Teil der sichtbaren Hülle eines Gebäudes. Die Schauseite also. Wieso nur bei Gebäuden? Da fallen mir sofart ganz andere Fassaden ein..

Auf leeren Flächen wird so manche Fassade gestaltet. Oder übertüncht.

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit. Neu, aber eben nicht mehr getreu – und manches ist leider nur eine schlechte Kopie. Wie im Leben.

Wismar bewahrt das Alte

.. und ist trotzdem dem Neuen aufgeschlossen.

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Allzeit Bereit..

Leistungsfähige Löschkanonen sind die einzigen Kanonen, zu denen ich ohne zu Zögern JA sagen kann. Hier sieht man zwei Exemplare an Bord des in Warnemünde stationierten Seenotkreuzers ARKONA. Und an Bord halten sich auch, rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres, 4 Mann bereit um, auf der See in Not geratenen Menschen, zu helfen. Unabhängig von der gerade herrschenden Wetterlage. Es gibt 55 solcher Rettungsstationen an unseren Nord- und Ostseeküsten. Und Jedesmal überkommt mich beim Anblick solch eines Schiffs ein gutes Gefühl, auch wenn die nicht gerade für den Schweriner See zuständig sind. Hin und wieder bin ich ja Passagier auf der Ostssee. Man kann nie wissen..

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zweifelsohne eine der wenigen nichtstaatlichen Organisationen, deren Aufgabe m.E. echt sinnvoll ist. Meines Wissens finanziert sich die Gesellschaft durch freiwillige Zuwendungen selbst. Da sollte man also auch nicht achtlos an den, in unserer Gegend in vielen Geschäften aufgestellten, kleinen Spardosen in Schiffchenform vobeigehen (und wenn es nur, die Börse ohnehin gewichtsmässig belastenden, Münzen sind). Mit etwas Übung gehen aber auch Scheine durch den Schlitz..

Das bereits im August 1992 in Dienst gestellte Schiff hat gerade einmal eine Länge von 27m und ist 6,50 m breit. Das mitgeführte Tochterboot misst um die 8 Meter und ist 2,50 breit. Solch ein Tochterboot mit wenig Tiefgang ist besonders für flache Gewässer, oder um Sandbänke herum, absolut wichtig. Es ist bei der DGzRS aber auch ein 46 Meter Schiff im Einsatz und darauf gibt´s sogar ein Bordhospital. Im Notfall kommen dann freiwillige Seenotärzte per Hubschrauber an Bord. Insgesamt besteht die Flotte aus über 60 Schiffen verschiedener Größenordnung.

Wer an Seefahrt und Technik interessiert ist, möge einmal die Webseite der DGzRS anklicken. Da findet man Wissenswertes über die rund 150 jährige Geschichte der Organisation, aber auch Erstaunliches , Unbekanntes und Kurioses. Leider auch Tragisches. Auch Seenotretter können verunglücken, trotz modernster Technik.

Die Adele ist ein ehemaliges Tochterboot eines Seenotrettungskreuzers und mit der Position „54 Grad 10 Minuten Nord und 12 Grad, 5 Minuten Ost“ hat sie bereits 2018 ihren letzten Liegeplatz gefunden.

Vor dem Informationszentrun der Seenotretter in Warnemünde kann man sie in aller Ruhe betrachten. Die 180 PS mit der sie 17 kn (31 km/h) erreichen konnte sind (vorsichtshalber) aber schon ausgebaut..

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Uni – Hafen – Strand

Hanse– und Unversitätsstadt steht seit März 2016 auf dem Ortsschild der, mit rund 220.000 Einwohnern, bevölkerungsreichsten Stadt MeckPomms. Rostock , ganz früher (so im 11. Jhd.) rastokü, was im slawischen oder altpolabischen vielleicht als Auseinanderfließen (bezüglich des Flusses Warnow) bedeutete. Im 12. Jhd. kamen dann Rostoch, Rozstok u.a. auf und um 1366 dann eben Rostock. Namenszusätze waren dann bis 1945 Seestadt und ab 1990 Hansestadt

Die wechselvolle Geschichte der Stadt lässt sich bei Google nachlesen. Es waren nicht immer nur Gute Zeiten. In denen aber, gerade zur Zeit der Hanse, bis ins 14. Jhd. blühte die Stadt und war, hinter Lübeck, eine der bedeutesten im Ostseeraum.

Über die nach dem 1. Weltkrieg herrschende Not und den Matrosenaufstand, in denen Genossen den Aufstand ihrer eigenen Genossen blutig niederschlugen (weil die unverschämterweise endlich ihren Sold einforderten), ist ebenfalls im Netz so einiges Bemerkenswertes zu lesen. Da entstand zu Recht der Spruch: Wer hat uns verraten, es waren die…

Aufgrund der Rüstungsindustrie gewannen Heinkel, Arado und Neptun. Ab 1940 mussten die Einwohner aber die Zeche zahlen. Denn da schon, setzte die Bombardierung der Royal Air Force ein. Und am 1. Mai 1945 zog, nahezu kampflos, die Rote Armee hier ein.

Im Stadtbild findet man noch einige, übriggebliebene und inzwischen liebevoll restaurierte, Altbauten. Die „Post Backsteingotik“ in der Langen Straße bestimmt aber, wie von Ulbricht gewollt, das Stadtbild der „Vorzeigestadt mit Seehafen“. Ausserdem war die Straße breit genug für Aufmärsche zur Selbstdarstellung.

Schon seit fast 800 Jahren (Baubeginn 1290) ist die Marienkirche, ein Paradebeispiel der Backsteingotik, ein Ort des Gebets und des Gottesdienstes. Sie lädt aber auch Leute ohne Konfessionszugehörigkeit zum Besuch ein. Man sollte dieser Einladung folgen und Respekt haben vor den Generationen die hier am Werk waren – und auch vor denen die die Werke „des da Oben, wenn ´s Ihn denn gibt“ verkünden. Auch wenn es da (wo nicht ?) auch unqalifiziertes Personal gab. Die Mehrheit ist absolut honorig. Wie überall, sogar bei Politikern.

2018 fiel es Jemandem auf, dass die, 1419 von Herzog Albrecht gegründete Uni, eine der ältesten im Norden ist. Da musste dann gleich zur Fremdenverkehrwerbung ein neuer Namenszusatz für die Hansestadt her. Ungeachtet, daß diese, im wirklich schönen Stil erbaute, erst 200 – 300 Jahre nach den italienischen Lehranstalten entstand. Also Nix Neues im Norden. Da kommt aber bei mir wieder(?) der Besser-Wessi durch, der meint Weniger ist manchmal mehr. Hansestadt Rostock war mir schon im Westen ein Begriff..

einst dazugekauft

A, ja – den Strand hätte ich fast vergessen. Der liegt in einem Außenbezirk mit dem Namen des dort mündenden kleinen Flüsschens. Den Strand gibt es wirklich, in einem, angeblich der schönsten, Seebäder an der Ostseeküste. Bis zu 150 Meter breit- und meist mit Strandkörben vollgestellt..

Die Stadt Rostock erwarb am 11.März 1323 das um 1200 entstandene Fischerdorf um einen Zugang zum Meer zu erhalten. Nach diesem deal wurde dann ein richtiger Hafen angelegt, Handel und Fischerei brachten dann viel Geld in die Stadtkasse und rechtfertigten diesen Coup. An Touris dachte man da noch nicht..

Der Fortschritt ist allgegenwärtig. Vor 15 Jahren kam ich als neugieriger Tourist erstmals hierher (noch nicht im geringsten Ansatz eine Idee, jemals nach Meck Pomm umzusiedeln). Da stand, das in vielen TV Sendungen gezeigte, Ex Spionage Hotel mit all seinen, vielleicht sogar wahren, delikaten Geschichten, noch genauso einsam und auch abstoßend wirkend, wie das Maritim in Timmendorf, als Solitär. Heute ist alles anders. Eine künstlich geschaffene, breite Strandpromenade mit vielen kleinen Imbissbuden, führt zur aufgehübschten Altstadt. In einer Umgebung moderner Architektur. Und überlaufen, bis zum geht nicht mehr. Also ein Strand mit Stadt sozusagen. Und künstlichen Palmen als Zugabe. Austauschbar.

Natürlich werde ich gelegentlich wieder hierher kommen – unseren Gästen zuliebe, weil der Name lockt. Millionen von Touris können sich ja nicht täuschen..

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IN BUNTEN BILDERN

wenig Klarheit. Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit.. (Johann Wolfgang von Goethe)

Sonntag Abend ist es wieder ´mal so weit. Da gibt es bei vielen gleich einen neuen Streit. Um Ämter, Posten und Pöstchen. Die Guten kommen in den Bundestag und all diejenigen, die „sich stets bemüht haben“ dürfen nach „Europa“ hüpfen.

Ehrlich währt am Längsten

Allen Parteifreunden (egal welcher) wünsche ich mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Parteifreunde.

Von unserer neuen Regierung erwarte ich ein besseres Deutsch und uns Deutschen wünsche ich eine bessere Regierung.

Die Partei (welche??) oder Jene oder gar keine?? Stell Dir vor es ist Wahl – und keiner geht hin..

(Das ist kein Aufruf zum Nichtwählen – ich will ja nicht, nur weil evtl. ein Kretin keinen Spass versteht, möglicherweise mit Markus S. die Zelle teilen..)

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ein wenig Bluff muss(te) sein..

Von Anfang an übrigens. Der Käufer war oft genug der Dumme. Heute wählt er seine Vera(..) selbst. Da bestätigt sich das geflügelte Wort vom Dummen, der vera(..) werden will..

Versprechungen für eingezahlte Reichsmark, gab es schon 1939. Den KdF Wagen für knapp unter Tausend (999) Mark. Die versprochene „Freude am Fahren“ durften dann aber nur wenige Auserwählte geniessen. Im Kübelwagen. Oder nach dem Krieg ´mal ein Besatzungsoffizier. Von den rund 340.000 Volksgenossen, die ja immerhin über 280 Millionen (!) Reichsmark für ihren ersehnten KdF Wagen ansparten, bekam nicht ein einziger sein Auto ausgeliefert. Nach dem Krieg und einigen Klagen, zahlte das, nun von der Vergangenheit total Abstand genommene VW Werk, 1961 eine (Kulanz) Entschädigung bis zu DM 100 (!) für die wertlosen Sparkarten. Längst vergangen und vergessen..

Ähnlich ging es in der Neuzeit (kurzfristig) z.B. den glücklichen Inhabern von VW Vorzugsaktien. Die Anteilscheine büßten fast die Hälfte ihres Börsenwerts ein. Die Neuwagenkäufer eines VW/Audi Diesel Modells erlebten über Nacht einen höheren Verlust (beim späteren Gebrauchtwagenpreis), als die (geschult) argumentativ vor Wertverlust bei ausländischen Fahrzeugen warnenden, Automobilverkäufer sich je vorstellen konnten. Glücklich zu wissen, daß diese Ferkeleien nach meiner Zeit in diesem Metier erfolgten..

Bei allem Verdammen sollte man aber auch nicht vergessen, dass bestimmte Kreise von den Herstellern plötzlich Abgaswerte forderten, die meines Wissens, mit aller damals bekannter Technik überhaupt nicht machbar waren. Die Ingenieure im Kraftfahrtbundesamt hätten bei den Typprüfungen vielleicht einmal ihr Wissen präsentieren sollen..

Seltsam, da muss ich doch direkt an wireCard und noch so ein paar derartige Ungereimtheiten denken.. – da ging´s bisher aber auch nicht Jedem an den Kragen.

Der Käfer, der lief und lief und lief. Von 1962 bis 2.000 hatte ich mehr als zwei Dutzend im Besitz. Am liebsten gebraucht, wenn die Neuwagenkäufer wieder einmal mit 20 % größerer Rundumverglasung, jetzt vollsynchron und Mehr PS (34 zu einer Zeit, als im Fiat 1200 schon 52 PS angeboten wurde) gelockt wurden. Oder die Stoßstangen auf US Niveau gehoben. Damals meinten die Leute schon sie hätten einen echten Gegenwert für ihr Geld. Bis dann die Endspitzen rosteten und die Wärmetauscher ersetzt werden mussten. Und und und..

Mit Golf u.a. ging das Veralbern der deutschen Kunden munter weiter. Nachdem jeden Abend mindest 3 Sender über das Waldsterben berichteten war man dann so gnädig, auch die deutschen Modelle mit Katalysatoren auszurüsten. Gabs ja schon, US Bürger, die in Deutschland kauften, bekamen damals schon lange einen Beipack in den Kofferraum gelegt. Wollten sie ihr Auto mit in die Staaten nehmen, wurde vor Verschiffung schnell der KAT eingebaut. Anders wäre das Gefährt in Amerika gar nicht erst vom Schiff gekommen. Den deutschen Kunden wurde vom Staat eine Prämie von DM 3.000 versprochen. Von mir auch – ich glaubte an die gedruckten Infos auf meinem Schreibtisch und gab die stets dem umworbenen Käufer zu lesen. Mit 1.500 wurde der letztendlich abgespeist. Noch schlimmer war´s beim sog. EURO Kat. Weil (bekannt) erhebliche Lieferengpässe bei den notwendigen Steuergeräten bestanden wurden die Vergaser „optimiert“. So ein Teil anschliessend zu verkaufen war reine Glücksache. Die noch frivolere Art, den Kunden eines 1600ccm, 75 PS Golfs mit dem 1300er Motor des Polos abzufertigen – die machte ich selbst als angestellter Verkäufer nicht mit. Ich klärte zumindest auf und stornierte kostenfrei. Auch wenn das Werk in seinen. natürlich kleingedruckten, Prospektangaben auf die stets möglichen Änderungen aufgrund des technischen Fortschritts hingewiesen hatte. Es gibt noch mehr solche „Schmankerl“ (Lopez, von Opel abgeworben, zeigte VW wie man noch mehr sparen kann) und unter diesen Aspekten sollte man bei den mittlerweile laufenden Gerichtsverhandlungen auch auf die Tradition des Hauses, die Blauäugigkeit des Staats und den Zugzwang der Angestellten achten. Es waren, meiner Meinung nach, bestimmt nicht nur die Angeklagten, die background Wissen hatten. Immer blöd, wenn eine Mauschelei auffällt – kennen wir doch (fast) alle aus der Schulzeit..

Ein Glück für den VW Konzern, unverständlich für mich: Die Verkaufszahlen und Konzerngewinne sind wieder ganz oben. Die Käufer belohnen das Mogeln. Da muss selbst mein Wackeldackel (einst ein Werbegeschenk für meine Kunden) lachen.

Meine Prognose: Der gerade eröffnete VW Prozess wird noch Jahre dauern, viele Juristen reich(er) machen und ausgehen wie das „Hornberger Schiessen“.

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schon unterwegs..

Auch in diesem Jahr kommt er wieder pünktlich. Ob Chorona oder Bahnstreik. Der schafft das. Zumindest bei uns in MeckPomm, hier gibt es nämlich wieder freie Parkplätze. Nur noch knapp 100 Tage, Weihnachtsgedöns liegt bereits in den Regalen..

Dem, zeitweise mit Preiserhöhungen von 30 % und mehr abschreckenden, Hotel- und Gastrogewerbe, hat er mit seinem Equipment ein Schnippchen geschlagen.

Hätte sich aber auch einmal vorstellen können. Hatte wohl Angst mit einem Wahlkämpfer verwechselt zu werden. Von wegen Märchen und so..

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Naturschutzgebiet, sanft??

Inmitten einem rundum schönen Natur- und Vogelschutzgebiet, in der malerischen Wismarer Bucht, so die Prospektaussage, gibt es jetzt Marina, Wasser, Strand und natürlich auch eine (fast) komplette Ferienanlage. Da darf auch der, fast ein Drittel der Halbinsel einnehmende, 18 – Loch Golfplatz nicht fehlen. Deshalb ist ja auch die Wanderung um die Landzunge, auf dem schmalen, sogar ein wenig an richtigen Wald erinnernden Pfad, für den „Entdecker“ empfohlen. „Rund um den Golfplatz“ wäre da schon etwas ehrlicher. Sand, Lehm und Steine wechseln sich ab und an der Steilküste ist Vorsicht geboten. Dafür hat man dann aber einen wirklich schönen Blick bis zur gegenüber liegenden Insel Poel.

Ein, jahrelang mit Skandalen behaftetes, Projekt hat Gestalt angenommen. Im Juni wurde Bades Huk (der Name soll an einen ehemals hier beheimateten Seefahrer erinnern) mit großen Reden und unter Beisein der damaligen Landrätin (SPD) eröffnet. Da waren alle Peinlichkeiten vergessen. So die ehemaligen Millionen Subventionen an einen, bereits wegen Subventionsbetrugs vorbestraften, noch unter Bewährung stehenden Lübecker Kaufmann. Oder die Veräußerung des Areals und die Dreiviertelbebauung ohne gültigen Bauplan. Hauptsache die Investitionsruine wurde gerettet. Das ging -ganz einfach, mit einer Änderung des 2013 erloschenen Bebauungsplans. Weil da jetzt Erheblichkeitseinschätzungen und Verträglichkeitsprüfungen ganz neu definiert wurden. Und gegen „sanften Tourismus“ ist ja nichts einzuwenden. Da darf ich auch nicht so böse sein und hinterfragen, was hier mit sanft gemeint ist..

Platz für 100 Boote und reichlich Unterkünfte, der etwas gehobenen Art, findet man hier. Vorausgesetzt man bleibt mindest 2 Übernachtungen, was dann icl. Frühstück und Parkplatz mit € 280 bis 350 berechnet wird. Hund kostet extra. Hier dürfen nämlich Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden tolle Stunden verbringen. Die, hier eigentlich schon länger wohnende, einheimische Tierwelt freut´s bestimmt.

Für € 250 – 500.000 stehen aber auch noch ein paar Ferienwohnungen zum Kauf. Da ist zu bemerken, dass einst eine Frankfurter Beteiligungsgesellschaft schon 3 Millionen alleine für die Investitionsruinen bezahlt hat. Der Wiener Investor wird noch etwas draufgelegt haben. Die „verlorengegangenen“ Millionen waren ja bloss Steuergelder und sind längst irgendwo „abgeschrieben“, müssten aber doch irgendwo „verblieben“ sein? Hohen Wieschendorf, ein Ort voller Geheimnisse. Wirecard und CumEx liefen ja ähnlich mysteriös. Gestörtes Erinnerungsvermögen und Gedächtnisverlust gibt’s nicht nur im Westen. So eine Art Berufskrankheit..

Jetzt, wo die Touristen wieder ihrer Arbeit nachgehen, um ihren nächsten Urlaub in dieser idyllischen Gegend finanzieren zu können, ist für uns ein Aufenthalt hier an der Küste wieder ein echter Genuss. Da muss dann noch nicht einmal unbedingt die Sonne scheinen.

Während wir noch auf echtem Bodenbelag spazieren, haben sich die Macher und Vermarkter der Ferienhausanlage etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Da wurden zwischen den, anmutigen, so richtig in die Küstenlandschaft passenden Häuserzeilen, künstliche Dünen aufgeschüttet. Ob dem glücklichen Besitzer eines Häuschens da jedes Schäufelchen Sand extra berechnet wurde? Denkbar wär´s..

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Aquae Mattiacorum – Wisibada – Wiesbaden

Den ersten Namen gaben schon so um 121 die Römer einer kleinen, am Rhein/Main Ufer gelegenen, Siedlung. Aquis Mattiacis, den Wassern der Mattiaker geweiht, liest man auch heute noch am Wiesbadener Kurhaus. Einhard, der Biograf Karl des Großen, erwähnte 828 den Namen Wisibada, „heilendes Bad“. Diesen Namen verdankt die Stadt seinen, schon 77 n. Chr. beschriebenen, heissen Quellen. Nizza des Nordens oder Kaiserstadt passen aber ebenso zu der heutigen Landeshauptstadt Hessens.

Die Geschichte der Stadt ist lesenswert und unterhaltsam. Wer sich hier schon alles getummelt hat! Von Eroberern, Besetzern oder Erholungssuchenden, natürlich nicht vergessen, der bekannteste Besucher des Wiesbadener Spielcasinos, der dann einen Roman schrieb um seine Spielschulden zu begleichen (denke ich) – also Alles was Rang und Namen hatte. Da zählen meine hier verbrachten paar Jahre natürlich nicht. Vielleicht weil ich nicht zu den dort wohnenden, so ziemlich reichsten Leute Deutschlands, gehöre.

Die Marktkirche mit ihren fünf Türmen, der „Nassauer Landesdom“, ist immer noch das höchste Gebäude der Stadt und man hat von oben bei gutem Wetter einen Blick über den Rheingau mit seinen Riesling Rebenhängen.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. In rund 10 Jahren Aufenthalt habe ich immer wieder neue Ecken gefunden, die erwähnenswert wären. Also nix wie hin..

Bei dem, ohnehin nur für 48 Stunden geplanten, Aufenthalt in meiner Alten Heimat habe ich die Stadt, in der ich über 60 Jahre lebte, ausgelassen – „Rot“ war schon schlimm, aber nun von „Grün“ erobert.. Nein Danke, das kann nicht mehr meine Stadt sein. Getreu den Worten, einer aus dem Iran stammenden, Bewerberin für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters: Wem´s nicht passt kann ja ausziehen! Ich konnte.

Ob Autobahn oder ICE Trasse – rund 600 km und die Neue Heimat ist erreicht.

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