und es dreht sich doch..

Nicht nur das Riesenrad, sondern der gesamte Weihnachtsrummel, versuchen es, teilweise sogar ohne jegliche behördliche Beschränkung, die Krankenhäuser ihrer Umgebung mit neuen Kunden zu versorgen. Da genügt z.B. in Schwerin die Inaugenscheinnahme des Oberbürgermeisters (natürlich in Gesellschaft der Marktveranstalter) um zu dem Ergebnis zu kommen: Ja, es ist zu spüren, dass die Budendichte entzerrt wurde. So spricht der Fachmann – und der Laie wundert sich. Immerhin konnte auch der OB am frühen Morgen lesen, dass im Land ein Höchststand an Infektionen erreicht wurde. Ob er die auch entzerren kann..

Nur ein paar Stunden später will die neue stellvertretende Ministerpräsidentin (Links und Ex Lehrerin), in den Schulen den Sportunterricht bis Weihnachten aussetzen. Da kann man wohl nichts entzerren. Geht nämlich schlecht, wenn täglich die Infektsionsinzidenz steigt -die Zahl der Toten, nebenbei bemerkt, auch.

Die zum Rummel verkommenen „Weihnachtsmärkte“ zu schliessen geht offensichtlich genauso wenig, wie die Schliessung der Fussballstadien. Lobby gewinnt im Kampf gegen Corona – momentan noch. Nur die Kinderlein in Quarantäne- und Intensivstationen dürfen nicht kommen. Manche nirgendwo mehr hin..

In Anbetracht der Umstände mundet er noch nicht einmal zuhause, der Glühwein. Der überall traditionell angebotene Fusel, der mit den Weinen aus den Rebhängen unserer alten Heimat absolut nichts gemein hat. Auch dieses Jahr schmeckt er etwas bitter.

Kaum wieder zuhause angekommen, finde ich im Briefkasten die Empfehlung des Gesundheitsamtes, meine dritte Impfung zu vereinbaren. Das Porto hätten die bei mir sparen können: Nix wie hin -bin doch nicht blöd.. (Anlehnung an einen Werbespruch). Am 06. Dezember ist es soweit.

Bemerkung: Die Aufnahmen zeigen den, teils abgesperrten, Wismarer Markt, ich habe natürlich (!) von ausserhalb fotografiert.

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Drehtage

Ob sich dieses Rad drehen wird ist noch gar nicht so ganz sicher. Eigentlich könnte man darauf verzichten. Weihnachtsmärkte, überfüllte Fussballstadien und ähnliche „Events“ braucht momentan kein vernünftig denkender Mensch..

Deutlich weniger Risiko beinhaltet der Dreh einer neuen Folge der täglichen TV Heimat-Krimi Soap. Erträglich und nicht gemeingefährlich.

in Schwerin drehte man auch – die Uhr zurück

LINKS HERUM drehen sich jetzt in MeckPomm nicht nur die Zeiger der Uhr !

Einen ganz miesen Dreh vollführte FRAU in der Landeshauptstadt. Obwohl die SOKO Wismar gerne mit ihrem Toilettenwagen ausgeholfen hätte – nein, nein FRAU griff lieber direkt ins Klo. Damit die Farben stimmen oder so. Beispielsweise für´s jetzt kommende, gemeinsame Einstimmen des Hermann Claudius Liedes. Um dann der Neuen Zeit entgegenzuwandern. Sei´t an Sei´t, wie es die Genossen so gerne singen. Egal ob Sozi oder Stasi. Brüder und Schwestern (wo bleiben die Sonstigen?) – sind vereint im, nun knallroten, Schloss.

Gelegenheit für den, nun in der Landesregierung sitzenden, Ex Stasi Spitzel und Frontmann der LINKEN, sich endlich einmal in aller Ruhe das Appartementhaus, in der die Opfer seiner Auftraggeber schmachteten, von innen zu betrachten-in seiner neuen beruflichen Mission. Im Obotritenring, nur 1.000 m Luftlinie von seiner prächtigen Residenz entfernt. Die jetzt an die Macht Zurückgekehrten sind nämlich wieder für die Justiz zuständig. Also AUS ERFAHRUNG GUT.. (im Unrecht)

Weil aber die DDR, nach Auffassung der Landesmutti, gar kein Unrechtsstaat war, geht auch das voll in Ordnung.

OSCAR verdächtig finde ich diesen Horror Film nicht.

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Noch mehr ab(Greif)en

Vor zwei Jahren stellte ich in einem (umständehalber gelöschten) Blog ein paar Aufnahmen des, damals in Stralsund vertäuten, Segelschiffs GREIF ein. Mit meinen etwas kritischen Kommentaren über die Finanzen det Janzen.

Wie blauäugig von mir, nur an eine etwaige Verdoppelung der damals geschätzten 7 Millionen Restaurierungskosten zu glauben. Noch vor Beginn der Abtakelung war da schon von 10 Mio. die Rede und ganz unverfroren werden momentan 20 Mio. als Minimum veranschlagt. Zunächst. Zur Erinnerung: Bei dem Bundeswehr Kahn stiegen die Renovierungskosten von 15 auf 135 Millionen.

Was die Bundeswehr mit der Gorch Fock 2 schaffte, wird mit der Gorch Fock 1 (der ursprüngliche Name des Wracks) doch auch möglich sein. Das möge der geneigte Steuerzahler bitte verstehen.

Segeln kann ja so schön sein – vor allen Dingen auf Kosten anderer..

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Rote Herzen, bunte Farben

Die Strahlen der Laserkanone waren auf einen 80 Meter hohen Turm gerichtet, der vor 78 Jahren bestimmt schon ganz andere Leuchtfinger an sich abprallen ließ. Und zwar die, der Flugabwehrkanonen bei ihrem Abtasten des Himmels. Ich vermute das zumindest, denn warum sollte es in dieser Stadt anders gewesen sein, als z.B. in Frankfurt an Main, wenn die massiven Terror Angriffe der Allierten Bomber tobten.

Dann also lieber eine Laserkanone. Entwarnung gab mir, als ich ob der vielen roten Reklame Herzen, zunächst an eine Bordelleröffnung glaubte, der deutlich lesbare Schriftzug „Kirche„. Das beruhigte. Und zu meiner Freude, waren die roten Herzen auch keine Hommage an die neue Rot / Knallrote Landesregierung. Wie ich aus Don Camillo weiss, sind ehemalige Stasi Mitarbeiter und Kommunisten nicht unbedingt regelmässige Kirchgänger und deshalb hier auch nicht anzutreffen. Die fühlen sich eher zum Schweriner Märchenschloss hingezogen. Jedenfalls standen einige (einer gab es unumwunden zu und haust ja auch schon länger dort) zur Wahl. Aber was Genaues weiss man nicht..

Den, farbig in Szene gesetzten, Marktplatz mit seinem Rathaus und der Wismarer Wasserkunst, hätte der arme Ex Bürgermeister Banzkow bestimmt auch gerne so in Erinnerung behalten. Kurz bevor hier die Klinge des Richtsschwerts seinen Hals erreichte, damals im Jahr 1429..

Es ging bunt zu in Wismar – und in dieser Version sind sogar für mich die Farben ROT und GRÜN erträglich.

Im Zauber der illuminierten Stadt wird der Slogan Unser Herz schlägt für Wismar noch verständlicher. Novemberlichter, eine Veranstaltung der Stadtwerke Wismar, hat dies möglich gemacht. Die hatten wohl noch ein wenig Strom, aus der momentan verwaisten, rund 10 Millionen Euro teuren, Hafen-Landstromanlage übrig..

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vorgefunden

Eine Ankerboje aus dem 19. Jhd., seinerzeit in Gebrauch bei der kaiserlichen Marine. Das voluminöse Teil stammt wohl von einem etwas grösseren Schiff. Befestigt an der Ankerleine unseres kleines Bötchen, würde dieses umgehend zum U-Boot..

Dabei war die kaiserliche Marine (1872 – 1918) längst nicht so bedeutend, wie es sich der der Großadmiral Wilhelm II, (im Nebenberuf Deutscher Kaiser oder auch umgekehrt) damals erträumte.

Und mit dem Matrosenaufstand 1918 war das Kapitel auch ganz schnell beendet. Es folgten die Novemberrevolution (in der Genossen auf Genossen schossen) und das Ende der Monarchie.

Wie sich die Zeiten geändert haben, friedlich geht es nun zu und anstelle der Kriegsschiffe kreuzen hier in der Wismarer Bucht Sportboote und Ausflugsschiffe. Durch die vom Segelboot gerade passierte Fahrrinne allerdings, müssen alle Schipper navigieren, die den Wismarer Hafen anlaufen. Fracht- und einige Male im Jahr auch luxuriöse Kreuzfahrtschiffe. Tipp: Wer stark vergrössert, sieht die „Schwedenköpfe“ auf den Dalben der Fahrrinenbegrenzung.

Die Ankerboje findet man übrigens am Eingang des, am Wismarer Badestrand gelegenen, Minigiolf Platzes. Unweit der Seebrücke – und die besuchen wir immer wieder gerne.

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Fundsache

In MeckPomm gibt´s halt immer wieder etwas zu entdecken. Zugegeben, ohne entsprechenden Hinweis hätte auch ich nicht gewusst, was man da zwischen Küstenwald und Meer, in Sichtweite Wismars, in der Landschaft als Deko placiert hat.

Wer kennt die Antwort? Wer nicht, dem geht´s wie mir selbst und liest sie morgen.

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Die Treue der Bürger

ist die Stärke des Fürsten (Inschrift an der Wismarer Rathausfront)

Mit der Treue, das ist oft so eine Sache, das kennt man ja irgenwie. Aber bei dem Verfasser der Überschrift wurde in seinem eigenen Geschichtsunterricht das Jahr 1427 wohl nicht durchgenommen. Es war nämlich so eine Zeit, in der sich weder Stadtfürsten (Bürgermeister), noch die Bürger einig waren. Von Treue ganz zu schweigen. Das soll sich sogar bis heute gehalten haben (meinen böse Menschen).

Alle trecken an eenem Strang. Wenn de een los lött, fällt de anne up´ n Noors

Karl Henning Seemann, der in Wismar geborene, Bildhauer und Erschaffer der Skulptur „Tauziehen“ hatte dieses so bemerkt. Man findet sie zwischen den angedeuteten Aussenmauern des ehemaligen Kirchenschiffs der Marienkirche.

Ein paar Schritte weiter ist ein inschriftsloser, teils vermooster Basaltquader, als eine Art „Sühnestein“ placiert. Der hat eine Seitenlänge von rund 70 x 70 cm und soll knapp 900 kg wiegen. Den bläst kein Wind um, aber er erinnert an stürmische Ereignisse in 1427 und der Stein stammt auch wohl aus der ehemaligen und, aus gegebenem Anlass, als Sühnekapelle unfunktionierten, Marienkapelle.

Es waren schon recht wilde Zeiten damals. In den reichen Hansestädten hatten die Kaufleute nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag ihre Gulden zu zählen und im Rathaus, so ganz unter sich, anderen Leuten klarzumachen, was Arbeit und was an Steuern abzuführen, ist. Das kam bei den Handwerkern dann doch nicht so richtig an und es kam daher auch zu Aufständen. In Wismar machte sich da ein gewissser Claus Jesup als Wortführer stark und der hatte es früher tatsächlich schon einmal geschafft die Handwerker- und Wollweberzunft in das Rathaus zu bekommen. Nur eben nicht für lange, dann warf man die, die man nicht haben wollte, wieder hinaus.

Das damalige, schon 1319 errichtete, Rathaus stand bis zu seinem Einsturz im Jahr 1807 schon an gleicher Stelle wie der heutige, erst 1817 teilweise auf dessen Mauern entstandene, klassizistische Putzbau. In diesem richtig schmucken Haus regiert heute die, in hanseatischer Traditon genannte, Bürgerschaft.

In den „wilden Zeiten“ gab es in fast allen Städten Norddeutschlands Unruhen und Machtkämpfe. Dazu noch diverse Kriege und Streitigkeiten mit den anliegenden Nachbarstaaten. Da führte doch ausgerechnet der Wismarer Ratsherr van Haren mit seinem Kollegen Banzkow (dem Bürgermeister) auch noch die Wismarer Flotte der HanseKriegscschiffe, unter Oberkommandos des Lübecker Bürgermeisters, in den Krieg gegen Dänemark. Mit sehr negativem Ergebnis – die Dänen eroberten 36 Schiffe, davon 12 aus Wismar. Das hatte Konsequenzen. Ganz im Gegensatz zu den Lübeckern, die ihren Bürgermeister Tidemann Steen nur in Ketten legten und in den Kerker warfen, machte man Herrn von Haren einen Kopf kürzer. Und zwar mit dem Richtschwert und nicht schnöde am Galgen, sozusagen eine „Letzte Gunst“.

Und weil man eben solche „Schludrigkeiten“, wie den Verlust von Kriegs- und auch Salzschiffen, auch dem anderen Verantwortlichen vorwarf und sogar noch einiges dazu erfand, wollte sich Johann Banzkow aus dem Staub machen und fliehen. Kurz vorher hatte seine Frau sogar noch bei Jesup interveniert (mit reichlich Gulden !), aber dessen Antwort: Gevatterin, wenn deinem Mann der Hals so dick wäre, wie der Turm, so soll und muss er ihm doch auf dem Rumpf nicht bleiben. Die Kohle hat er aber einbehalten, der „Frühzeit Rote“.

Kurz vor Erreichen der Stadtgrenze fasste man Banzkow, wertete die Flucht als Schuldeingeständnis und auf dem Marktplatz, direkt vor dem Rathaus und unter den Augen der Schaulustigen, die man darauf hinwies, den Henker nicht zu dicht bedrängen, damit dieser seine Arbeit auch gut machen könne, vollbrachte der sein Werk. Die Leiche brachte man (zweiteilig) in die Marienkapelle..

Jusup wurde Bürgermeister. In Wismar ist eine Straße nach ihm benannt. Aber was ist das schon gegen einen so schönen Stein. Auf dem Marktplatz, direkt vor dem Rathaus. Banzkow wurde übrigens später rehabilitiert – blieb aber tot.

Waren das noch Zeiten und was leben die Bürgermeister heute so sorgenfrei, da wird bei Versagen nicht geköpft, sondern befördert. In den Bundestag oder vielleicht auch in das Kanzleramt..

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sonne

Sommerzeit / Winterzeit – egal, Hauptsache, die Sonne scheint..

Das letzte Wochenende hat noch einmal Versäumtes, in Sachen Sonne, nachgeliefert.

Unglaublich, dass schon am kommenden, spätestens übernächsten, Wochenende mancherorts Weihnachtsmärkte zum gepanschten (sorry, natürlich „gepunschten“) Glühwein einladen..

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licht und bummel

Stets in´s richtige Licht gesetzt, ist das Lustschloss unserer Landesregierung. Hier schalten und walten, die bekanntlich stets um das Volkswohl besorgten Feudal – Damen – Herren und – Sonstige, rund um die Uhr, damit es Allen und vor allem (!) ihnen selber, gut geht. Das wäre löblich – wenn´s immer so wäre, für uns Alle..

Zu einem Lichterbummel für das gemeine Volk haben auch in diesem Jahr wieder die Stadt-, Kultur-, Tourismus und Wirtschaftsmanager aufgerufen.

Das ist wirklich löblich. Die Altstadt ist mit bunten Lichtern, Lampenschirmen, Sternen und Laserprojektionen in eine besondere Anmutung gebracht. In den engen Gassen zeigen Kleinkünstler ihr Können, Kneipen, laden zum Verweilen ein.

Der Name „Lichterbummel in Schwerin“ ist Programm. Und damit es nicht nur beim bummeln bleibt (wie eventuell im Märchenschloss) sind die Läden und Boutiquen nicht nur besonders hübsch dekoriert, sie haben auch geöffnet !

Weil so ein Bummel fast einem Wandertag gleicht, ist es nur recht und billig, dass man da hin und wieder eine Jausenstation aufsucht. Ob aber die gebratene Wurst nun (in Anlehnung an einen früheren Beitrag von mir) vom Herrn Pasturn sin Kauh war..

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Kall, mei Drobbe !

Hier sprechen die Bilder für sich. Die Geschichte Karls Erlebnisdörfer (es gibt mehrere) kann man wunderbar im Netz nachlesen. Und Staunen!

Das Erlebnis Dorf liegt unmittelbar an der Strasse von Rostock nach Stralsund und da machte uns einfach der stets volle Parkplatz neugierig. Soo schön kitschig, das muss man einfach einmal gesehen haben. Dazu höchst professionnell gestaltet, da darf man staunen. Und speziell für die lieben Kleinen gibt´s so allerlei zum Staunen.

Es gibt hier ungefähr neunzig Attraktionen, aufgeteilt in mehrere Themenfelder, etliche kostenlos zu nutzenden Spielplätze und natürlich auch Fahrgeschäfte, für die man um zu sparen (!) am Besten eine 10er Karte löst..

Bei allem Kuriosen ist es eigentlich auch interessant, einmal etwas über den Ort des Staunens in WIKI nachzuschlagen. Das ganze Dorf wurde nämlich 1225 von Borwin III, dem damaligen Alleinherrscher von Rostock, gekauft – zum Schnäppchenpreis. Gerade einmal 450 Mark hätte der Spitzklicker da auf den Tisch geblättert. Und da gehörte auch noch der ganze Grund und Boden der Rostocker Heide dazu. Selbst wenn es, weil es damals noch keine Mark gab, die neuen italienischen Gold Floris waren und das Gebiet noch etwas Zuwendung bedurfte (Rodung und dergleichen), das war schon ein ein toller Deal.

Bei soviel Gespür für Lohnendes, war es da dann auch kein Wunder, dass es schon 1305 auf dem Weg nach Ribnitz zwei Krughäuser gab. Das deutet direkt auf einen erreichten Aufschwung hin. Und vielleicht stand die eine Kneipe genau da, wo heute der Karl seine Gäste begrüßt. Die Mecklenburger hatten es immer schon gut drauf..

Karls Ideenreichtum ist schier unerschöplich und da können dann auch die lieben Grossen den ganzen Tag mit Staunen, Essen & Trinken (da wird vieles vor Ort und den Augen der Besucher handgefertigt) und natürlich Einkaufen (!) verbringen.

Zu Guter Letzt – meine Überschrift. Der Spruch kommt aus dem Hessischen, genauer gesagt von der Mamma Hesselbach (Lia Wöhr). Immer, wenn ihr die Argumente ausgingen (das war oft) griff sie zum letzten Mittel, dem dann stets paraten Schwächeanfall, und rief: Ei Kall, mei Drobbe ! (Karl, meine Tropfen). Die Familie Hesselbach lief schon vor über 70 Jahren im Rundfunk (!) und wurde später auch im (hessischen) TV gezeigt. Der Spruch wurde dann in Hessen für jegliches Erstaunen angewandt und populär. Beim Kall is er mer aach rausgerutschd..

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ROSTOCK – Zweitbesuch

Manchmal kommt man schneller, als man denkt, wieder an einen Platz oder in eine Stadt zurück. Da sieht man dann, was einem beim ersten Besuch entgangen war.

Es gibt nämlich auch einen modernen Teil der Stadt, hier ist z.B. AIDA zuhause und der Stadthafen hat doch mehr zu bieten, als letztes Mal ersichtlich (da war nämlich ziemlich viel abgesperrt).

So eine Art Zoo (teilweise witterungsfest) ist zu bewundern, der Schwan hat noch ein paar Artgenossen und die hören sogar fast auf´s Wort. Etliche -zig Meter hat mich der nette Kerl am Kai entlang begleitet.

Und last, not least, nette Menschen gibt´s hier auch. Ein Gespräch mit einem „Ureinwohner“ und dessen Ausführungen zu einem, am Kai liegenden und zur Besichtigung einladenden Schiff, erfordern sogar noch einen Wiederbesuch.

Im Stadthafen lagen noch mehr Segelboote, als gedacht. Eigentlich ist die Saison ja fast vorbei. Da fragt man sich dann doch, warum man keinen Segelschein gemacht hat – anderseits bin ich heraus aus dem Alter, in dem man noch auf den schmalen Haken die Masten und Wanten hochklettert.

Da wäre, nach erfolgtem Lottogewinn (was noch nicht ist, kann ja noch kommen) schon eher an einen Austausch des eigenen Vehicels zu denken. Für das etwas sportlichere ist sogar mein Motorbootführerschein ausreichend. Der, wie ich erfahren habe, evtl. zum Verkauf stehende, Ex Schlepper misst über 20m und da müsste ich eine zusätzliche Prüfung ablegen. Aber alleine der Gedanke, mit so einem Teil auf dem Schweriner See zu kreuzen – es wäre mir die Mühe wert.

Der Stadthafen ist eine nette Bummelmeile geworden, der eigentliche Betrieb seit 1991 eingestellt. Als Zeugen der Vergangenheit stehen die zwei Portalkräne aus den 60er Jahren und ein Brückenkran von 1950. Der exakte Nachbau eines Krans aus 1780 könnte die Herzen aller GRÜNEN höher schlagen lassen. Nix weitersagen! Das ist ein Tretkran. Durch Aufrollen eines Seils um eine, durch Muskelkraft betätigte, Trommel werden die Lasten gehoben. So lässt sich natürlich auch Strom erzeugen, CO2 freier geht´s nicht – wenn das die beiden Vorturner hören..

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Herbst

an der Ostsee

Natürlich bin ich keine 30 Kilometer gefahren, nur um mir billigen Nachschub zur Förderung meines Suchtverhaltens zu besorgen. Es gibt Tage, da zwingt einen das Wetter geradezu an´s Meer. Wenn man das Glück hat, dieses in der genannten Entfernung zu erreichen. Und auf dem Weg findet man dann auch den einen oder anderen Einkaufstempel. Manchmal sogar einen mit echten Sonderangeboten..

Es ist inzwischen etwas ruhiger geworden. Die allermeisten Touristen sind schon wieder abgereist und gehen brav ihrer Arbeit nach um sich den nächsten Urlaub bei uns im Norden erlauben zu können.

Der Strand war fast menschenleer und die Ruhe wurde nur noch durch die, ja schon länger hier wohnenden, Vögel „gestört“. In einer Bucht vergnügten sich, ungelogen, mehr als 50 Schwäne. So viele auf einem Fleck versammelt, habe ich wirklich noch nie gesehen. Und beim -zigsten Versuch habe ich mit der Kamera sogar Möven im Flug erwischt..

Die Rettungsstation: Bis 2022 Geschlossen

Der Strand: ganzjährig geöffnet.

.. und am Schweriner See

Nur 2.500 Schritte sind es zum Seeufer und da merkt man jetzt auch schon das Saisonende für die Sportbootfahrer. Die Boote werden, was auch Sinn macht, in ihr Winterquartier gebracht. Letzte Woche (allerdings bei Windstärke 8) hat sich ja tatsächlich einmal ein, am Liegeplatz vertäutes, Boot losgerissen und trieb führerlos im See. Ist glücklicherweise nichts passiert.

Unser kleines Bötchen hat´s da besser, es wird nach jeder Ausfahrt, im Bootsschuppen ein paar Zentimeter über den Wasserspiegel gehängt.

Schweriner See, für uns: ganzjährig befahrbar – wenn nicht gerade vom Eis bedeckt

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Augen auf im Marktkauf !

Bei den heutigen Spritpreisen greifen kostenbewusste Verbraucher, zu denen ich mich natürlich auch zähle, gerne auf die Angebote der wöchentlich kiloweise den Briefkasten ausfüllenden, echten oder angeblichen, im Vierfarbdruck gelieferten Sonderangebote zurück. Dann fährt man auch gerne einmal 30 Kilometer um ein Schnäpppchen „in Sachen Sprit“ zu machen. Oder am besten mehrere, da spart man ja auch mehr..

Endlich an der Ladenkasse angekommen, stelle ich dann fest, dass die einst von mir in mehreren Semestern erlernte und in der Praxis jahrzehntelang geübte, „Hohe Kunst der Verkaufsförderung“ , in der heutigen Zeit gnadenlos getopt wird. Als einst umworbener Kunde, wurde ich an der Kasse, ganz zu Recht, auf mein Unvermögen hingewiesen, 0,7 und 1,25 Liter unterscheiden zu können. Da wollte ich mich auch nicht darauf herausreden, dass ich alter Zausel trotz relativ neuer Augenlinsen ohne (wegen Maskenpflicht und der bei mir dann stets beschlagenen) Brille die Zahlen auf der mir nicht so geläufigen, wie dem Hauptprodukt, Limonade nicht lesen könnte. So was merkt man ja eigentlich am Gewicht.

In Nahaufnahme sieht man auch ganz deutlich, dass hier alle rechtens ist. In subtiler Art einer Gewinnmaximierung plazierte man (und zwar gekonnt schräg zur Laufrichtung) neben das Hauptprodukt nicht die versprochene und kostenlose, Zugabe sondern, zum Erwerb (!) gleich ´mal eine größere Limoflasche. Wer lesen kann ist eben klar im Vorteil. Ich Trottel griff einfach zu..

Um die Warteschlange an der Kasse nicht noch weiter zu vergrößern, verzichtete ich (nach Belehrung der Kassenaufsicht) auf die 0,7 Liter Brause und gab die, mir zuvor berechnete, 1,2 Liter Flasche zurück. Von mir früher geschulte Mitarbeiter, hätten wenigstens etwas Servicebereitschaft gezeigt und mir eine 0,7 Liter Flasche an die Kasse geholt. Was mich dann letztendlich zur Frage bewegt, ob es im Laden überhaupt 0,7 Liter Flaschen gab??

Egal wie, ich bin eigentlich auf Limo gar nicht so scharf – Whiskey geniesse ich eh ´` lieber unverdünnt..

Die Lupe wird aber jetzt stets zum Einkauf mitgeführt! Vielleicht sollte die neue Regierung es bestimmten Märkten zur Pflicht machen, generell so ein Teil an die Einkaufswagen zu hängen..

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Höllenhund

Museumswand in Peenemünde

Ob Kerberos in der griechischen, Garm in der nordischen Mythologie oder ein Kletterfels in der Sächsischen Schweiz – nicht einer der Begriffe kommt in seiner Grausam- oder Gefährlichkeit an die, in Peenemünde entwickelte Mord (sorry, Vergeltungs-)waffe heran. Unter der Tarnbezeichnung Höllenhund startete damals ein streng geheimes Projekt. Monatelang kann der Interessierte über diese, nicht wirklich „Geheime Kommandosache“ googeln..

Einige Nachbauten der damaligen Spitzenleistung, in Sachen Militärtechnik, sind auf dem Freigelände des bereits beschriebenen Museums aufgestellt. So richtig zu Gloria In Excelis Deo (die Kirchen segneten schon damals Waffen) passt das Datum des ersten Starts der ersten Flügelbombe..

Es gab diverse, hier nicht zu findende, Varianten der „Wunderwaffe“, so auch eine mit Pilotenkanzel zweisitzige, zur Schulung der dann in einem einsitzigen Modell, sich bitte opfernden Piloten. Die Kamikazen haben das entworfene System etwas später auch umgesetzt.

Der Stückpreis des Gerätes belief sich auf ca. 3.000 Reichsmark und das war sehr unwirtschaftlich, immerhin war es ja nur einmal einzusetzen. Und dann noch bei einer miserabelen Zielgenauigkeit von 12 km im Umkreis. Das kostete trotzdem rund 8 bis 10.000 „feindlichen“ Menschen das Leben, aber auch zig- mal soviel verklavten Zwangsarbeitern. Die hat man in der Aufrechnung da´nn wohl bewusst vergessen.

Rund 50 namhafte und teilweise immer noch bestehende und sehr, sehr bekannte Firmen, waren zumindest als Zulieferer, an der Wunderwaffe beteilgt. Die Erben der „Pioniere“ geniessen heute ihren unverdienten Wohlstand. Manche sponsoren sogar als Feigenblatt eine „Aufarbeitung der damaligen Verhältnisse“. Gut Ding will eben Weile haben..

Der sublimierte Höllenhund hiess dann V2 oder „das Gerät“ . Etwas zu spät, aber trotzdem mit einer respektablen Vernichtungsrate. Die Wissenschaftler hatten damit iher Aufgaben erfüllt. Wohlwissend billgend, aller Zustände in den meist unterirdischen Fertigungsanlagen und der Lebensbedingungen der, von ihnen angeforderten Zwangsarbeiter. Nach Kriegsende waren plötzlich mehr als Tausend von ihnen auf der Seite der Sieger. Ob Kriegsverbrecher oder nicht. Die „Operation Overcast“ hat´s möglich gemacht. Solch einen Hinweis habe ich im Museum nicht gefunden..

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waffenKUNSTHALLE

Kunst und Waffen – Das militärische Ritual der Raketenverzierung

Angeblich war auf dem Rumpf der ersten Rakete eine auf der Mondsichel sitzende Frau abgebildet. Ob das so stimmt, wer weiss, zum Bemalen von Prototypen hat man eigentlich keine Zeit (ich denke da an diverse, eigene Rennwagen..) Auf jeden Fall: Eine perverse Verniedlichung einer Bombe. Der Chefgrafiker in Peenemünde, Gerd de Beek, soll mindestens 34 der Raketen, dank seiner Phantasie, mit Glücks- oder erotischen Motiven in eine zweifelhaft höchst persönliche Beziehung der Erbauer und Bediener zur mörderischen Technik gebracht haben.

Die Motive und Ästhetik der Bilder verraten eine Prägung der Ingenieure und Offiziere zu einer militaristischen nationalistischen Kultur – so einen Scheiss verbreitet das Museum auf seinem Internetauftritt..

Auch die Fotos des Kanadiers Clarence Simonsen, mit seinen eigenen und sehr effekthaschenden Interpretationen, gehören zu den Exponaten der momentan laufenden Ausstellung.

Es wird hier ein vielfach beachteter, aber noch nie ernsthaft erforschter, und sogar kulturhistorischer Aspekt der Peenemünder Raketengeschichte erstmals fundiert vorgestellt. Geht´s noch ??

Champagner und Kaviarschnittchen für uns Katastophentouristen hätten da gerade noch gefehlt..

Als Alternative gibt es dann aber, für geladene Gäste, völkerverbindende Klänge in der ehemaligen Turbinenhalle, der prächtigen location. Höhe- und Anziehungspunkt für international wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Da ist es durchaus möglch, dass sich noch einige der Geladenen aus diesen Kreisen an die Erzählungen ihrer Erblasser erinnern – wenn sie den erforderlichen Anstand haben.

Weder die hier versklavten Zwangsarbeiter, noch die vielen, von den Explosionen zerfetzen, Londoner Zivilisten hatten die Möglichkeit solch feinen Klängen zu lauschen. Deren Todesmelodie klang anders..

Erstaunlicherweise ist in dem teilrestaurierten Gebäude deutlich mehr Platz für die Präsentation erhaltener Haustechnik, als für eine Dokumentation des Unrechts. Die gibt es (sozusagen als Alibi) dann in oberen, meist von den Besuchern gar nicht erst gefundenen, Räumlichkeiten. Ich habe mir erspart die paar Sträfligsklamotten und drei vier, angeblich hinterlassene, Koffer zu fotografieren.

Der Opfer zu gedenken gibt es fatalerweise auch anderswo, erschreckend viele, Möglichkeiten.

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Denkmal (nach) Landschaft

Modell vor Ort

Keine Tausend, sondern nur 8 Jahre hatte die Heeres Vernichtungs (sorry, wie kam ich denn jetzt so weit ab?, Versuchs– natürlich) Anstalt Bestand. Und jeder Tag war einer zuviel. Für die, die hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mußten und von denen viel zu viele letztendlich noch nicht einmal ihr Leben behalten durften. Aber die im Dunkeln sieht man nicht, schrieb schon Brecht. Sonnen konnten sich die Ingenieure, die hier die berühmt, berüchtigte V 2 Rakete entwickelten. Es war der 3. Oktober 1942, als man die weltweit erste Rakete in den Weltraum schickte.

Der Interessierte findet tonnenweise Literatur und Filmmaterial über den Mythos V2 und seinen Schöpfer. Über dessen Nazi Vergangenheit sahen die Amerikaner großzügig hinweg und als gefragter Raketenbauer unterstützte er dann erfolgreich  die NASA Projekte bis hin zur Mondlandung.

Die Peenemünder Denkmal Landschaft, ein niedlicher Name für eine Gegend, in der man heute noch das Grauen der damaligen Zeit erahnen kann, hat einen wirklich interessanten Internetauftritt. Dort sind 23 Stationen ausführlich in Wort und Bild beschrieben.  Nur die Hinrichtungsstätten, Arbeitsplätze für Aufseher, die dann oft Richter und Vollstrecker ín einer Person waren, kamen etwas zu kurz.

Vom Dach des Kraftwerks (mit dem Glasaufzug hochbefördert) hat man einen Blick über das ehemalige Versuchsgelände, die Peenemündung und das Kriegsgerät des einstigen Feindes. Das raketenbestückte sowjetische U 461  Boot wurde allerdings erst um 1961 gebaut und 1991 ausgemustert. Es ist gegen Gebühr zu besichtigen und gehört zu den Attraktionen des technischen Freizeitparks. Wie auch die, schon am Eingang vorzufindenden, Fressbuden, Andenkenläden und Kinderkarusells. Da ist um des Touristen Anlockens willen, vielleicht doch so einiges an Würde auf der Strecke geblieben.

Es ist viel Gras gewachsen. Vielleicht etwas zu viel. Ob einst Ing & Architektur Büro Schlempp´s (für Speer und Todt dienstverpflichtet) Gesamt Bauleiter und wohl auch Planer der hier errichteten Unterkunftsgebäude für KZ Häftlinge, aktenkundig belegter, Anforderer von Lieferungen neuen Menschenmaterials, über den gleichen Beton schritt, wer weiß?  Hinreichend bekannt ist, ab 1945 stieg er wieder nach oben. Ganz nach oben. Nicht wahr, Heinrich L. ?? – (verst. 1972) –Leute in meinem Alter kennen noch „Mr. Trevira“, den 2. Bundespräsidenten unserer Republik.. Ob er 1957, (nur 12 Jahre nach Kriegsende und Niedergang des Nazi Regimes) beim Erhalt seines Großen Bundesverdienstkreuzes, vielleicht ein wenig der angeforderten Opfer in  Peenemünde gedacht hat. Eher nicht.

Stele am Zugangsweg zum Museum

„Mit diesen paar Worten möchte ich aufhören, meinen Schluss machen. Es wird,  glaube ich, ganz gut sein, wenn ich einige Stunden ins Bett käme. Guten Morgen, 1967″  – Guten Morgen 23.10.2021 geht auch und ist von mir.

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KRAFT Werk

Verlassen aber nicht einsam, steht nun das Werk, dass einst von den SiemensSchuckert Werken erbaut wurde und für 33 Megawatt Leistung gut war.

Das Gebäude erinnerte mich bei erster Inaugenscheinnahme an ein Wolfsburger Fabrikgebäude. Wie wahr! Auftraggeber und Architekt waren ja die gleichen. Kubische Formen und die verklinkerten, dunklen Fassaden sollten eine neue und moderne Sachlichkeit vermitteln.

Hätte es damals schon GRÜNE gegeben, es wäre zum Mekka der Umweltfanatiker geworden. Es war das sauberste Kraftwerk weltweit. Allerdings dienten die Filter der Abgasreinigung einem anderem Zweck. Man wollte unerkannt bleiben und deshalb durften keine Rauchwolken ausgestossen werden.

Das zur Kühlung entnommene Flusswasser wurde (erwärmt) sinnvoll wieder zurück in das angegliederte Hafenbecken geführt. Das sorgte für Eisfreiheit. Und auch zur Heizung des Komplexes diente die erzeugte Wärme. Der gewonnene Strom an sich, wurde für andere Zwecke gebraucht.

Das Kraftwerk war nur ein Teil eines gigantischen Projekts. Das ist jedoch eine andere, wenn auch untrennbare, Geschichte. Elektrische Energie wurde hier bis 1990 gewonnen.

Befeuert wurden die vier Babcock Dampfkessel ursprünlich mit Steinkohle. Die spätere Verwendung (in der Nachkriegszeit) mit Braunkohle war nicht besonders leistungsfördernd. Wobei noch zu erwähnen ist, dass nach Kriegsende die Rote Armee sowieso schon die Hälfte der Betriebseinrichtung demontiert und sofort abtransportiert hat.

Es ist kein „Lost Place“, den ich hier zeige. Das Kraftwerk steht in einer rund 25 Quadratkilometer großen Denkmal Landschaft – einem kulturellen Hotspot für Geschichte, Natur, Kultur und Technik. So die Fremdenverkehrswerbung.

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in Waren waren wir auch

.. schon einmal – vor über 15 Jahren und nicht im Geringsten daran gedacht, einmal selbst nahe der 1.000 Seen zu wohnen. Es hat sich vieles verändert in dieser Zeit, da gab es noch kein Kurzentrum Waren und die Gastronomie war damals auch deutlich bescheidener aufgestellt. Im Gegensatz zu heute, da meinen die Kellner jeder Gast wäre Eigner einer, der im Stadthafen ankernden, Luxusyachten. Unter 5 Euro Tipp wollte es einer der Getränkeboten nicht machen (auch noch als Zahlkellner): „kann nur auf runde Zahlen herausgeben..“. Dann eben die letzten Cent sortiert und Null..

Die über 800 Jahre alte Stadt entstand um die Kirche St. Georgen und wurde von dem Fürsten Nikolaus I gegründe, zumindest bestätigte er das Patronatsrecht über ecclesia Warne. Ob das alles so stimmt ist fraglich, immerhin hatte auch schon ein Abt mit vordatiertem (!) Pergament versucht die ganze Gegend in Kirchenbesitz zu bekommen. Auf jeden Fall gab es einen schnellen Aufschwung durch die fürstliche Residenz.

Es folgten Kriege und mehrere Stadtbrände, Verwüstungen und Zerstörungen. Es gibt in der Altstadt, besonders um den Marktplatz, dennoch einige gut erhaltene, bezw. liebevoll restaurierte historische Bauwerke.

Einen neuerlichen Aufschwung gab es erst wieder im 19. Jahrhundert, da profitierte die Stadt von den verbesserten Verkehrsverhältnissen und der Eldekanaliserung. Von der Havel bis zur Elbe konnten jetzt Waren transportiert werden und das hatte natürlich positive Auswirkungen für die Stadt am Müritzsee.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Stadt zu einem Touristikzentrum. Theodor Fontane, der hier seinen Stechlin schrieb, trug zu der Steigerung des Bekanntheitsgrades wesentlich bei und in den dreißiger Jahren gab es schon neun Hotels, zwanzig Pensionen und zehn weitere Gasthöfe.

Die Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten muss ich nicht alle aufzählen. Da findet man exaktere Informationen im Netz und bei der Tourist Info. Da wir schon einmal hier waren und auch die obligatorische Seen Rundfahrt hinter uns haben, zog es mich diesmal ein paar Meter (und viele, viele Stufen) höher – auf den Turm, der von weithin sichtbaren St. Georgen Kirche.

Bei so viel Wasser kommt mir doch der Gedanke, den dritten Besuch mit unserem kleinen Bötchen zu bewerkstelligen. Möglich ist es tatsächlich, vom Schweriner See hierher zu schippern. Dauert halt etwas..

Unsere kleine Rundreise im „erweiterten Umfeld“ ist zuende. Es werden aber noch ein paar Bilder von diesem Ausflug folgen. Die haben jedoch mit echtem Freizeitvergnügen nicht mehr so viel zu tun. Eigentlich gar nichts. Die machen dann eher nachdenklich..

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stari grod

Im Altpolabischen bedeutet stari = alt und grod = Burg. Somit wäre Alte Burg eine, nicht verkehrte, Namensdeutung von Stargard, einer nahe Neubrandenburg auf 90 Metern Höhe, bereits im 13. Jhd. errichteten Burg. Alt passt auch aus dem Grund, dass schon vor 3.000 Jahren hier Menschen gelebt haben und als die Slawen, im Rahmen einer Völkerwanderung, das Land besiedelten, fanden sie Überreste einer früheren Befestigungsanlage – „stari grod“ nannte man dann diese Zeitzeugen.

Die deutsche Siedlung am Fuße der Burg wurde schon um 1170 urkundlich erwähnt. Da hatte Kasimir I. von Pommern dem Bistum Havelberg angeblich zur Stiftung eines Klosters das ganze Dorf geschenkt. Mit Mann und Maus (Frau bestimmt auch). Irgendwann fiel dann aber jemandem auf, dass diese betreffende Urkunde eine Fälschung war. Der Ärger begann. Die Kolonisation (freundlich ausgedrückt, besser Eroberung) nahm dann mit der Heirat (1347) von Heinrich dem Löwen mit Beatrix von Brandenburg und deren Mitgift (Burg Stargard) friedlichere Züge an. Bis aber nach dem Tod der Beatrix, die Brandenburger die Burg und all die ganzen Dörfer wieder zurückhaben wollten. Weil die Ehe kinderlos geblieben war und so diverse Rechte der Mitgiftgeber erloschen waren. Na ja, was sollte das denn. Geschenkt ist geschenkt. Und trotzdem gab es wieder einige blutige Meinungsverschiedenheiten. Stargard wurde dann dennoch Landstadt in Mecklenburg.

Immer wieder beeindruckend, wie sich die Menschen schon seit frühester Zeit mit der Verteidigung ihres Besitzes beschäftigt haben. Burgen böten da Schutz -dachte man. Das Genie der Eroberer war mindest genauso erfindungsreich. Die Wirkung einer Steinschleuder ist ja schon aus der Bibel bekannt. Mit der etwas verfeinerten Version warf man dann vom Feldstein über Brandsätze und sogar Kot (!) so ziemlich alles was greifbar war, auf die belagerte Burg. Für das Ersteigen der Mauern gab es so eine Art Lift und das Tor konnte man mit einem, heute noch oft gebräuchlichen, Mittel, dem Rammbock, öffnen

Worüber man heute nicht mehr so gerne spricht, ist die Tatsache, dass 1852 in der Vorburg ein Gefangenenhaus erichtet wurde, 2.000 wurde das zum heutigen Hotel umgebaut.

Und auch vom letzten Hexenprozess (1726), hier oben auf der Burg (im Krummen Haus), findet man keine Akten mehr vor.

Die heutigen „Hexen“ haben aber eine ganz tolle Möglichkeit, ihren verhexten Traummann in diesem historischen Umfeld an sich zu ketten. Es ist möglich, hier getraut zu werden. Auf Wunsch sogar in zeitgerechten Gewändern. Es gibt eine, eigens dafür eingerichtete, Schneiderei auf dem Gelände.

Interessant noch, dass man hier einen der nördlichsten Weinberge, mit über 400 jähriger Tradition, findet. Auf einer Fläche von 0,2 ha gleich 1200 Rebstöcke mit den Sorten Regent, Blauer Portugieser, Müller Thurgau, Phöenix, Ortega und Elbling. Als Besser Wessi, aus der Rheingauer Riesling Hochburg kommend, muss ich da echt staunen..

Na denn man T(R)AU ! – für die, die´s angeht und Zum Wohl für uns Alle!

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Fried(liches)land..

Die Kirche St. Nikolai wurde in der Mitte des 13. Jhd. (erstmals urkundlich erwähnt 1452) mit Feldsteinen errichtet. Die Fenster im Kirchenschiff sind noch nicht die Spitzbogenfenster der Gotik. Der fast quadratische Turm ist dann wohl erst später hinzugekommen, hier haben die Fenster schon diese Bögen. Bis zum 28.April 1945 betete man in dieser, wie auch in allen anderen Kirchen, um Himmlischen Segen und Frieden.

Am gleichen Tag, der Eroberung der von uns besuchten Stadt Anklam, haben die Rotarmisten bei ihrem Angriff auch Friedland in Schutt und Asche gelegt.

Nur noch als mahnende Ruine stehen die Überreste des Gotteshauses, gebetet wird seither in der erhalten gebliebenen Marienkirche, die zwischen dem 14. und 15. Jhd. errichtet wirde. Deren ursprüngliche und prächtige Ausstattung ging jedoch bereits 1703 bei einem großen Stadtbrand verloren.

Schon vor 1200 gab es hier, an einer Kreuzung alter Handelsstrassen, eine kleine Ansiedlung und es soll auch damals schon eine Nikolaikirche gegben haben. In, heute für einen Laien kaum noch nachvollziehbaren, Streitigkeiten, Verträgen, Schenkungen, Überlassungen und Rückforderungen, wechselte die kleine Stadt dann von Brandenburg zu Pommern und Mecklenburg. Das Anklamer Tor mit seiner Stadtmauer zeugt von dem Wehr- und Überlebenswillen der Bevölkerung.

Letzteren brauchte es auch wirklich. Der 7 jährige Krieg, Hungersnöte, Seuchen und insgesamt 12 (!) Stadtbrände waren noch nicht genug. Im Jahr 1806 zogen Napoleons Truppen mit 70.000 Soldaten durch die Stadt und kurz danach noch weiter 190.000 Mann. Die wollten versorgt sein und mit dem Bezahlen war das wohl so eine Sache..

Im späteren 19. Jahrhundert erlebte Friedland dann, wie viele andere Städte, endlich wieder einmal eine Blütezeit. Richtig lange hielt die aber nicht an..

Im Rahmen der Städtebauförderung wurden nach der Wende, ab 1991 bereits viele historische Gebäude saniert – vielleicht ersteht eines Tages auch St. Nikolai wieder auf, aus ihrer Ruine.

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