stari grod

Im Altpolabischen bedeutet stari = alt und grod = Burg. Somit wäre Alte Burg eine, nicht verkehrte, Namensdeutung von Stargard, einer nahe Neubrandenburg auf 90 Metern Höhe, bereits im 13. Jhd. errichteten Burg. Alt passt auch aus dem Grund, dass schon vor 3.000 Jahren hier Menschen gelebt haben und als die Slawen, im Rahmen einer Völkerwanderung, das Land besiedelten, fanden sie Überreste einer früheren Befestigungsanlage – „stari grod“ nannte man dann diese Zeitzeugen.

Die deutsche Siedlung am Fuße der Burg wurde schon um 1170 urkundlich erwähnt. Da hatte Kasimir I. von Pommern dem Bistum Havelberg angeblich zur Stiftung eines Klosters das ganze Dorf geschenkt. Mit Mann und Maus (Frau bestimmt auch). Irgendwann fiel dann aber jemandem auf, dass diese betreffende Urkunde eine Fälschung war. Der Ärger begann. Die Kolonisation (freundlich ausgedrückt, besser Eroberung) nahm dann mit der Heirat (1347) von Heinrich dem Löwen mit Beatrix von Brandenburg und deren Mitgift (Burg Stargard) friedlichere Züge an. Bis aber nach dem Tod der Beatrix, die Brandenburger die Burg und all die ganzen Dörfer wieder zurückhaben wollten. Weil die Ehe kinderlos geblieben war und so diverse Rechte der Mitgiftgeber erloschen waren. Na ja, was sollte das denn. Geschenkt ist geschenkt. Und trotzdem gab es wieder einige blutige Meinungsverschiedenheiten. Stargard wurde dann dennoch Landstadt in Mecklenburg.

Immer wieder beeindruckend, wie sich die Menschen schon seit frühester Zeit mit der Verteidigung ihres Besitzes beschäftigt haben. Burgen böten da Schutz -dachte man. Das Genie der Eroberer war mindest genauso erfindungsreich. Die Wirkung einer Steinschleuder ist ja schon aus der Bibel bekannt. Mit der etwas verfeinerten Version warf man dann vom Feldstein über Brandsätze und sogar Kot (!) so ziemlich alles was greifbar war, auf die belagerte Burg. Für das Ersteigen der Mauern gab es so eine Art Lift und das Tor konnte man mit einem, heute noch oft gebräuchlichen, Mittel, dem Rammbock, öffnen

Worüber man heute nicht mehr so gerne spricht, ist die Tatsache, dass 1852 in der Vorburg ein Gefangenenhaus erichtet wurde, 2.000 wurde das zum heutigen Hotel umgebaut.

Und auch vom letzten Hexenprozess (1726), hier oben auf der Burg (im Krummen Haus), findet man keine Akten mehr vor.

Die heutigen „Hexen“ haben aber eine ganz tolle Möglichkeit, ihren verhexten Traummann in diesem historischen Umfeld an sich zu ketten. Es ist möglich, hier getraut zu werden. Auf Wunsch sogar in zeitgerechten Gewändern. Es gibt eine, eigens dafür eingerichtete, Schneiderei auf dem Gelände.

Interessant noch, dass man hier einen der nördlichsten Weinberge, mit über 400 jähriger Tradition, findet. Auf einer Fläche von 0,2 ha gleich 1200 Rebstöcke mit den Sorten Regent, Blauer Portugieser, Müller Thurgau, Phöenix, Ortega und Elbling. Als Besser Wessi, aus der Rheingauer Riesling Hochburg kommend, muss ich da echt staunen..

Na denn man T(R)AU ! – für die, die´s angeht und Zum Wohl für uns Alle!

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5 Gedanken zu “stari grod

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