Fried(liches)land..

Die Kirche St. Nikolai wurde in der Mitte des 13. Jhd. (erstmals urkundlich erwähnt 1452) mit Feldsteinen errichtet. Die Fenster im Kirchenschiff sind noch nicht die Spitzbogenfenster der Gotik. Der fast quadratische Turm ist dann wohl erst später hinzugekommen, hier haben die Fenster schon diese Bögen. Bis zum 28.April 1945 betete man in dieser, wie auch in allen anderen Kirchen, um Himmlischen Segen und Frieden.

Am gleichen Tag, der Eroberung der von uns besuchten Stadt Anklam, haben die Rotarmisten bei ihrem Angriff auch Friedland in Schutt und Asche gelegt.

Nur noch als mahnende Ruine stehen die Überreste des Gotteshauses, gebetet wird seither in der erhalten gebliebenen Marienkirche, die zwischen dem 14. und 15. Jhd. errichtet wirde. Deren ursprüngliche und prächtige Ausstattung ging jedoch bereits 1703 bei einem großen Stadtbrand verloren.

Schon vor 1200 gab es hier, an einer Kreuzung alter Handelsstrassen, eine kleine Ansiedlung und es soll auch damals schon eine Nikolaikirche gegben haben. In, heute für einen Laien kaum noch nachvollziehbaren, Streitigkeiten, Verträgen, Schenkungen, Überlassungen und Rückforderungen, wechselte die kleine Stadt dann von Brandenburg zu Pommern und Mecklenburg. Das Anklamer Tor mit seiner Stadtmauer zeugt von dem Wehr- und Überlebenswillen der Bevölkerung.

Letzteren brauchte es auch wirklich. Der 7 jährige Krieg, Hungersnöte, Seuchen und insgesamt 12 (!) Stadtbrände waren noch nicht genug. Im Jahr 1806 zogen Napoleons Truppen mit 70.000 Soldaten durch die Stadt und kurz danach noch weiter 190.000 Mann. Die wollten versorgt sein und mit dem Bezahlen war das wohl so eine Sache..

Im späteren 19. Jahrhundert erlebte Friedland dann, wie viele andere Städte, endlich wieder einmal eine Blütezeit. Richtig lange hielt die aber nicht an..

Im Rahmen der Städtebauförderung wurden nach der Wende, ab 1991 bereits viele historische Gebäude saniert – vielleicht ersteht eines Tages auch St. Nikolai wieder auf, aus ihrer Ruine.

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2 Gedanken zu “Fried(liches)land..

  1. Dann hätten mindestens 50 Prozent Zeitzeugen weniger. Geld wird anderswo viel mehr herausgeschmissen. Am meisten bei Bundeswehr und Gutachten, die unfähige Entscheidungsträger in Berlin bei ihren Gesinnungsgenossen in Auftrag geben. Die Liste ist lang😃

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