oppidum Gripheswald

1139 Gründung des Klosters Eldena, das Kloster bekam seinerzeit eine „Ansiedlung“ genehmigt, überliefert ist der Name oppidum Gripheswald und das Ergebnis kann sich nach fast 900 Jahren überall sehen lassen. 1250 bekam Greifswald Stadtrechte und 1361 traten die dann auch der Hanse bei, der Weg zum Reichtum der Stadt war geebnet. Bis dann die Reformation kam (1531) und anschliessend die Schweden. Die setzten erst einmal Kloster Eldena in Brand und blieben auch noch bis 1815 vor Ort. Zu dieser Zeit (1774) wurde Caspar David Friedrich geboren, der dann mit seiner Malerei zur Rettumg der Ruine Eldena beitrug.

Die Wertgegenstände des Klosters hatten sich nach der Reformation aber schon längst die Herzöge Barnim IX und Phillipp I unter den Nagel gerissen. Und dann auch gleich das Feiern der Heiligen Messe verboten.

Nicht unwerwähnt soll es bleiben, dass 1456 die Greifswälder Uni, auf Bestreben des Klosters, gegründet wurde. Ob dann das lustige Studentenleben den Neid des Herrn Grogorius (von Beruf Abt) zu seinem etwas ausschweifenden Leben verführt hat ist unbekannt. Zum Ende seiner Amtszeit fehlten nämlich 6.000 Dukaten in der Klosterkasse. Muss man Verständnis haben, so ein Mönch ist auch nur ein Mensch. Der Wein war damals schon nicht ganz billig und wer will sich schon mit billigen Damen vergnügen. Nach mea culpa und drei Vaterunser zur Buße wird das dann wohl in Ordnung gegangen sein..

Eingangs des Museumshafens der Stadt steht der Fangenturm, einst ein Teil der Stadtbefestigung. Der Name deutet auf ein früheres Gefängnis. Allerdings war da auch einmal eine Sternwarte untergebracht. Heute ist er Sitz der Hafenmeisterei. Erstaunlich, dass es einem Bremer Lotsen offensichtlich so gut hier gefiel, dass er mitsamt seinem Lotsenboot umsiedelte..

Museumshafen und Werften sind einen Besuch wert. Da liegen viele historische Schiffe und an dem langezogenen Kai findet man dann auch so manches Objekt der Neuzeit. Da kamen Begehrlichkeiten auf..

In der Altstadt befindet sich der Marktplatz mit seinem, in ochsenblut angemalten, Rathaus und viele historische Altbauten mit ihren Giebelverzierungen. In einem der schönsten dieser Bauwerke gibt es ein (sehr empfehlenswertes) Cafe.

Berühmt, berüchtigt für seine Urteile im Namen des Volkes ist das Gebäude, in dem sogar eine „linke“ Verfassungsrichterin, mit ausgeprägt negativer Einstellung zu Eigentum und gezeigter Befürwortung des damaligen DDR Mauerbaus, tätig sein darf. Darüber hat man in Schwerin großzügig hinweggesehen. Seit ein paar Tagen verstehe ich das natürlich. So von wegen Seite an Seite gehen und die alte Lieder singen..

Drei Kirchen mit ihren weit sichtbaren Türmen geben da etwas Trost. Und über die vergangenen Zeiten hat man schon früher nachgedacht.

Mit Kunst ist das so eine Sache. Da sind oft die Kulturverantwortlichen der irrigen Meinung, dass man das alles verstehen muss. Einen Hinweis gab es lediglich am Denkmal für Caspar, den Maler.

GREIFSWALD ist Universitäts- und Hansestadt. Den Titel gibt es seit 2005 und soll das Image aufpolieren. Rostock hat´s vorgemacht. Im Gegensatz zu Anklam hat sie das Kriegsende unversehrt überstanden. Da gab es einige mutige Männer, die der schon anrückenden, Roten Armee entgegenfuhren, verhandelten und sich, bezw. die Stadt, kampflos ergaben. Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte.

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9 Gedanken zu “oppidum Gripheswald

  1. Danke für Deine Infos, die sind ja noch genauer, als die am Schiff vorgefundenen. Da stecken die neuen Eigner wirklich einiges rein. Macht aber bestimmt auch Laune. Leider 2 m zu lang für meinen Binnenschein, hätte sonst Sparbuch geplündert😊

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  2. Die Marienkirche ist auch sehr schön innen. Wir waren im Juni noch drinnen, während der Bachwoche. Und der Dom sowie. Ja, ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn das Café in der Familie geblieben wäre 😉.
    Danke, Dir auch ein schönes Wochenende.

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  3. Da kennt ihr Euch ja deutlich besser aus, als ich Touri.😉Die Marienkirche war wegen Bauarbeiten leider nicht zugänglich. Beeindruckend die Weite im Inneren des Doms. Die Jacobikirche hat übrigens Caspar D.F. ja auch öfters gemalt. Und das Cafe´ hätte ruhig in der Familie bleiben können, da hätte man sich getroffen😊😊LG & Schönes WE!

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  4. Die Geschichte der Stadt sehr schön zusammengefasst. Dabei sind einige Dinge, die ich noch nicht wusste. Mein Schwiegervater war übrigens zweieinhalb Jahrzehnte Superintendent der Stadt. Alle drei Kirchen kenne ich sehr gut. Jedes Jahr zur Greifswalder Bachwoche sind mein Mann und ich dort und genießen die schöne Stadt. Das schöne Haus auf dem Markplatz, vor dem wir regelmäßig Kaffee trinken, wenn wir dort sind, hat einmal Vorfahren meines Mannes gehört. Schöne Fotos bei offenbar wunderbarem Wetter.
    LG Bettina

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  5. Danke, die Geschichten habe ich aber selber auch bloss gelesen. Hoffentlich verbreite ich da keine Irrlehren😊Fotomotive findet man an jeder Ecke zu Dutzenden. Die für mich (aus Mainhatten kommend) kleine Stadt hat schon was..

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