„Kaiserbäder“

BANSIN ist eines der drei „Kaiserbäder“. Ahlbeck und Heringsdorf gehören dazu und angeblich haben die Berliner den Namen geprägt. Die sprachen damals ja auch von „ihrer Badewanne“.

Es ist nicht zu übersehen: Ab 1991 erfolgte im Rahmen der Städtebauförderung (da flossen immense Summen) eine Sanierung und Modernisierun der bereits bestehenden Hotels, Pensionen und Gaststätten. Die kamen bekanntlich nach der Wiedereroberung (sorry: Vereinigung natürlich) endlich wieder in private, jedoch seltsamerweise recht oft westliche, Hände. Uns, als Hotelketten, längst vertraute Namen und sogar den eines westlichen Inselgastronomen findet man jetzt hier. Richtig heimisch, Malle lässt grüßen..

Zum neuen „Stadtcharakter“ gehören, ausser den Bettenburgen, natürlich auch ein kleines Einkaufszentrum mit Parkhaus. Letzteres, obwohl neu gebaut, ist aber mit seinen Stellgrößen eher an Trabbis orientiert – da verstand ich, dass dann in der Hauptstrasse ein schicker SUV „zum Klauen schön“ , aussen vor parken musste.

Immerhin gibt es mit ein paar klassischen Villen aus der Kaiserzeit und der 1990 wiederaufgebauten 285 m langen Seebrücke interessante highlights. Und der 50 m breite Sandstrand war seinerzeit ja Voraussetzung zur Entwicklung eines der ersten Seebäder überhaupt.

Nur wenige Kilometer weiter erreicht man ein weiteres „Kaiserbad“. AHLBECK, dicht an der polnischen Grenze gelegen, hat natürlich auch eine historische Seebrücke (eine der ältesten überhaupt), die ist allerdings 5 Meter kürzer. Dafür gibt es aber auf einer Plattforn ein Restaurant. Hätten wir gerne besucht, war aber ausgerechnet an diesem Tag zugunsten einer geschlossenen Gesellschaft – geschlossen.

Der 1693 erstmals genannte Name Ahlebeck leitet sich von der Aal Beeke = Aalbach ab und – heute kaum zu glauben, Ahlbeck war einmal ein kleines Fischerdorf. Ob die kaiserliche Familie tatsächlich zeitweise hier weilte ist ja nicht ganz so wichtig..

Auch hier gibt es stilvolle Strandvillen und „angepasste“ moderne Hotelanlagen. Auf den Spuren des Kaisers zu flanieren oder auf dem, hier sogar 70m breiten, Sandstrand zu laufen, macht genauso Laune wie in Bansin.

Die historische 3 Seiten Uhr im Jugendstil, am Beginn der Seebrücke, wurde 1911 von einem Kurgast gestiftet und hatte ein einzigartiges Werk, an dessen Spitze sich ein Windrichtungsanzeiger befindet. Ob der noch funktioniert, konnte ich mangels Wind, nicht ersehen. Anstelle des mechanischen Uhrwerks ist aber inzwischen ein elektronisches Funkwerk eingebaut.

Das dritte der Kaiserbäder (Heringsdorf) besuchten wir bereits im Rahmen einer Reise nach Stettin. Es unterscheidet sich nur marginal von den, diesmal von uns aufgesuchten. Wasser, Strand Seebrücken – die Touristen freut´s, die Geschäfte blühen. Die Preissteigerung liegt derzeit bei gefühlten 25 % gegenüber der „Vor-Corona Zeit“. Warum auch nicht, der Markt gibts her.

Unerklärlich für mich: Im Jahr 2006 schlossen sich die drei Usedomer Seebäder unter dem Namen Dreikaiserbäder zusammen. Genau ein Jahr später hiessen die dann alle drei offiziell Seebad Heringsdorf – der Marketing Fachmann staunt und der Laie wundert sich..

2 Kommentare zu „„Kaiserbäder“

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: