MECALOPOLIS

Eigentlich bezeichnet man so „eine große Stadtlandschaft, in der mehrere Millionenstädte weitgehend zusammengewachsen sind.“ (Wikipedia).

Also so ungefähr wie SCHWERIN (demnächst vielleicht). Auf dem goldenen Schild ist das jedenfalls schon heute zu lesen.

Zugegeben, da drängt sich sogar bei mir der Verdacht auf ein ganz klein wenig Größenwahn auf – andererseits haben kürzlich die derzeitigen Schlossherren, unter Leitung ihrer „Königin“, sogar schon an der Weltpolitik geschnuppert. Nordstream 2 hiess das Zauberwort, in der hier eine (von einem allseits bekannten, lupenreinen Demokraten gesponsorte) Stiftung u.a. für die nötige Aufstockung der kargen Altersbezüge eines ehemaligen Imperators sorgt. Aber das ist eine andere Geschichte und das Gemeine Volk hat diesen Coup ja auch kürzlich belohnt..

Am vergangene Sonntag hatte dieses Volk einmal Gelegenheit im Vorhof der Macht zu feiern. Nicht etwa, dass sich die Schlossherrin für die vielen Kreuze, die ja für die Fortsetzung ihrer Herrschaft sorgten, bedankt hätte. Nein, man hatte zwar freien Eintritt, der Anlass war jedoch ein aufgebauter, sogar hochtrabend mit „Gourmet Messe“ beworbener Event: Champagner und Verpflegung aus ein paar aufgestellten Imbisswagen als Attraktion zum Tag der Deutschen Einheit. Besser und passender: Marktbuden im Schloss Innenhof ..

Bestimmt wären die, hier verewigten, Vorbesitzer, da etwas großzügiger gewesen und hätten, wie es früher üblich war, ein großes Fest mit am Spiess gebratenen Ochsen und ein paar Hektolitern Freibier ausgerichtet. So in der Zeit um 1167, als das Schloss noch Grafenbesitz war oder bestimmt dann aber ab 1358, denn von da an war es Residenz der mecklenburgischen Herzöge – die bauten dann auch gleich alles, so im Stil der Loire Schlösser, erst einmal um. Da kam es auf ein paar Spesen auch nicht mehr an.

So muss es gewesen sein, oder so Ähnlich, schade, dass die Mauern nicht sprechen können.

PREMENTE CRUCE TOLLMUR – unter dem drückenden Kreuz werden wir erhört

Diese (auf dem Foto nicht so richtig zu lesende) Inschrift unter dem Wappen der Herzöge habe ich nicht wirklich selbst übersetzt (gut so, wer weiss, was dann herausgekommen wäre..). Mein Mitleid hat diese Klage aber angeregt. Es war ja bestimmt ein schweres Kreuz zu tragen, wenn man in so einem Altbau ohne Fussbodenheizung leben, und (ähnlich heute) die Abgaben seiner Untertanen zählen oder wiegen musste. Vielleicht fühlten andere Leute auch so und deshalb die vielen Kreuze am Wahltag – ich hätte gleich drei gemacht, wäre es anders gekommen.

Ob solch frevelhafter Gedanken verlasse ich den Tempel dann auch recht bald und besuche noch einen, weit weniger bekannten, aber dafür merkwürdigeren Ort der Landeshauptsstadt. Schwerin zu entdecken ist wirklich interessant.

6 Kommentare zu „MECALOPOLIS

  1. Mit etwas Geschicklichkeits lässt sich bestimmt ein (von mir noch zu erfindender) Bernstein Detektor an das Teil bauen. Da kommt dann an unseren unendlichen Stränden die richtige Freude erst auf..😄🚜🚜🚜

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  2. Hey, ich meckere nicht, ich lästere 😉
    Tiefergelegtes Quad? Mein ATV (Quad ist nicht so ganz richtig, aber eine Umgangsbezeichnung) wird nicht tiefergelegt und was sollte ich damit in MeckPomm? In der Gegend um Stralsund Richtung Klausdorf ist alles bekannt und der Rest ist mit dem Quad nicht lohnenswert. Aber solange man wieder ausreisen darf …. 😉 🙂 🙂

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  3. Auch das stimmt, aber Strassen gehören auch zu blühenden Landschaften. Und wenn Du nicht immer meckerst bekommst Du bestimmt auch eine Erlaubnis mit einen tiefer gelegten Quad einzureisen. Letztendlich, wo willst Du Plätze schaffen, wenn keine Arbeit da ist. Was wiederum nicht lustig gemeint ist.😃

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  4. Ist ja nicht nur der Sitz der Obrigkeit gewesen. Auch die Straßen wurden dort komplett ausgebaut, während z.B. im Ruhrgebiet das Pfaster aufgebrochen gewesen ist (und wohl immer noch ist).
    Ist ja auch nichts gegen den Soli zu sagen, wenn er vernünftig (z.B. für Arbeitsplätze) eingesetzt worden wäre.

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  5. Zugegeben, das war seinerzeit (10 Jahre vor meinem Umzug) auch mein erster Gedanke. Dagegen ist nämlich der Sitz des Hessischen Landtags ein Sozialbau (auch wenn das ‚mal ein Stadtschloss war).😃

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