Naturschutzgebiet, sanft??

Inmitten einem rundum schönen Natur- und Vogelschutzgebiet, in der malerischen Wismarer Bucht, so die Prospektaussage, gibt es jetzt Marina, Wasser, Strand und natürlich auch eine (fast) komplette Ferienanlage. Da darf auch der, fast ein Drittel der Halbinsel einnehmende, 18 – Loch Golfplatz nicht fehlen. Deshalb ist ja auch die Wanderung um die Landzunge, auf dem schmalen, sogar ein wenig an richtigen Wald erinnernden Pfad, für den „Entdecker“ empfohlen. „Rund um den Golfplatz“ wäre da schon etwas ehrlicher. Sand, Lehm und Steine wechseln sich ab und an der Steilküste ist Vorsicht geboten. Dafür hat man dann aber einen wirklich schönen Blick bis zur gegenüber liegenden Insel Poel.

Ein, jahrelang mit Skandalen behaftetes, Projekt hat Gestalt angenommen. Im Juni wurde Bades Huk (der Name soll an einen ehemals hier beheimateten Seefahrer erinnern) mit großen Reden und unter Beisein der damaligen Landrätin (SPD) eröffnet. Da waren alle Peinlichkeiten vergessen. So die ehemaligen Millionen Subventionen an einen, bereits wegen Subventionsbetrugs vorbestraften, noch unter Bewährung stehenden Lübecker Kaufmann. Oder die Veräußerung des Areals und die Dreiviertelbebauung ohne gültigen Bauplan. Hauptsache die Investitionsruine wurde gerettet. Das ging -ganz einfach, mit einer Änderung des 2013 erloschenen Bebauungsplans. Weil da jetzt Erheblichkeitseinschätzungen und Verträglichkeitsprüfungen ganz neu definiert wurden. Und gegen „sanften Tourismus“ ist ja nichts einzuwenden. Da darf ich auch nicht so böse sein und hinterfragen, was hier mit sanft gemeint ist..

Platz für 100 Boote und reichlich Unterkünfte, der etwas gehobenen Art, findet man hier. Vorausgesetzt man bleibt mindest 2 Übernachtungen, was dann icl. Frühstück und Parkplatz mit € 280 bis 350 berechnet wird. Hund kostet extra. Hier dürfen nämlich Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden tolle Stunden verbringen. Die, hier eigentlich schon länger wohnende, einheimische Tierwelt freut´s bestimmt.

Für € 250 – 500.000 stehen aber auch noch ein paar Ferienwohnungen zum Kauf. Da ist zu bemerken, dass einst eine Frankfurter Beteiligungsgesellschaft schon 3 Millionen alleine für die Investitionsruinen bezahlt hat. Der Wiener Investor wird noch etwas draufgelegt haben. Die „verlorengegangenen“ Millionen waren ja bloss Steuergelder und sind längst irgendwo „abgeschrieben“, müssten aber doch irgendwo „verblieben“ sein? Hohen Wieschendorf, ein Ort voller Geheimnisse. Wirecard und CumEx liefen ja ähnlich mysteriös. Gestörtes Erinnerungsvermögen und Gedächtnisverlust gibt’s nicht nur im Westen. So eine Art Berufskrankheit..

Jetzt, wo die Touristen wieder ihrer Arbeit nachgehen, um ihren nächsten Urlaub in dieser idyllischen Gegend finanzieren zu können, ist für uns ein Aufenthalt hier an der Küste wieder ein echter Genuss. Da muss dann noch nicht einmal unbedingt die Sonne scheinen.

Während wir noch auf echtem Bodenbelag spazieren, haben sich die Macher und Vermarkter der Ferienhausanlage etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Da wurden zwischen den, anmutigen, so richtig in die Küstenlandschaft passenden Häuserzeilen, künstliche Dünen aufgeschüttet. Ob dem glücklichen Besitzer eines Häuschens da jedes Schäufelchen Sand extra berechnet wurde? Denkbar wär´s..

2 Kommentare zu „Naturschutzgebiet, sanft??

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