wo Fulda und Werra knutschen

– haben wir leider nicht gefunden. Der Punkt mit dem Weserstein war auf der Übersichtskarte neben der Werrabrücke nicht aufgemalt. So hatten wir einen schönen Spazieragang am Flußufer und konnten einen Blick in die Altstadt werfen. Zu ausgedehnteren Erkundungen hätte unsere eingeplante Zeit auch nicht gereicht.

Seit 1250 gelangt man über die Alte Werrabrücke, eine der ältesten noch erhaltenen Steinbrücken, zum anderen Flußufer.

Hochwasser und Überschwemmungen gab es schon damals, zum Nachlesen für die vielen Grünfrieds, hier ist es vermerkt. Die Skulptur „Die Schauende“ stammt von dem Künstler H.D.Wupper und hat ihren Platz dort, wo nicht nur wir, sondern auch noch andere Touris, den Zusammenfluß vermuteten. Einst war sie vor einem Göttinger Schullandheim an der Ostsee plaziert. Der neue Käufer des Anwesens war nicht so begeistert von ihr und so holte man sie dank Sponsorgelder an die „Kleine Weser“ – hier treffen sich nämlich die Seitenarme von Fulda und Werra.

Es gibt in der historischen Altstadt über 700 Fachwerkhäuser aus 6 Jahrhunderten zu betrachten. Man spürt den einstigen Reichtum der Stadt, das Handelsprivileg oder auch Stapelrecht von 1247 ermöglichte diesen Reichtum. Es gab nämlich im Mittelalter das Recht einer Stadt, von durchziehenden Kaufleuten zu verlangen, dass sie ihre Waren in der Stadt für einen bestimmten Zeitraum auf derem Stapelplatz abluden und den Bewohnern anboten. Dazu kam noch ein Umschlagsrecht und beide Rechte verteuerten die Waren – zur Gewinnmaximierung der ansässigen Handelsherren.

Das Welfenschloß aus dem 16. Jhd. wurde von den Erbauern nicht allzu oft genutzt, also so eine Art Zweitwohnung. Heute beherbergt es das städtische Museum, die Stadtbibliothek und natürlich das Amtsgericht (die Justiz hat eben ein Faible für Schlösser). Im Rathaus wären die Juristen aber auch ganz gut aufgehoben, da steht nämlich über dem Hauptportal in lateinischer Schrift: Die schönste der Tugenden ist die Gerechtigkeit. Liebt die Gerechtigkeit, die ihr das Land regiert. Schöner Spruch, angesichts des jahrhundertelangen Streits mit dem benachbarten Hessen. Es ging da um die Abgaben für die Weserpassage. Das führte zu dem Versuch, diese ganz zu umgehen indem man einen Umgehungskanal bauen wollte. Karlshafen zeugt heute noch von diesem Plan.

Auch wenn wir auf unserer Fahrt nach Wiesbaden nur die Kleine Weser entdeckten, der Abstecher hat sich gelohnt und da Hann.Münden ja „auf dem Weg“ liegt, werden wir gelegentlich wohl einen zweiten Versuch machen um den Weserstein und die Weserliedanlage zu finden..

4 Kommentare zu „wo Fulda und Werra knutschen

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