bergbau und rosen

Südlich vom beschriebenen Aschersleben und direkt an der nach Göttingen und damit auch nach Kassel führenden Autobahn liegt die, mir bisher (weil aus dem Westen stammend, und da gab es hinter der Grenze ja nur weisse Flecken oder so) nicht bekannte, Berg- und Rosenstadt Sangerhausen. Die gab es allerdings schon um 780 und im Urkundenbuch des Klosters Fulda sind auch schon die Einnahmen aus dem mit Karl dem Großen eroberten, sorry – missionierten Gebiet, verzeichnet.

Später, im Mittelalter, boomte dort mit dem Silber- und Kupfer Bergbau die Wirtschaft. Da konnten die auch locker 5.000 Gulden wegen der Teilnahme am Bauernkrieg zahlen. Die von dem Herzog Georg des Bärtigen oder seinen Vasallen verfügten 7 Hinrichtigungen hätten da doch eigentlich nicht sein müssen. Nach dessen Tod setzte sich dann sowieso die Reformation durch.

Obwohl doch jetzt die Lutheraner das Sagen hatten, fanden dann immer noch 1710 Hexenvervolgungen statt. Mindestens drei Frauen wurden verbrannt, eine weitere überlebte die Folter nicht und drei Männer enthauptete man. sanctus!

Vielleicht, weil die Hexenprozesse seinerzeit im Alten Schloß geführt wurden, ist die Justiz jetzt im Neuen Schloss, einem dreigeschossigen Renaissancebau von 1622 untergebracht. Damit sich diese Tradition nicht fortsetzt. Erbauen liess es einst der Kurfürst Georg I. von Sachsen. Immer wieder schön zu sehen, wie nett es sich gerade die Justizbehörden eingerichtet haben. Hätte man bei der Berufswahl die Augen aufmachen sollen..

Rund um den Marktplatz, neben der spätgotischen Jakobikirche, findet man das Alte Rathaus und viele schöne und gut erhaltene Fachwerkhäuser aus der Zeit vom 15. bis 18. Jahrhundert.

Die Rosen im hier schon 1903 angelegten, größten Rosarium Europas, konnten wir leider nicht betrachten, in gewerkschaftlichem Denken wird auf Einhaltung der Arbeitszeiten geachtet und die gehen eben nur bis 16:00 (drei Tage vor unserem Besuch, in der Sommeröffnungzeit, sogar bis 17:00 Uhr (Nur ein BesserWessi denkt da an die Öffnungszeiten z.B. des Frankfurter Palmengartens..). So haben ich eben, stellvertretend für die dort befindlichen 6.800 Rosensorten, unsere eigenen aus dem Garten in Bad Kleinen im Titelfoto. Die fast 150m hohe Abraumhalde „Hohe Linde“ (mittleres Titelfoto) wurde in der Zeit von 1955 bis 1990 aufgeschüttet und erinnert an die Zeit der einstigen Bergbautätigkeit. Diese Arbeitsplätze gingen aus verständlichem Grund verloren: Die Gestehungskosten waren über neunmal höher, als die Verwertungserlöse.

6 Kommentare zu „bergbau und rosen

  1. Mag sein, aber die werktätige Bevölkerung möchte ausser am WE auch den Duft riechen🙂Bei der Pflege zusehen dürfen könnte ja Extra Eintritt kosten (meine Krämerseele kommt wieder durch). Muss mal meine Frau fragen, wann die das alles so hinbringt..🙂

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  2. Vielleicht beginnt die Arbeit der Gärtner, nachdem die Gäste raus sind? Könnte mir vorstellen, anspruchsvolle Rosen werden frühmorgens und abends vor Sonnenuntergang gepflegt. 🤔😃

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