magdeburg – na ja..

Auch wenn das Wahrzeichen der Stadt Magdeburg der Dom ist, bei einer im 2. Weltkrieg, am 16. Januar 1945, durch die Royal Air Force zu 90 % zerbombten Altstadt, sollte man die Aufbauleistung der Einwohner an die erste Stelle setzen. Schon in Anbetracht der 2.000 Toten und 190.000 durch diesen Terrorangriff ausgebombt und odachlos gewordenen Zivilbevölkerung. In den letzten 30 Jahren bestimmten dann allerdings westliche Interessengruppen eine Art „Verschönerung“. Viele echte Baukunstwerke beherbergen Banken, Firmen oder Institutionen.

Erobert wurde Magdeburg zunächst von der US Army, danach besetzte am 5. Mai 1945 die Rote Armee die Stadt. Die hier von der Deutschen Reichsbank gelagerten Silbervorräte in Höhe von rund 8 Millionen Euro, hatten die Amis aber kurz vorher nach USA „in Sicherheit“ gebracht..

Damals wurden 15 Kirchen zerstört und zwischen 1951 und 1956 unter der Aera Ulbricht auch noch verbliebene und aufbauwürdige gesprengt. Die Johanniskirche, vor der ein Denkmal Luthers steht, stammt aus dem Jahr 1131 und dürfte eine der ältesten Kirchen in diesem Bundesland sein.

Vor dem Alten Rathaus findet man so eine Art Freiheitsstatue des Mittelalters, den Magdeburger Roland. Immerhin sorgte ja auch hier die Hanse für ein freies Leben und Wohlstand. Da lese ich nach, dass der etwas bekanntere Bremer Roland nur 5 Jahre älter ist.. Der auf seinem Sockel sitzende Otto von Guericke war ein ganz Grosser seiner Zeit. Politiker, Jurist, Physiker und Erfinder, da stehen seine Experimente mit Luftdruck und Vakkum an erster Stelle. Die Magdeburger Uni trägt seinen Namen.

Baubeginn des Doms war 1207, es war angeblich die erste von Anfang an gotisch konzipierte Kathedrale in Deutschland. Es ist die Grabkirche Otto des Großen. Der gründete hier bereits 939 ein Kloster und vor der Schlacht auf dem Lechfeld (955) gelobte er für den Fall seinens Sieges ein Bistum zu errichten.

Im 2005 erbauten, 35m hohen Hundertwasserhaus gibt es ein Hotel, dazu eine Kleinkunstbühne und 55 Wohnungen. Und auch noch Praxen und Büros. Die Baukosten beliefen sich auf 27 (!) Millionen Euro. Auf diesem Platz stand einst die Nikolaikirche und später ein Wohnhaus im sog. Plattenbau. Dem damaligen Vorsitzenden der Wohnungsbaugenossenschaft gefiel das Gebäude nicht so richtig und so wollte er es aufhübschen. Geld spielt bei manchen Organsiationen ja keine große Rolle, vor allem, wenn es von Mitgliedern kommt. Und so wurde, wegen des vom Künstler benötigten, größeren Gestaltungsspielraums dann gleich ein Neubau errichtet.

Zahlreiche Bauprojekte haben nach der Wiedervereinigung das Stadtbild verändert. Da stehen oft direkt neben den noch erhaltenen und restaurierten Barockbauten, die Zweckbauten aus stalinistischer Zeit und es wird immer noch an allen Ecken und Enden gewerkelt. Vielleicht liegt es daran, dass wir der Stadt nicht so richtig etwas abgewinnen konnten. Man stolperte tatsächlich von einer Strassenbaustelle zur nächsten. Man war halt ´mal da.

5 Kommentare zu „magdeburg – na ja..

  1. Danke, dass Du uns teilhaben lässt. Magdeburg hätte ich mir gerne angeschaut. Das Hundertwasser-Haus ist ein echter Hingucker, ohne eine einzige gerade Mauer erbaut. Aber der Baupreis ist ebenso bemerkenswert. In der kurzen Zeit kann man sich wohl nicht alles anschauen. Das Kloster dort hätte mich interessiert und das Museum.
    Schönes Wochenende und herzliche Grüße von Gisela.

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