Naturschutz..

In einer längst vergangenen Zeit, in der vielleicht doch nicht alles besser, aber eben anders war, da war eine gute Erziehung eigentlich einer der wichtigsten Beiträge zum Naturschutz. Man benahm sich in der Natur genauso rücksichtsvoll, wie zuhause und quälte nie ein Tier zum Scherz..

Da gab es, damals völlig ausreichend, den Feldschütz mit überschaubaren Aufgaben und die, oft ehrenamtlich tätigen, Naturfreunde mit ihren, gerne von Wanderfreunden frequentierten, Naturfreundehäusern. Eine Geschäftsidee war Naturschutz noch nicht. Und auch kein Vehicel um persönliche Vorteile (wie z.B. gesponsorte Toyotas beim heuchlerischen BUND, dessen Vorsitzender ja auch gerne Inlandsflüge tätigt, zu geniesssen (oder zumindest genossen zu haben).

Inzwischen hat sich, nicht nur in Deutschland, eine nicht mehr zu überschauende Zahl von „Naturschützern“ in Vereinen und „Bünden“ zusammengeschlossen (was ja ab 7 Gründungsmitgliedern geht) und, dank einiger flotten Sprüche im Text des Vereinsziels, auch Gemeinnützigkeit bescheingt bekommen – und vor allen Dingen ZUSCHÜSSE. Letztere werden nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sind ja bloß Steuergelder. Fast jede der Gruppierungen hat gut besoldete Führungsetagen mit entsprechenden Mitarbeiterstäben. Alles Gute Menschen.

Bei uns, am Schweriner See, mit 62 qkm der viertgrösste See Deutschlands, gibt es ein echtes Naturschutzparadies. Dazu gehört ein weit über 18 Hektar großes (europäisches) Vogelschutzgebiet. Eisvögel, Haubentaucher und Wachtelkönige leben hier. Dazu Graureiher und und und (zugegeben, ich kenne die fast alle nicht).

Zur Freude einiger Vögel gibt es mittlerweile auch wieder einen nennenswerten Fischbestand. Angler gehen auf Aal, Hecht und Zander. Die Wasserqualität hat schon einiges Lob von Umweltverbänden (!) erhalten (die waren im richtigen Moment hier). Unverständlicherweise und vom Tierschutz, der ja vielleicht auch zum Naturschutz gehört beachtet, dürfen Touristen, ohne jegliche Ausbildung, natürlich gegen eine Gebühr, ebenfalls die Fische aus dem Wasser holen, aufspiessen und notfalls mit dem Hammer erschlagen. Soll noch mehr Touris anlocken – meint unsere Landesmutti, oder ihre Vasallentruppe. Da versteht man dann auch, dass des schnöden Mammons (oder eines Stück Blechs) wegen, anderswo Tiere als Sportgeräte missbraucht und dann vielleicht auch zum Abdecker geprügelt werden können. Aufregen tun sich die hauptberuflichen Natur- oder Tierschützer da nicht besonders. Wenn überhaupt. Pecunia non olet.

Platz ist hier für Alle. Vernünftige Umweltauflagen sind auch für Motorbootfahrer einzuhalten (bis auf die bescheuerte Geschwindigkeitsbegrenzung auf offenem See – mit erlaubten 4 km/h mehr würden die meisten Boote fast dreissig Prozent weniger Benzin verbrauchen..). In Ufernähe lässt sich bei langsamer Fahrt kommod mit Enten und Schwänen parlieren und zeitweise lauschen die auch der Musik aus dem Bordradio. Man versteht sich und heute morgen wollten mir die Enten noch nicht einmal mitten auf dem See Platz machen, oder einfach nur spielen. Es waren bestimmt um die einhundert, die mir in „Familienverbänden“ entgegenkamen und erst kurz vor dem Boot hochflogen. Na und, da nimmt man halt kurz das Gas weg. Geht doch.

Segler, Windsurfer, Schwimmer und neuerdings auch Stehpaddler, kommen sich nicht in die Quere. Angler „parken“ mitten in der (im Aussensse längst nicht mehr von Fahrgastschiffen frequentierten) Fahrwasserrinne. Eigentlich ein Paradies.

wenn

es da nicht hin und wieder und besonders bei hohen Temperaturen über längerem Zeitraum, die Vermehrung von Blaualgen gäbe. Die bilden dann regelrechte Teppiche und die Cyanobakterien produzieren Toxine, die sich im Wasser auflösen. Da kann dann schnell der Badespass getrübt werden. Und das Boot bleibt auch im Schuppen.

Zum Naturschutz sollten eigentlich auch die Schweinefabriken etwas mehr ermahnt werden. Da trauen sich die hochdotierten Funktionäre nicht so richtig ‚ran. In der gezeigten Anlage geht aber bestimmt alles vorschriftsmässig zu. Die rund 34.000 Schweine und 60.000 Ferkel dünsten im Jahr lediglich so ungefähr 150 Tonnen Ammoniak aus. Und bei voller Auslastung des Betriebs können jährlich bis zu 100 Millionen (!) Liter Gülle anfallen. Auf Äckern und Grünland müssen die dann verteilt werden. Allerdings hat man inzwischen auch eine Biogasanlage gebaut. Trotzem liegt der Nitratgehalt des Grundwassers um die Ortschaft herum mehr als viermal über dem Grenzwert. Diese Leistung anerkennend, bekam der Betrieb schon im Jahr 2015 rund € 300.000 von der EU (basiert auf einem gegoogelten „correctiv“ Artikel).

Blaualgen, die gesundheitsgefährlich sein können, treten vor allem dann auf, wenn das Wasser besonders nährstoffreich ist – vor allem von Dünger und Gülle gespeist. Dazu gesellt sich auch noch den Geruch von faulen Eiern. pecunia non olet

Momentan ist es angenehm auf dem See und rund herum. In Kürze wird jedoch eine Schweriner Ortsumfahrung gebaut. Genau an der Stelle, an der sich heute die Verbindung von Schweriner Innen- und Aussensse befindet. Die Brücke wird breiter und die darüberführende Strasse auch – und bekommt dann auch gleich mehrere Auffahrrampen – mitten im Natur- und Vogelschutzschutzgebiet. Wen kümmerts, die hauptberuflichen „Schützer“ aller Verbände und Vereine nicht so richtig, die leben ja von den Zuschüssen der hierfür verantwortlichen Politiker. Und für die ist die Hauptsache, die Touris kommen schneller zum Geldausgeben an die Ostsee. pecunia non olet

13 Kommentare zu „Naturschutz..

  1. Paddeln und Rudern habe ich in frühester Jugend gelernt..😊 und wenn der Sprit zur Freude der Gebots- und Verbotspartei den Literpreis einer guten Flasche Rotwein übersteigt werde ich mich an diese Fitnessübungen erinnern..😊

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  2. Nach den Wahlen wird alles anders. Wenn dann erst einmal Autos verboten sind und die kpl. Natur eingezäunt ist, dann gibt’s auch keine Touris mehr..😊 In Schwerin wird derzeit ja auch ein neuer Palast für das „Arbeitsamt“ gebaut. Die Bundesagentur weiss schon warum🙂

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  3. Vermutlich bauen sie bald eine Umgehungsstraße um MeckPomm. Dann seid Ihr mit den Algen ungestört allein. 🙂
    Mal ehrlich, was außer Touris füllt die dortigen Kassen (und nicht zu knapp)?
    Und allein das gute Benehmen wird nicht reichen, die (noch vorhandene) Umwelt zu schützen und ggfs. zu verbessern (sofern das überhaupt noch möglich ist).

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  4. Gegen erarbeitetes Geld und Lebensfreude ist wirklich nichts einzuwenden. Verwerflich sind „Geschäftsideen“ in Sachen die gerade In sind. Also unter Vorgaukelung von Umweltschutz, Naturschutz und „Hilfen“ aller Art von kaum mehr zu zählenden selbsternannten Organisationen. Ost/West war zumindest in meiner neuen Umgebung gar kein Problem. Wir kamen allerdings auch nicht als Abzocker oder Spekulanten. Danke für die Wünsche, das Wasser im Schweriner See ist (bis auf gezeigte Ausnahmen) ja doch mmer noch klarer, als der Verstand manch unserer Feudalherren😊

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  5. Bei den meisten Dingen geht es Menschen nur ums Geld und um den eigenen Spaß, woran auch immer. Ich schwelge auch gerne in alten Zeiten. Die Kopfnoten waren gut, aber was sollen Lehrer dort eintragen? Doch nur das, was sie selbst nicht können: Schönschrift, Fleiß und gutes Betragen sind heute nicht mehr gefragt. Naja, beim Thema Multikulti scheiden sich die Geister. Nicht alle Kulturkreise sind kompatibel mit unserem. Es war/ist ja schon schwierig, im Leben Ost mit West zu verbinden, obwohl wir eine Wurzel haben. Es liegt noch vieles im Argen.
    Liebe Grüße und viel Freude auf dem Wasser, Gisela

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  6. Manchmal denke ich, dass die „Kopfnoten“ im Zeugnis nicht ganz verkehrt waren. In einer Zeit, in der Pfarrer und Lehrer noch Respektspersonen waren. Heute werden Gläubige ja sogar von einer ehemaligen Volkspartei verleumdet und ein Grossteil der Lehrer ist zu Jobrobbern verkommen. Dafür sind wir aber Multikulti, ob wir wollen oder nicht. In meinem Alter berührt mich das nicht mehr. Mögen sie doch gegen die Wand fahren..😊

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