„Heini..“

Das Schweriner Rathaus (das Alte) steht auf dem gleichen Platz wie schon seine drei Vorgänger. Das erste baute man um 1338. Alle drei wurden im Laufe der Jahre Opfer mehrerer Stadtbrände, Da brannten sogar einmal 150 Nachbarhäuser mit ab. In der daraus resultierenden Finanznot errichtet man dann erst einmal ein bescheidenes Gebäude. Heute würden unsere Feudalherrscher darüber den Kopf schütteln und sofort Zuschüsse beantragen oder ganz einfach die Kommunalabgaben erhöhen.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der resultierenden Mehreinnahmen gab es für die Verwaltungsleute umfangreichere Aufgaben -und dafür auch einen recht großzügigen Umbau. Das Dach krönen jetzt 3 spitzgieblige Fachwerkaufbauten und davon sind die beiden äußeren mit vergoldeten Kugeln verziert (Hallo DFB, ganz schnell in euerem Frankfurter Neubau einplanen..).

Auf der mittleren Zinne thront seit 1774 ein, den Stadtgründer symbolisierender, goldener Reiter: Heinrich der Löwe (zu meiner Schulzeit respektlos „Heini“ genannt).

Für den gab es dann sogar noch ein schönes Denkmal. Selbstverständlich auch auf dem Rathausplatz. Geschaffen hat es der Konstanzer Bildhauer Peter Lenk.

Das Rathaus steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom und wie so üblich, siedelten sich hier schon frühzeitig Gaukler, Händler und Scharlatane an. Wegen der dann vielen herumstehenden Buden errichtet dann Friedrich der Fromme im Jahr 1783 ein „Krambudengebäude“. In diesem schönen Haus mit seinen Kolonnaden ist heute ein Cafe´ untergebracht.

Ein angenehmer Platz zum Verweilen und sich in die Geschichte der Bardowicker Gesässparade zu vertiefen (hier gibt´s aber nix mit regenbogenfarben und so).

Es ist historisch belegt, dass Heini, also der heute noch umstrittene Löwe, aus dem Welfengeschlecht, auf dem Weg in seine Verbannung (nach England zu seinem Schwiegervater (der Vater der 12 jährigen (!), geehelichten Gattin) bei seiner Durchreise´ in Bardowick, einer ehemals blühenden Gemeinde mit Münz- und Zollrecht, heute nur noch ein Marktflecken bei Lüneburg, absolut nicht gerne gesehen war. So ganz grundlos war diese Abneigung nicht. Seine Politik bevorzugte, nach derer Meinung, andere Orte zu Lasten der Bardowicker.

Ergebnis „Die Stadttore blieben für Heinrich den Löwen verschlossen und oben auf der Stadtmauer sitzend zeigten die Bardowicker Bürger Heinrich dem Löwen ihre nackten Ärsche“ – konnte ich in Wiki nachlesen. Richtig historisch belegt ist es aber nicht.

Es gab in der Tat eine Grußpflicht für den Herzog und so verneigten sich die Bürger auch dieser entsprechend – nur eben andersrum.. (was wiederum denkbar wäre).

Historisch belegt ist jedoch, dass der Typ keinen Spaß verstand und im Oktober 1189, also nach seinem Exil, die Stadt belagerte und schleifte. Bisschen miese Art, die hat sich aber dann bis in die jüngste Zeit vererbt. Denkt man doch bei Welfen gleich an Prügeln und Pinkeln. Als unpolitischer Mensch gehe ich gar nicht erst auf die Osterweiterung (Feldzüge gegen die Obotriten) des Heinis ein, da hat sich der GröFAZ mehr für interessiert und in Braunschweig fast eine Kultstätte errichtet. Irgendwie hat die Welfensaga von Beginn bis heute Unterhaltungswert. So eine wirklich empfehlenswerte Lektüre..

Vorbei ist vorbei und ÜBER ALLEN DÄCHERN IST RUH.. (frei nach Wolfgang, dem aus Frankfurt am Main)

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