Der Zug war pünktlich..

so lautet der Titel einer 1949 veröffentlichten Erzählung eines unserer Literatur Nobelpreisträger (nicht dem mit dem Nazi Touch). Seine, passend zum Tag der Arbeit verfasste, satirische „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ war in den 70er und 80er Jahren an vielen bundesdeutschen Hochschulen sogar Pflichtlektüre. Und seine, nicht ganz negative, Einstellung zur RAF beschäftigte in dieser und auch späterer Zeit nicht nur Politiker, sondern auch manchen konservativen Bürger. Was dann aber sofort von Intellektuellen, Roten und EKD Kirchlichen Kreisen als „Verunglimpfung“ ausgelegt wurde. Geht eben nichts über Meinungsfreiheit.

Unglaublich für den, der die Zustände der Deutschen Bahn kennt, aber wahr: Der Zug von Wismar nach Bad Kleinen kam pünktlich. Am Sonntag, dem 27. Juni 1993 um 12:58 und es stiegen nicht nur ein „Urlaubspärchen“ hier aus, sondern auch einige, als Urlauber getarnte, aber einsatzbereite, Polizeibeamte.

Bis 13.30 verbrachten die beiden verfolgten Personen ihre Zeit im Bahnhofscafé, anschließend auf dem Bahnhofsvorplatz und um 14:00 ging die Dame auf den Bahnsteig 1 um ihren, aus Rostock kommenden, eigentlichen, Freund zu begrüßen und mit ihm in das Cafe´ zurück zu gehen. Man beobachtete dann dieses Zusammensitzen und gegen 14:20 gab es einen Befehl an 21 Beamte der GSG9, die drei Personen beim Verlassen des Cafe´s festzunehmen.

Was sich anschließend abspielte ist allgemein bekannt und nicht nur in -zig Publikationen nachzulesen, sondern es gibt auch genug zusammenfassende TV Berichte über das Versagen einer Elite Einheit. Da muss ich meinen Senf nicht dazu geben.

Still ruht der See und das Gras ist gewachsen. Die RAF Täter längst wieder in Freiheit, teils unter einer neuen Identität im Ausland. Man munkelt, dass sogar eine Ex Mittäterin der Bande in Bremen Schulkinder unterrichtet(e). Warum nicht, sie hat ja 6 Jahre abgesessen und ist wieder ein nützliches Mitglied unserer sozialen Gesellschaft. Was auch für die anderen, wohlwollend milde verurteilten und dann frühzeitig begnadigten, Genossen und Genossinnen der damaligen Vereinigung gilt.

Ein, an diesem denkwürdigen Tag erschossener, GSG9 Beamter ist da nicht so gut weggekommen und der eine Wiesbadener Terrorist hat sich bekanntlich ja selbst mit aufgesetztem Schuss getötet – nachdem er im Hagel von rund 50 Polizeikugeln sein Unrecht einsah..

5 Kommentare zu „Der Zug war pünktlich..

  1. Da hast du vollkommen Recht. Das betrifft die ganze RAF Geschichte, einschließlich der Unterstützer in allen Gesellschaftskreisen – auch in der damaligen DDR. Antworten gaben ja noch nicht einmal die gerade begnadigten Täter (innen)..

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  2. Solange man die Akten und die tatsächlichen Fakten nicht kennt (und das wird wahrscheinlich nie der Fall werden), wird es sich nicht aufklären lassen und ALLE Verantwortlichen werden es allein mit Ihrem Gewissen abzuklären haben.

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  3. Ist vorbei, inzwischen gehören die oder deren Kinder ja zum früher von ihnen verachteten Establishment.. Und der Staat schützt uns ja weiterhin und glücklicherweise, vor Wahrheiten, die und beunruhigen könnten..🙂😎

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