Dem Himmel ganz nah..

Nicht unbedingt den Mittelpunkt des Universums, aber ein Zentrum der Stille, findet man im nicht besonders bekannten Saunstorf, innerhalb der Gemeinde Bobitz. Letztere ist Anschlussstelle zur A 20 und gab sogar einem Autobahnrasthof seinen Namen. Verkehrsgünstig überdies durch seine Lage an der B 208 und dem 1871 errichteten Bahnanschluss.

Bobitz entstand um 1340 aus einem Rittergut, um das sich im Laufe der Zeit immer mehr Bauern ansiedelten. In dem 3 km langen Straßendorf selbst, gibt keine richtig nennenswerte Besonderheiten. Höchstens die allseits bekannte Eisdiele..

Im Laufe der letzten Jahre entstanden dort aber nicht nur viele neue Eigenheime (da hatte der Lübecker Philosoph glücklicherweise noch keine seiner krusen Ideen verkünden können..), sondern man findet auch alle wichtigen Einrichtungen zur Grundversorgung der Bevölkerung. Und noch mehr. Eine Art „Privatkloster“.

Ob es nun die Geschäftsidee eines findigen Hamburger Kaufmanns, mit neuer Berufsbezeichnung „OM“ war, oder tatsächlich eine Berufung von „ganz Oben„- wer weiß das schon.

In dem südlich von Wismar gelegenen Gut Saunstorf, das auf dem Parkplatzschild am Dorfeingang mit dem Wort Kloster firmiert, kann man für entsprechendes Honorar seelische und körperliche Regeneration finden. In absolutem Schweigen eingenommene biologische und vegetarische Mahlzeiten sorgen für das körperliche Wohl. Nach, mir bekannten, Getränken habe ich vergeblich auf der Speisekarte gesucht. Im Onlinehop wird aber Tee angeboten, außer Ayurveda, Aloe Vera und Brahmi Produkten.

Seminare, Literatur und und und – hier wird jeder fündig, der mit sich selbst nicht zurecht kommt und dem dann auch eine Jahrtausende bestehende Kirche keinen Halt mehr geben kann.

Die Geschäftsidee ist also nicht neu, sondern eben auch über einige Tausend Jahre alt. Der Erfolg gibt recht. Denken wir nur an die Gurus der jüngsten Vergangenheit, Hare Krishna, die safrangelben Umhänge und die Glöckchen..

Im Einkauf liegt der Gewinn, Stille kostet nichtsman kann sie ja so richtig toll vermarkten. Damals hieß es, ein einziger Guru hätte es sogar auf ein Dutzend Rolls Royce gebracht..

geht aber auch zum Nulltarif

..auch wenn der ehemalige Dorfteich inzwischen von den neuen Besitzern („Wir sind keine Sekte“, lt. Zeitung Interview) des gekauften Gutshauses eingezäunt ist und zum Privatpark gehört. Dessen Ruhe spürt man eben über den Zaun.

Einfach ´mal darüber nachdenken, ob der Weg wirklich das Ziel ist. Natürlich nicht, sonst würde er ja auch so heißen.

Trotz dieser Erkenntnis wird der Spruch aber in fast jedem Seminar zur spirituellen Bewusstseinsfindung oder zur Gehirnwäsche in Verkäufer Seminaren zitiert. Und in Letzteren kenne ich mich wirklich aus.

Einfach auch einmal googeln, vielleicht ´mal bei Amazon und staunen, was so alles an Lebensweisheiten angeboten wird. Von wem auch immer und zu welchem Preis. Es ähnelt den Ratgebern zum Lotto Gewinn. Wirklich reich und dann mit ihrem gerade erzielten Reichtum, vielleicht auch glücklich, werden im Allgemeinen nur die Verfasser und Verlage.

Stille entsteht durch Ruhe – die gibt es immer noch kostenlos..

9 Kommentare zu „Dem Himmel ganz nah..

  1. Sorry, als Mensch der immer treu und redlich ist, habe ich Amts- und Verwaltungsgerichte gleichgesetzt. Amtsgerichte kann man ja wenigstens noch gebrauchen. Deshalb haben wir in Wismar ja auch so ein schönes Amtsgericht (Gebäude).🙂

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  2. Für einen kostenintensiven Schnupperkurs in beschriebener Anstalt sollte man sich doch bitte einmal Zeit nehmen. Und Verwaltungsgerichte sind doch die, die immer im Nachhinein genehmigen, was ordentliche Verwaltungen untersagt haben (Demos und so) – also sehr suspekte Institutionen. Gipfel das Bundesverwaltungsgericht mit seinem jüngsten Promille Urteil🍺🍺🍺

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  3. Na ja, wer will auch freiwillig in MeckPomm …. Zumal das Justizministerium es gnadenlos geschafft hat, viele Amtsgerichte zu schließen nund Amtsgerichtsbezirke aufzugeben. Ich dachte bis dahin, dass Schilda im Süden liegen soll. 😉

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  4. Nur weil die fähigen Anwälte alle in den goldenen Westen gingen. Und die vom Westen, die zunächst geholfen haben, konnte die Aussicht auf einen Trabbi als Dienstwagen nicht so richtig begeistern. Waren halt zu verwöhnt..🙂

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  5. Den Teich hat der Wessi Glücksritter – sorry Glücksmacher eher, ja gleich mitgekauft, mitsamt Park. War ja günstig zu Zeiten der friedrich-feindlichen Übernahme. „Treuhand“ klingt mir da im Ohr..

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