Fliegenplage

Ruhig und friedlich könnte die Welt sein, wenn es nicht ein paar üble Flieger (sorry, Fliegen natürlich) gäbe. Solche, die es auf unsere Gesundheit abgesehen haben.

Ungebetene Gäste mag ich ja nun einmal überhaupt nicht und werde künftig eine Dose Ungeziefer Spray mit an Bord haben. Mit dem Sprühkopf übe ich dann Zielschiessen.

Dieses Einzelstück ist eines von mindestens fünfzig der Blinden Passagiere. Mit Verscheuchen ging da gar nichts, die Biester kehrten sofort um und besetzten aufs neue das halbe Boot. Da braucht es schon einen kräftigen Wasserstrahl, Schwamm geht aber auch..

Nach getaner Arbeit (dem Versenken der Eindringlinge) lässt sich dann wieder in selbstgemachtem Blau Grünen Frieden leben.

shame, shame Bavaria

Als gebürtiger Bayer, auch wenn´s bloß Unterfranken war, schäme ich mich für das Versagen der Sicherheitskräfte im Olympiastadion. Es gab schon einmal Tote in dieser Umgebung. Gelernt haben die Organisatoren weder auf Veranstalter-, noch auf politischer Ebene, einfach GAR NIX.

Wenn man da schon nicht nicht in der Lage ist, einfache Ziele zu eliminieren, was machen die Verantwortlichen dann, wenn es den Grünfrieds einfällt ihren Terror mit Drohnen zu vervollständigen. Scharfschützen sollten auch scharf schießen lernen. Und warum eigentlich nicht, auch treffen..?

mission impossible

Kleider machen Leute, aber ein Taucheranzug noch keinen Taucher

Was wäre das Leben, wenn man nur Erfolge verzeichnen könnte? Was nicht geht, geht eben nicht und da muss man auch einmal zurückstecken. Der Versuch war´s wert und wenn ich auch das Geburtstagsgeschenk (einen Taucher Schnupperkurs) meines Nachbarn nicht voll würdigen konnte: Man wird nicht dümmer vom ausprobieren. Und man hat dann auch mehr Achtung vor denen, die ihr Metier beherrschen.

Voraussetzung zum tauchen ist das richtige Atmen und ich bekam das mit dem scuba Mundstück einfach nicht auf die Reihe. Vielleicht weil es mir immer schon schwerfiel, meinen Mund zu halten. Bei so einem Atemgerät muss man die ganze Zeit mit Zähnen oder Lippen diese Verbindung von Flasche/Schlauch festhalten. Das liegt mir einfach nicht. Entweder ist es die Angst, das Teil zu verlieren oder die ganze „Beißerei“ überhaupt. Das hat auch noch nicht einmal mit meinem deutlich fortgeschrittenen Alter zu tun. Nur mit Maske und ohne Schnorchel Gedöns oder gar Atemluftgerät, schaffe ich immer noch die 5 m um im Schweriner See nach Korallen zu tauchen (um die zu betrachten). So wie damals in Sharm el Sheikh..

LULU

Schloss Ludwigslust ist eigentlich das Ergebnis einer Art Alimenten Zahlung. Im 14. Jhd. überschrieb der Herzog Friedrich Wilhelm I seinem jüngeren Bruder, nicht nur aus brüderlicher Liebe, nämlich gleich das ganze Dorf Klenow um ihm damit als Abfindung seinen standesgemäßen Lebenswandel zu ermöglichen. Denn nur so beugte er einer Teilung deren Erbe vor.

Der war schon clever, der ältere Bruder. Und lebenslustig auch. Nachdem er seine Frau Charlotte von Hessen Kassel (die Tochter des Landgrafen von Hessen-Kassel) geehelicht hatte und damit etwas Mitgift einsteckte, bereicherte er den Adel, mit Hilfe zahlreicher Mätressen, um mindestens 9 (außereheliche) Mitglieder. Ausgerechnet nach Rückkehr von einer Erholungskur in, dem von mir in meiner Wiesbadener Zeit auch gerne besuchten, Schlangenbad, endete sein Leben. Ob die Krankheit Kurschatten hieß, ist leider nicht überliefert..

Christian Ludwig II regierte zwar auch ein bisschen (eingesetzt als regierender Herzog ausgerechnet vom Reichshofrat in Wien), aber eigentlich war er ein Förderer des geistlichen und kulturellen Lebens.

Da war doch dem Guten durch einen dummen Zufall (so hat er es bestimmt der Versicherung gemeldet) bei einem Stadtbrand in Grabow (das ist der Ort, in dem die leckeren N-, sorry Grabower Küsse gebaut werden) sein eigenes Domizil abgebrannt und so wollt er sich zumindest einen Jagdsitz in der für sein Hobby geeigneten, wildreichen Gegend, bauen. So einfach war das nicht. Ähnlich, wie heute in unserem Beamtenstaat, wollten da auch gleich noch andere mitreden. Es waren jedoch eher Familienstreitereien aufgrund eines weiteren (natürlich unehelichen) Ablegers des umtriebigen Familienvaters. Da wurde Baustopp verhängt und sogar Teile des im Entstehen begriffenen Jagdschlosses wieder abgetragen. Als sich dann einer der Streithähne jedoch während des Nordischen Kriegs (1728) auch noch mit dem Kaiser anlegte wurde er vom Reichshofrat (Wien) entlassen und da konnte der Bau unter dem Schutz kaiserlichen Soldaten, weiter gehen.

So entstand dann, als bescheidene Unterkunft, das Kleinod Ludwigs Lust.

Auch wenn die kleinen Flüsse Stör und Rögnitz mindestens 30 km entfernt sind, „Wasser ist Leben“ – weiß man doch. Und zum Lustigen Leben gehören eben auch Wasserspiele. Muss einem ja vom Steuerzahler gegönnt sein. Überhaupt Nichts ist unmöööglich war damals schon in bestimmten Kreisen ein geflügeltes Wort und so baute man eben einen Kanal um die Wasserkünste, ganz ohne Hilfe von Pumpen, zu speisen. Geld spielte bestimmt keine Rolle, denn gleichzeitig warb man damit ja auch für die Leistungen der Architekten, Ingenieure und Handwerker. Also so ähnlich wie in BER.. Damit förderungswürdig!

Um Schloss und Kanal legte man dann, im Stil der englischen Landschaftsparks, ein wenig Grün an (ist ja auch heute noch Bestandteil bei Baugenehmigungen) und so hat man beim Lustwandeln herrliche Blicke auf Kaskade, eigens gebaute Hofkirche und das kleine Städtchen.

Nur so nebenbei, man will ja nicht angeben hier in MeckPomm: Bereits 2016 wurde der Schlosspark zu einem der schönsten historischen Parkanlagen Europas gekürt.

Weil der Zahn der Zeit etwas an dem ganzen Gemäuer genagt hatte, wurde in fünf Jahren mithilfe der EU Fördergelder (also Steuergeldern um es genau zu sagen) die ehemals Herzogliche Pracht renoviert. Es sind 18 Zimmerchen, die von der nicht ganz so bescheidenen Lebensart des 18. Jhd. erzählen. Monumentale Säulen, reich verzierte Spiegel, Kronleuchter und edles Parkett sind da genauso anzutreffen, wie eine beeindruckende Gemäldegalerie, eine Uhrensammlung und, mittlerweile verpönte, Elfenbeinarbeiten. Damast bespannte Wände und Holzverkleidungen gehören, wie ein paar Kilo Blattgold, einfach dazu.

Ganz geflasht von all den Eindrücken, kann man sich dann (hoffentlich bald wieder), bei leckeren hausgemachten Torten und Kuchen im historischen Jagdsaal des Hauses erholen. In der herzoglichen Orangerie hat sich eine Braumanufaktur eingerichtet – also für Jeden Etwas und ein Besuch (vielleicht zum Schnuppern auch erst einmal im Netz) lohnt.

nachdenklich..

Zwischen sehenswerter Stadtkirche und Schloss liegt die Gedenkstätte Am Bassin.

Am 07. Mai 1945 befahl die amerikanische Militärregierung eine ehrenvolle Bestattung von 200 Toten aus dem nahegelegenen KZ Aussenlager Wöbbelin auf diesem Platz. Da findet man nun 149 Sandsteinplatten mit einem Kreuz und 51 mit einem Davidstern.

Die gesamte Bevölkerung von Ludwigslust und Umgebung hatte an der Bestattung teilzunehmen. Aber auch gefangene Soldaten und Offiziere der deutschen Wehrmacht. Richtig!

Kursabweichung

Es gibt Tage, da stimmt überhaupt nichts. „Was soll ich im Westen, wenn es mir hier ganz gut gefällt“ , möchte ich den Kompass fragen.

Die „Blühenden Landschaften“ im Garten verdanke ich nicht Helmut dem Großen, sondern der Arbeit meiner Frau (die kann das nun ´mal besser, als ich..).

Der Käfer hat wohl ganz vergessen, wo das Glück hingehört, Macht sich bei mir breit und vergisst die Lotto-Millionen auf mein Konto zu delegieren.

Und eine Katze macht noch keinen Jaguar. Eher wird aus Nachbars Katze Gulasch..

Wem so viel „Gutes“ widerfährt, der sollte das Steuer auch wieder selbst in die Hand nehmen. Geht wohl nicht anders..

Der See ruft..

Was der Berg kann, kann der See auch. Und da gibt es dann auch kein zuhause bleiben. Schon gar nicht, wenn das einladende Nass nur ein paar Minuten entfernt ist. Vor Allen Dingen, wenn der Sommer sich gerade von seiner besten Seite zeigt.

Etwas aufpassen muss man hier, genau wie auch in den Bergen. Schließlich und gerade hier in MeckPomm, hat man ja beides zugleich. Man sieht sie nur nicht, die Berge. Es sei denn, man hat das passende Gerät an Bord. Da muss ich absolut keine Schleichwerbung machen. Es gibt mehrere Hersteller, die ganz nach Wunsch und Geldbeutel alles sichtbar machen können, was sich unter dem Kiel befindet. Für die Angler haben die Teile dann auch noch einen sog. „Fischfinder“ integriert. Da staune ich immer, wo sich die Leckerbissen gerade befinden. Fündig werde ich letztendlich im passenden Laden. Geräuchert schwimmen die ja eh´ nicht unter meinem Boot herum. Oder flüchten sich rechtzeitig in die Unterwasser Täler. Die gibt es nämlich reichlich. Es sind gerade auf dem Schweriner See unglaubliche Unterschiede in den vorhandenen Tiefen zu messen. Da kann es passieren, dass man direkt neben den angezeigten 30m Wassertiefe plötzlich vor Flachwasser gewarnt wird..

Mein Freund, der Schwan, kennt sich hier auf (und in) dem See wesentlich besser aus und lächelt bestimmt über das Equipment der „seefahrenden“ Menschen.

Ein kurzer Blick noch auf das nun im Blätterwald verborgene Schloss Willigrad und die Quelle aus Tränen:

Es war einmal, da lebten genau auf dem späteren Bauplatz des Willigrader Schlosses zwei Riesen. Der eine hieß Triefnase und der andere Träumer. Beide verliebten sich in Elisabeth, eine kesse Schlagersängerin aus Lübstorf. Die Kleine hätte, denkt man, eigentlich mit Wäschewaschen genug zu tun gehabt und damit auch eine berufliche Zukunft. Aber nein, sie sang den ganzen Tag über den Leuten die Ohren voll. Das muss dann aber dem einen so auf den Geist gegangen sein, dass er mit seinen Pranken eine Welle in dem Schweriner See machte, sie hineinschmiss, und dachte, damit hätte er die Lärmkanone los. Nix da, Träumer spielte Baywatch und holte die Heulboje mit seinen Händen zurück. Mit einer umgehend ausgerissenen Buche knallte da aber Triefnase dem Träumer eine und schickte ihn zum Dauerträumen. Jetzt auf einmal wollte er der Sängerin einen Exclusiv Vertrag (!) anbieten. Die aber heulte nur noch. Da schaufelte er auf dem Bauerwartungsland ein Loch, warf das Talent hinein und streute Sand darüber. Half nichts, die heulte immer noch weiter und ihre Tränen brachen dann eine Quelle in das Steilufer.

Mit Backsteinen ist die Quelle jetzt eingefasst und das Wasser schmeckt tatsächlich salzig. Hab´s neulich selbst probiert!

In Lübstorf geht seither die Sage, wenn ein junges und freundliches Mädel an Ostern und früh am Morgen ohne zu sprechen (!) zur Quelle ginge und sich das Gesicht benetze, würde es so schön wie die Elisabeth und älter, als 100 Jahre..

Märchenstrasse B 106

Nur ein Märchenerzähler würde die B 106 mit der Route 66 vergleichen. Obwohl auch diese von „sea to shining sea“ führt, von der Ostsee bis zum Schweriner See. Und vor der richtig freundlichen Vereinigung mit den Alten Bundesländer ging diese Straße sogar bis Ludwigslust. Ob aus Großmannssucht der „Eroberer“ oder Gewinnstreben, wurde umgehend eine Autobahn parallel gebaut, aber zweifache Kosten, der nun vom Bund zu pflegenden Straßen, wollte man nicht übernehmen. Eines der ersten Märchen war wohl die Notwendigkeit der stets fast leeren (und dennoch mit Geschwindigkeits Limit versehenen) BAB. Hauptsache die Beteiligten haben gut verdient (vor allen Dingen die aus dem Westen..).

Die B 106 ist mit 40,7 km eine der kürzesten Bundesstraßen in Deutschland, dicht gefolgt von der im Landkreis Bremen befindlichen B 212 (55 km) und dennoch weit vor der absolut kürzesten Bundesstraßen, der B 468 in Bayern mit nur 1 km Länge.

Auf dem mir vorliegenden Kartenmaterial finde ich (auf verschiedenen Karten) gleich drei unterschiedliche Bezeichnungen für die B 106:

Straße der Freundschaft – über diese Namensgebung hatte ich bereits berichtet

Märchenstrasse – die hat aber nichts mit der Deutschen Märchenstraße von Hanau nach Bremen, die Lebensstationen der Brüder Grimm berührt, gemein. Woher dann diese, nicht gerade originelle, Bezeichnung kommt, war nicht herauszufinden.

Strasse der Einheit – oder auch die von Privatpersonen erschaffene Erlebnisstraße der Deutschen Einheit. Aus lobenswertem ehrenamtlichem Engagement und zur Vermarktung eigener Bücher, aber auch der Betreibung eigener Gedenkstätten. Nur böse Menschen erkennen hier ein weiteres Märchen.

Es gab ja sogar einmal eine Zeit, die GRÜNEN erinnern sich bestimmt gerne daran zurück, da spielten Straßen überhaupt eine untergeordnete Rolle im deutschen Verkehrswesen. Da wurde zum Beispiel das Lüneburger Salz bis nach Hohen Viecheln auf dem Schifffahrtsweg transportiert und dann via Wallensteingraben nach Wismar weitergeleitet. So waren damals (ab 1576) lange Zeit Stör, Elbe und Schweriner See die umweltfreundlichen Verkehrswege. Kommt bestimmt wieder, wenn das Auto endlich abgeschafft ist..

Erst der Bau einer Chaussee zwischen Berlin und Hamburg (um 1830) brachte die Macher im Großherzogtum Mecklenburg auf die Idee, sich mit dem preußischen Straßennetz zu verbinden. Und da musste aus guten Gründen auch die Strecke Schwerin – Ludwigslust bevorzugt werden. Der Herzog wollte ja schließlich kommod mit seiner Kutsche (die hatte eben noch keine Luftfederung) zwischen seinen Schlössern hin und her pendeln.

In Dorf Mecklenburg, bekanntlich Namensgeber für das ganze Land, gibt es heute noch Erinnerungen an vergangene Zeiten. Ob die jedoch alle märchenhaft waren ist zu bezweifeln. Über das hervorragend geführte Kreisagrarmuseum habe ich früher schon berichtet und werde bestimmt noch einiges mehr beitragen.

Über das Wunder von Bad Kleinen berichtete ich erst kürzlich. In meinen Ohren klingt es immer noch wie ein Märchen: Selbstmord mit aufgesetztem Schuss, mitten im Kugelhagel der GSG 9.. Hat aber seine Richtigkeit, amtlich festgestellt. Tragisch auch die letzten Schritte
(1922) der Mutter des weltbekannten Bildhauers Ernst Barlach, durch den Eiertunnel zum Schweriner See. Eigentlich war sie zur medizinischer Behandlung in Bad Kleinen.

Zickhusen mit seinen rund 600 Einwohnern ist eigentlich nicht gerade der Nabel der Welt und außer der Kirche mit einem 21 m hohen, etwas an einen Campanile erinnernden, Turm, gäbe es da auch nicht viel zu bewundern. Hätte es da nicht den Friedrich Ludwig von Mecklenburg gegeben. Der war 1821 zwar „nur“ als Sohn eines Forstmeisters geboren, wurde jedoch in seiner Militärkarriere, nicht zuletzt als Major im Deutsch-Französischen Krieg (vor 155 Jahren) aufgrund seiner „vor dem Feinde bewiesenen Tapferkeit“ in den Adelsstand erhoben, von Seiner Majestät Wilhelm I höchstpersönlich. Märchenhaft!

Kein Sommermärchen war den Verschwörern im Teehaus zu Klein Trebbow vergönnt. Hier plante man das, leider misslungene, Attentat auf Hitler. Etwas zu märchenhaft erzählt, erscheint mir persönlich, die Vita des an der Verschwörung beteiligten Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Da wird nämlich großzügig über seinen vorhandenen (nachzulesenden) Judenhass geschwiegen..

Über Kirch Stück hatte ich bereits einen Beitrag eingestellt. Dort steht die Kirche, in der man dem Gottesdienst auf platt folgen kann. Wenn man es kann..

Das Märchenschloss von Schwerin hat seine eigene Geschichte. Es lohnt, diese in Wikipedia oder anderen Quellen, nachzulesen. Aber alle (die von den derzeitigen Schlossherren verbreiteten) Schweriner Märchen, lasse ich um des Lieben Friedens Willen unkommentiert.

LULU, so nennt man liebevoll Ludwigslust, war wie bereits erwähnt, bis zur Wende der Endpunkt der B 106. LULU hat einen eigenen Beitrag verdient, ich werde diesen (aus meinem früheren Blog) überarbeiten und gelegentlich einstellen.

Auch wenn (gedanklich) hier die B 106 endet, Märchen gibt es immer wieder – nicht nur in MeckPomm, man muss nur fest daran glauben!

abgeschminkt

„Hände küssen, Hüte rücken, Kniee beugen, Häupter bücken, Worte schrauben, Rede schmücken, Wer, dass diese Gaukelei, Meinet, rechte Freundschaft sei, kennet nicht Betrügerei“ – diese Zeilen sind nicht von mir, sondern Friedrich von Logau hat dafür die Feder geführt. Er lebte von 1605 bis 1655 und gab diesem zeitlosen Gedicht die Überschrift Geschminkte Freundchaft.

DSF steht auf dem Straßenschild nicht für Deutsches Sport Fernsehen, sondern für Deutsch Sowjetische Freundschaft. Vor der Wende hätte es fast in jedem Ort eine Straße mit diesem Namen gegeben, so meine Informationen. Die Abkürzung DSF machte die Aussprache geläufiger und das Straßenschild kürzer.

Freundschaft lautet, meines Wissens, der Gruß der Jungen Pioniere und diese „liebten ihre Eltern und hielten Freundschaft zu den Kindern der Sowjetunion.“ Zumindest fand ich das in einem Artikel der Jungen Welt. Ich bekam vor -zig Jahren diese Jugendzeitschrift, unaufgefordert oder gar abonniert, ein Zeitlang regelmäßig in unseren westdeutschen Briefkasten. Auch wenn ich damals überhaupt nicht an Politik interessiert war, ein Start bei dem Rennen „Rund um die Wartburg“ brachte mir diesen „Trostpreis“ ein..

Als der Russe dann abzog, war´s aber auch ganz schnell mit der Freundschaft vorbei. Bis auf nur noch rd. 50, sind in den neuen Bundesländern die DSF Straßen umbenannt. Aus Altem Brauch, das Umbenennen als Solches, ist schließlich so alt, wie die Geschichte der Barbaren. Aber auch unserer neuen Gutmenschen. Die wollten doch tatsächlich in Offenbach die altehrwürdige Bismarckstrasse gegen den Namen eines kurz darauf festgenommenen zweifelhaften „Künstlers“ austauschen.

Aus ehemals verordneter Freundschaft wurde Misstrauen. Warum eigentlich? Da kann es also nicht ganz so weit gewesen sein mit der Freundschaft. Nur gut, dass sie nicht echt war – denn „Diejenigen, die die Freundschaft aus ihrem Leben entfernen, scheinen nämlich die Sonne aus der Welt zu entfernen“ . Und das meinte, schon 100 Jahre vor Christus, einer der klügsten Köpfe der römischen Antike, Marcus Tullius Cicero .

singe wem..

Gesang gegeben, so heißt es in der letzten Strophe des Gedichtes „Freie Kunst“ von Ludwig Uhland (1787-1862). Recht hatte der deutsche Dichter, Germanist, Jurist, Literaturwissenschaftler und Politiker (Mitglied des Paulsparlaments) in einer Person.

An diese Zeilen musste ich am vergangenen Samstag denken. Das gab es wieder einmal die Nachfolgeveranstaltung des am 24. Mai 1956 in der Schweiz eröffneten GRAND PRIX d´ EUROVISION DE LA CHANSON..

Lys Assia gewann in Lugano diesen Wettbewerb und Freddy Quinn ging leer aus. Übrigens waren damals Tanzschritte als Untermalung des vorgetragenen Liedes unerwünscht. Unvorstellbar für uns heute, da mussten die Teilnehmer ja noch richtig singen können. So war es bis 2001 und bis dahin wurde Musik auch nicht als störend empfunden..

Eine gute Stimme ist bei dem heutigen EUROVISION SONG CONTEST inzwischen zweitrangig. Die Show ringsum muss stimmen und die Teilnehmer möglichst schrill sein. Die Texte bitte politisch oder sozialkritisch gehalten und ein bisschen gendern gehört mittlerweile dazu. Warum eigentlich nicht, wir leben ja in einer modernen Zeit.

Auch wenn ich mittlerweile schon betagt bin, den Thüringer Song Contest auf der Wartburg (im 13. Jhd.) habe ich doch nicht miterlebt. Vom Hörensagen weiß man aber, dass damals der Verlierer gehenkt werden sollte. Das war vor dem Start halt so ausgemacht. Heute wünschen böse Menschen man möge den / die Sieger so belohnen.

Weil die Zeit vorangeht, man sich über Geschmack ja vortrefflich streiten kann und so alte Säcke wie ich ja auch gar nicht wissen, was überhaupt heutzutage in der Musikszene angesagt ist: Die Erinnerungen von damals sind noch vorhanden. Ich habe sie gerade auf einen Stick gebracht.

Last, not least: Congratulazzione Italia

F.F.

„Frohe Fingsde. lauteten für uns Frankforder Bube damals die Wünsche zu Beginn der Pfingstferientage.

Das am wenigsten erklärbare Kirchenfest hat zwar die Entsendung eines Heiligen Geistes an die Jünger zum Inhalt, angekommen ist der aber offensichtlich nur bei wenigen Auserwählten. Ich gehöre nicht dazu und das war wohl auch seinerzeit der Grund für meinen Kirchenaustritt..

Es geht, nach meiner Auffassung, bei diesem hochrangigen Kirchenfest, eigentlich um die Gründung der Kirche. Und da kommen gleich die Fragen: Welcher Kirche? Nicht zuletzt durch einen ketzerischen Mönch, haben wird ja inzwischen eine Inflation von Kirchen- und Glaubensgemeinschaften. Am besten gründet Jeder der sich unverstanden fühlt, mit sich selbst und anderen nicht zurechtkommt und dem die Kirchenregeln, mit überlieferter fast 2.000 jähriger Tradition nicht passen, seine eigene Kirche. Dann wird die Welt auch wieder friedlicher. Und die aufgehängten Fahnen der Kirchen bleiben gelb/weiß (oder lila/weiß?).

Welcher Geist ist jetzt der Richtige?

Die Geschichtet des Pfingstfestes ist ja eine ganz besondere. Da wurde nämlich nach Ostern erst einmal 50 (!) Tage gefeiert. So steht es jedenfalls in der Epistula Apostolorum (aus dem 2. Jahrhundert) und der Mailänder Bischoff Ambrosius, ein römischer Politiker und Kirchenlehrer, meinte diese 50 Tage wären wie ein einziger Sonntag.. Das war allerdings nur noch im 3. Jahrhundert so. Hätte der Brauch Bestand gehabt, ich hätte meine Einstellung zum Klerus bestimmt überdacht.

Von den 50 Tagen sind zwei freie Tage geblieben, der Sonntag natürlich und völlig überflüssig, auch der Pfingstmontag.. Für den erhärtet sich der Verdacht, dass der heruntergestiegene Geist ausgedehnt wird um den Heiligen Glauben zu verfestigen. Ansonsten gibt es eigentlich in der Kirchengeschichte gar keinen so wichtigen Grund um einen freien Tag von den Arbeitgebern zu verlangen. Mag sein, dass hier die Gewerkschaften ein bisschen nachgeholfen haben oder sich ein neu erfundener „Tag der Ökumene“ richtig gut liest..

SCHÖNE FEIERTAGE ! und für alle, die den zu uns geschickten Geist noch nicht in sich spüren: immer daran denken: Getrost! Was krumm, wird oft auch grad` -oft über Nacht kam guter Rat. (Eduard Mörike 1804-1875)

essen und schwimmen

„Direkt vor dem Schwimmen sollten Sie nichts essen Die Nahrungsmittel befinden sich anschließend im Magen und durch die Bewegung kann es zu Krämpfen oder Magenverstimmungen kommen“.

„Dennoch sollten Sie nicht auf nüchternem Magen zu Schwimmen beginnen. Essen Sie am besten eine halbe Stunde vor dem Schwimmen eine passende Mahlzeit. Dadurch hat der Körper genügend Zeit die Lebensmittel zu verdauen und die nötigen Nährstoffe zu erhalten.“

Diese Ratschläge stammen aus einem, im Netz gefundenen, Ratgeber „Schwimmwelt – Rund um das Schwimmen“.

So richtig neu war das für mich nicht. In meiner Kindheit schon, bekam man das, mangels www, von den Eltern oder Geschwistern gepredigt. Damals musste man auch keine teuren Lehrgänge absolvieren um sich im Wasser, den Enten gleich, wohlzufühlen. Da gehörte Schwimmen und Fahrradfahren einfach dazu..

Schlimmstenfalls wird man im Wasser ohnmächtig und ertrinkt lautlos.. – so ist es in einer anderen Publikation zu lesen.

Und dann gibt es wiederum Studien, die das ganz anders sehen und zwischen Schwimmen und Bauchschmerzen überhaupt keine Verbindung sehen und weil beim Schwimmen viel Energie verbraucht wird, ausdrücklich eine Mahlzeit vor dem Schwimmen empfehlen.

Meinen Bootsnachbarn, den Lübstorfer Enten, braucht man so etwas nicht zu erzählen, die kennen sich da besser aus. Und da bringen die Alten den Jungen das Richtige bei..

Der Zug war pünktlich..

so lautet der Titel einer 1949 veröffentlichten Erzählung eines unserer Literatur Nobelpreisträger (nicht dem mit dem Nazi Touch). Seine, passend zum Tag der Arbeit verfasste, satirische „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ war in den 70er und 80er Jahren an vielen bundesdeutschen Hochschulen sogar Pflichtlektüre. Und seine, nicht ganz negative, Einstellung zur RAF beschäftigte in dieser und auch späterer Zeit nicht nur Politiker, sondern auch manchen konservativen Bürger. Was dann aber sofort von Intellektuellen, Roten und EKD Kirchlichen Kreisen als „Verunglimpfung“ ausgelegt wurde. Geht eben nichts über Meinungsfreiheit.

Unglaublich für den, der die Zustände der Deutschen Bahn kennt, aber wahr: Der Zug von Wismar nach Bad Kleinen kam pünktlich. Am Sonntag, dem 27. Juni 1993 um 12:58 und es stiegen nicht nur ein „Urlaubspärchen“ hier aus, sondern auch einige, als Urlauber getarnte, aber einsatzbereite, Polizeibeamte.

Bis 13.30 verbrachten die beiden verfolgten Personen ihre Zeit im Bahnhofscafé, anschließend auf dem Bahnhofsvorplatz und um 14:00 ging die Dame auf den Bahnsteig 1 um ihren, aus Rostock kommenden, eigentlichen, Freund zu begrüßen und mit ihm in das Cafe´ zurück zu gehen. Man beobachtete dann dieses Zusammensitzen und gegen 14:20 gab es einen Befehl an 21 Beamte der GSG9, die drei Personen beim Verlassen des Cafe´s festzunehmen.

Was sich anschließend abspielte ist allgemein bekannt und nicht nur in -zig Publikationen nachzulesen, sondern es gibt auch genug zusammenfassende TV Berichte über das Versagen einer Elite Einheit. Da muss ich meinen Senf nicht dazu geben.

Still ruht der See und das Gras ist gewachsen. Die RAF Täter längst wieder in Freiheit, teils unter einer neuen Identität im Ausland. Man munkelt, dass sogar eine Ex Mittäterin der Bande in Bremen Schulkinder unterrichtet(e). Warum nicht, sie hat ja 6 Jahre abgesessen und ist wieder ein nützliches Mitglied unserer sozialen Gesellschaft. Was auch für die anderen, wohlwollend milde verurteilten und dann frühzeitig begnadigten, Genossen und Genossinnen der damaligen Vereinigung gilt.

Ein, an diesem denkwürdigen Tag erschossener, GSG9 Beamter ist da nicht so gut weggekommen und der eine Wiesbadener Terrorist hat sich bekanntlich ja selbst mit aufgesetztem Schuss getötet – nachdem er im Hagel von rund 50 Polizeikugeln sein Unrecht einsah..

Keine „Weinprobe“

WENDORF – ein Vorort der Hansestadt Wismar. In dieser Gegend gab es noch um 1910 nur zwei kleine Dörfer und einen Erbpachthof. Als Seebäder in Mode kamen wurden dann einige Villen und Mehrfamilienhäuser gebaut. Inzwischen hat sich der Ort gemausert. Die Lage an der Ostseeküste ist begehrt und die Grundstückspreise deutlich gestiegen..

Ein weithin sichtbares und inzwischen, mitsamt den umgebenden Häusern, jetzt denkmalgeschützes „Hochhaus“ – 32 m waren im Jahr 1954 schon was, auch wenn das erste (AEG) Hochhaus in Frankfurt am Main schon 45 m hatte – fällt natürlich sofort ins Auge. Was ich für einen Verwaltungsbau hielt, ist jedoch Teil einer 1952 – 1954 entstandenen Wohnanlage. Wismars Verluste an Wohnraum, im letzten Weltkrieg, mussten schnellstens ausgeglichen werden und es entstand dann auch noch eine grösser Wohnsiedlung, hauptsächlich für Arbeiter der nahegelegenen Werft. Man gab dem Vorzeigegelände den Namen Platz des Friedens.

In der benachbarten und weit größeren Siedlung erinnern noch die Namen ehemaliger Sozialisten (oder auch Kommunisten) und Widerstandskämpfer an eine dunkle Vergangenheit und geben denen posthum etwas Ihrer geraubten Ehre zurück.

Das frühere (bis zur Eingemeindung) „Bad Wendorf“, hat den einzigen Wismarer Strand im Stadtgebiet und es ist sogar noch heute möglich für 30 Euro p. P. eine Ferienwohnung anzumieten. Es gab eine Zeit, da lag der Kurs bei 30 D-Mark.

Und vom 24. bis 27. Juni 1993 suchte ein Pärchen hier nicht nur die traute Zweisamkeit, sondern eher einen Unterschlupf um neue Terroranschläge und dazu ein meeting mit zwei, drei anderen Terroristen (u.a. auch Wolfgang, den eigentlichen Freund der „Urlauberin) in Bad Kleinen (einem Eisenbahnknotenpunkt) vorzubereiten. Den BKA Leuten war dies hinlänglich bekannt, hatte sich doch die Dame einen wirklich zweifelhaften, weiteren Freund angelacht. Der hatte dieses Rendezvous nicht nur verraten, sondern auch einen, von der Behörde gestellten, Peilsender im Reisegepäck. Der genannte Bahnhof war schon Tage vorher (erstmals am 16. Mai) im Vorfeld der Operation Weinlese und Ort von rund einhundert BKA Spezialisten aus Wiesbaden überwacht und mit getarnten Beobachtungsstationen versehen. Da soll sogar ein, auf zivilfarben umlackiertes, Polizeiboot, als Relaisstation, auf dem Schweriner See gekreuzt haben. Das ist insofern glaubwürdig, weil das Funknetz in dieser Gegend (handys gab es noch nicht) zu wünschen übrig ließ. Einhundert fremde Menschen in einem kleinen Provinznest und dazu noch deren entsprechender Fuhrpark ist schon eine merkwürdige Nummer..

Um mögliche Gefahren für Unbeteiligte auszuschließen, sollten dann Zugriff und Verhaftung auch in Wendorf erfolgen. Sämtliche Einsatzkräfte wurden planmäßig dafür zusammengezogen. Fünf GSG9 Einheiten rund um die Uhr. Eigentlich war dieser bei Nacht geplant. Ob der eingeschleuste V-Mann Skrupel bekam oder es nur eine Unaufmerksamkeit der Spezialisten war, ist nicht bekannt – es war nicht möglich. Die Observierten waren über längere Zeit nicht zu sehen. Daran war dann wohl der Hinterausgang der Wohnung schuld. Ins Blickfeld der wachsamen BKA Männer kamen die nämlich erst wieder, als sie ganz normal durch die vordere Haustür die Wohnung betraten. Wo sich die beiden in der Zwischenzeit aufhielten ist unbekannt. Bestimmt am schönen Ostseestrand..

Am Einsatzort erwog man dann am 26. Juni eine Festnahme auf dem Weg von der Ferienwohnung zur Bushaltestelle. Um diese genehmigt zu bekommen, brauchte es dann bis zum Vormittag des nächsten Tages. Man hatte Angst, die Karriere des V-Manns zu gefährden und wollte die Festnahme erst nach der Verabschiedung von diesem und der Dame vornehmen.

Am 27. Juni war für die Einsatzkräfte die Nacht schon richtig früh vorbei. Man vermutete, dass die Zielpersonen entweder Besuch von ihren Meeting-Genossen bekämen oder abgeholt würden. Oder eben zum Bus laufen würden. Und da war es Plan der GSG9, die beiden Terroristen auf deren Weg einfach in ein Auto zu ziehen. Und da brauchte man sich auch nicht zu tarnen. In kompletter Schutzausrüstung und mit 9mm Pistolen der Fa. Heckler & Koch plazierten sich einige Beamte in einem getarnten Transporter. Es war dann allerdings schon nach zehn Uhr, als sich auf der Straße zur Bushaltestelle die GSG 9 und die beiden Gesuchten Meter um Meter entgegenkamen. Schon in Sichtweite, weckte ein aufgefangener Fetzen eines Gesprächs aus dem Sender des V-Manns, in Bruchteilen von Sekunden das Interesse des Einsatzleiters. Die Frau sagte darin zu ihrem Begleiter (dem V-Mann), es sei ja noch ein weiteres Treffen mit ihren „Freunden“ vorgesehen. Daraufhin wurde der Einsatz sofort gestoppt. Die Aussicht, an diesem Tag noch weitere RAF Mitglieder festnehmen zu können, war einfach zu verlockend. Der Transporter fuhr unerkannt an den beiden vorbei.

In Wendorf wurde keine Geschichte geschrieben. Die „Weinprobe“ fiel aus..

Die beiden „Urlauber“ stiegen in den Bus nach Wismar und „zufällig“ hatte ein, mit wenigen Insassen besetzter, ganz und gar unauffälliger PKW das gleiche Fahrtziel..

erst puzzlen, dann grillen

Auch wenn die abgebildete Uhr schon über 130 Jahre alt ist, die abzulesende Zeit stimmt immer noch recht genau. Die, zum Kauf motivierende, Zeitangabe auf der Produkt Verpackung dagegen, ist (für den Normalbürger) übertrieben geschönt und m.E. nur von speziell geschulten Anwendungstechnikern nachzuvollziehen. In den angegebenen 30 Minuten konnte ich gerade einmal die Verpackung öffnen, die in Bildern verniedlichte Aufbauanleitung lesen und die Einzelteile nachzählen. Das sind so gefühlte Dreihundert.. Interessant der Hinweis, dass eine Rückgabe nur bei unversuchtem Aufbau möglich ist. Gerade hier stellt sich aber oft heraus (und gerade bei chinesischen Produkten – sorry, ich habe es allzu oft erlebt), dass da einzelne Teile nicht passgenau sind. Überhaupt, Puzzeln war noch nie mein Ding.

Eigentlich bin ich auch gar kein Freund vom Grillen. Das geht schon damit los, dass man zuerst so ein Gerät braucht, welches zeitraubend zusammengesetzt werden muss, im Jahr einige Male benutzt wird und den Rest des Jahres in der Ecke herumsteht – und wertvollen Platz einnimmt. Da kenne ich mich aus, ich hatte ja schon alle Arten von den Dingern. Den letzten ließen wir bei unserem Umzug zurück – dachte ich. Es gibt nun aber doch noch einen Allerletzten. So als Deko für die Terrasse. Oder doch zum Feiern.

Vor dem Grillvergnügen ist bekanntlich erst einmal die Arbeit angesagt. Und so habe ich mich, auf besonderen Wunsch, an diese gemacht. So ein Spassmachteil kann man nicht einfach fertig im Baumarkt kaufen, in den SUV packen, heimkutschieren und benutzen. Da war man zwar froh ohne Testzermonien in den Bau- Gartenmarkt zu kommen, aber das Objekt der Begierde war da gar nicht aufgebaut zu sehen. Und mitnehmen konnte man es eh‘ nur im flachen Karton. Verlassen habe ich mich dann eben auf die Angaben auf der Verpackung – und war verlassen. Das Puzzlespiel war angesagt.

Spätestens bei Inbetriebnahme geht die Schufterei weiter. Das Wort „Grillmeister“ ist bisher seltsamerweise noch nicht gegendert worden. Und so erwarten die, eigentlich willkommenen, Grillfestgäste natürlich auch, dass der Gastgeber dann bei glühender Hitze seinem angedichteten Vergnügen nachgeht. Nicht mit mir! Erlebnisgrillen schreibe ich auf die Einladung. Da darf dann Jeder ´ mal..´- natürlich gerne auch beim anschließenden saubermachen des Ofens..

Für zwei Personen lohnt sich ja noch nicht einmal das Anzünden solch eines Teils, es sei denn, man nimmt pro Person bei solch einem kleinen Imbiss gleich 5 Steaks und einige Wurstspezialitäten in beliebiger Reihenfolge zu sich. Was aber dann die Waage vermutlich nicht verzeihen wird..

Bekanntlich ist der Zweck des Grillens nicht primär die Nahrungsaufnahme, sondern die Geselligkeit in fröhlicher Runde. Weil da natürlich auch „etwas zu trinken“ dazugehört, bin ich also doch dabei. Und so war dann letztendlich die Anschaffung eines Grills nicht verkehrt. Um liebe und möglichst trinkfeste Freunde einzuladen. Wenn Corona endlich vorbei ist..

Persönliche Bestleistung, Zusammenbau in 90 Minuten..

In den Generationenstreit über Vor- und Nachteile eines Gas-, Elektro- oder Holzkohlegrills mische ich mich gar nicht erst ein und bin da auch keinerlei Beratung aufgeschlossen, sondern Feuer und Flamme für den Holzkohlegrill. Basta!

Danke

Natürlich freut man sich über kleine Geschenke. Auch wenn man sie eigentlich nicht unbedingt mehr braucht. Das Auto hatte ich schon und Lebenszeit ist inzwischen wichtiger als Geld – leider nicht zu kaufen. Ich bin sicher, derjenige, der mir zum Geburtstag (den ich seit 27 Jahren nicht mehr feiere, weil solche Tage das Finale immer deutlicher in den Focus rücken), den Gutschein schenkte, der hätte von „dem da Oben, wenn´s ihn denn gibt“ ein paar Tage für mich erworben. Schon schön, solche Leute im Umfeld zu haben..

S/W Bilder aus einem Lexikon von 1951

Große Geschenke, für die gibt es kein Preisschild. Und das sind die, die auch bleiben.

Und so geht´s dann (wenn´s wärmer ist natürlich) tief, tief hinab in den Schweriner See. Schaffe ich es, auch wieder hoch zu kommen – ich werde berichten..

Anmerkung: Bitte nicht mehr gratulieren, der Anlass ist schon einige Zeit her (zufällig am gleichen Kalendertag wie, vor 155 Jahren, der meines Großvaters).

„Höhere Mathematik“

Diese Bezeichnung entspricht dem Sprachgebrauch von Hochschulen und gehört zu
den Grundelementen des mittleren Bildungsweges. Es werden Teilgebiete der Mathematik als Grundlage für Natur- und Ingenieurswissenschaften vermittelt.

Sorry, für mich – in meiner schnöden kaufmännischen Ausbildung war da kein Platz für. Und so staune ich voller Ehrfurcht über das Ergebnis meiner kürzlich getätigten Bestellung aus dem technischen Bereich. Also da, wo man gegenüber dem Kunden diese „Höhere Mathematik“ auch praktisch anwendet.

Da mein kleiner Käfer in diesem Jahr volljährig wird sollte er zum Geburtstag auch ein besonderes Geschenk bekommen. Um ihn vor Zugluft zu schützen, wurde unser Carport mit einer Seitenwand versehen. So etwas war bei Errichtung eigentlich nicht vorgesehen und musste nun den Umständen angepasst werden. Was ja auch kein Problem darstellen sollte.

Die erforderlichen Alu Profile eines weltbekannten Herstellers lassen sich im Fachhandel erwerben und die Montage ist auch keine Hexerei – dachte ich. Und bestellte 4 sechs Meter lange ALU Elemente. Die sahen bei Lieferung dann so aus:

Was ich für Klebereste der Verpackung hielt, waren „Lagerstellen, die beim Eloxieren durch Strom- Kontaktklemmen entstehen. In der Regel werden diese Stellen vor der Produktion von Fassaden usw. oder der Montage abgeschnitten (!)“. Da danke ich dem, mir dieses Wissen nachträglich vermittelnden, freundlichen Händler – der ja nach eigenen Angaben nur Lieferant ist. Vielleicht hätte er mich darauf hinweisen können und ich hätte meine Konstruktion eben auf 5,96 m begrenzt. Wäre aber zu einfach gewesen.

Ein Griff in´ s Klo – meine Idee, regionale Anbieter zu wählen. „Bei uns in Hessen“ (damals) wäre mir das nicht passiert, da wurde man vom Fachhändler sogar beraten.

Da war von Höherer Mathematik also 6000 = 5960 aber auch noch keine Rede.

Doppelkopf a`la MeckPomm

MeckPomm Landeswappen auf einem Infoschild

Doppelkopf ist eigentlich ein, in nördlichen Regionen Deutschlands verbreitetes Kartenspiel, das sich angeblich vom Schafkopf Spiel ableitet. Genau wird das der am 27. März 1982 in Braunschweig gegründete Deutsche Doppelkopf Verband e.V. beantworten können.

Schafkopf wiederum, wird schon seit 1895 nach festen Regeln gespielt. Und zwar überall in Bayern und Franken. Das Schafkopfspiel ist dort ein Teil der Lebensart. Eine Tradition, die verpflichtet und „gesamtdeutsch“ hätte werden können.. Schade, dass Markus S. sich dem Druck der „Hinterzimmer Jongleure“ gebeugt hat. Und nur, weil der Klügere eben nachgibt. Ob das beim Kartenspiel auch so ist kann ich nicht beurteilen. Ich kenne beide Spielarten nicht.

Den mecklenburgischen Doppelkopf findet man in dessen Wappen. In diesem Hoheitszeichen tummeln sich nämlich gleich zwei Stierköpfe neben zwei Greifen.

Das Wappentier der mecklenburgischen Fürsten war ursprünglich ein Greif. Da stellte ich mir immer einen Greifvogel vor. Und für einen Laien wie mich, sind das die bekannten Raubvögel, wie Habicht, Bussard, Falke oder Adler. Was ja auch so stimmt. Bei meinen Recherchen über die Bedeutung der Wappentiere im Wappen des Landes Mecklenburg Vorpommern stieß ich dann aber auch auf die Erklärung, dass der Greif ein aus Tierkörpern gebildetes, mythisches Mischwesen sein kann. Oft dargestellt mit einem löwenartigen Leib und dem Kopf eines Raubvogels. Stärke und Wachsamkeit sind die hervorragenden Eigenschaften des Greifs. Und so steht der eine rote Greif für Vorpommern und der andere (der Adler) als Hinweis auf Brandenburg, das mit Pommern einst verbunden war. Obwohl damals noch viel mehr verbunden und verbandelt war.

Die Stiere repräsentieren die einstigen Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz.

Ochsenköpp oder Büffelköpp nannte man einst in Hamburg die Mecklenburger. Und auch dieses Wappentier steht für Kraft und Stärke. Hin und wieder sogar für „Dickschädel“. Letzteres weise ich aber in aller Deutlichkeit zurück, zumindest wenn es einem in diesem Sternzeichen geborenen, stets absolut friedfertigen und liebenswerten Menschen zugeordnet werden sollte.. – mir z.B.

1990 wurde bekanntlich das ganz neue Bundesland Mecklenburg Vorpommern gegründet und da gab es nichts Wichtigeres, als einen Streit um die Blasonierung des Wappens anzusetzen. Es siegten dann Greif, Adler und Stierkopf (doppelt). Alles doppelt vielleicht auch deshalb, um dann doppelte Fördermittel zu bekommen.. Oder, meine erste Vermutung, Künstler und Juroren hatten ein paar Schluck zuviel „Küstennebel“ intus..

Der gekrönte Mecklenburger Stierkopf mit heraushängender Zunge steht seit über 800 Jahren für Mecklenburg. Ob das Wappentier ein Ur, ein Auerochse oder Wisent war, ist nicht bekannt. Ein Mastochse, ein kastriertes Rindviech vielleicht? Und es gibt in einer mittelalterlichen Siegelbeschreibung sogar eine Darstellungen mit Nasenring..

Wie dem auch sei, mir gefällt die heraushängende, rote Zunge. LMAA würde der edle Ritter Götz von Berlichingen dies interpretieren. Ein Franke – so wie auch ich.

„De Mäkelbörger leet´´ t nich slapen, leet´ t nich slapen, leet´ t nich slapen, setten den Kopp in ´ t Landeswappen von Hiern Pasturn sien Kaul!“ (altes Volkslied)

friendly fire

Über den „D- Day“, den Tag der Landung der Alliierten in der Normandie, also die Operation „Overlord“ am 06. Juni 1944, sind die Geschichtsbücher ja voll bis obenhin. Der Erfolg kostete Tausenden Soldaten das Leben. Und es ist, gerade für uns Deutsche, nur anständig, deren zu gedenken. Was ja auch in löblicher Weise alljährlich von unseren Volksvertretern zelebriert wird.

Nicht vergessen sollten wir aber auch die 749 Soldaten und Seeleute, die am 26. und 27. April 1944 anlässlich der Vorbereitungen (die US Truppen erprobten in Slapton Sands bei Devon mit der Landungsübung „Exercise Tiger“ den D- Day) durch überwiegend eigenen Beschuss getötet wurden.

Wie diese Katastrophe entstand und wer letztendlich dafür verantwortlich war ist zu googeln. In den Festreden kommt da nichts von vor.

Verschwunden im Bewusstsein und wie ein Irrlicht der Geschichte, ist leider weitgehend dieses tragische Ereignis. Obwohl wir ohne den Tod dieser, im Jubel über den Erfolg vergessenen, Männer heute vielleicht gar nicht am Leben wären.

Seltsam auch, dass unsere Berufsbetroffenen in Staat und Kirche darüber nicht mehr nachdenken..

impfen – ja bitte!

Jeder, der einigermaßen klar im Kopf ist, weiß um die Bedeutung des Geimpft Werdens. Nur ein paar Hirnverbrannte sind da anderer Meinung. Um die wäre es dann ja eigentlich auch nicht schade. Ärgerlich nur, daß für normale Menschen diese seltsamen Querdeppen zum Risikofaktor werden – und die Allgemeinheit dann letztendlich auch noch für deren Behandlungskosten aufkommen muß.

Der Kampf gegen Corona geht uns Alle an. Er kostet noch nicht einmal etwas. In unserem „Land zum Leben“, also MeckPomm (wo sonst?😀) kann man, nach Anschreiben durch das Landesamt für Gesundheit, seine Impftermine sogar telefonisch vereinbaren und die erforderlichen Dokumente zuhause selbst ausdrucken. Hat vorzüglich funktioniert. Im Gegensatz zu der „Alles Dichtmachen“ Video Kampagne einiger, teilweise nicht unbedingt erstklassiger, Mimen – bei denen man sich fragen muss, ob die selber eigentlich „noch ganz dicht“ sind..

Und so war gestern das eigentliche Ziel unseres Wismar Besuchs das Impfzentrum. Es funktionierte wirklich alles über Erwarten reibungslos. Da hat die Bundeswehr endlich einmal einen nützlichen Einsatz vollbracht. Fesch gekleidet, im bunten Kampfkostüm übrigens. Und vielleicht, weil wir aus der Nachbarstadt der Biontech Fabrik hierher gezogen sind, bekamen wir auch den „Riesling Ersatz“ aus dem Rheingau eingeflößt. Obwohl Mainz bekanntlich an der „Ebbsch Seite“ des Rheins liegt. Aber bei 600 km Luftlinie-Entfernung freut man sich gelegentlich ja sogar über die erfolgreichen Fußballer seiner Ex-Nachbarstadt.

der Fisch ruft..

Ein Wismar Besuch ohne einen Blick auf den Hafen zu werfen geht einfach nicht. Und wenn eines Tages Corona endlich vorbei ist, laden auch wieder die kleinen Lokale zum Verweilen ein.

Das derzeitige kulinarische Angebot in Wismar ist begrenzt. Da stehen zwar tolle Gerichte auf der Speisekarte, das ansonsten von Touristen überbelegte Lokal ist aber genau so geschlossen wie alle anderen auch.

An den, auf den Kuttern im Alten Hafen angebotenen, leckeren Fischspezialitäten führte dann wieder kein Weg vorbei. Bismarck auf die Hand und Geräuchert in die Einkaufs Tüte.

Es ist schon seit über einem Jahr, unter Androhung hoher Strafen, verboten, die Möwen zu füttern und trotzdem lungern die Vögel überall herum. Offensichtlich können die keine Schilder lesen.

In einer Urkunde ist erwähnt, dass der Alte Hafen schon um 1200 angelegt wurde. Und zwar noch v o r der Stadtgründung Wismars im Jahr 1226 durch den Löwen Heinrich. Das zeigt, Wismar hat eine lange Seefahrer Tradition. Während der Hanse Zugehörigkeit war hier ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus aller Welt.

Für Handels- und Kreuzfahrtschiffe gibt es inzwischen längst moderne Kaianlagen. Im Alten Hafen legen nur noch Ausflugsboote (die derzeit coronabedingt aber auch nicht auslaufen dürfen) oder Freizeitkapitäne an.

Am 4. Juni steht unser zweiter Impftermin an. Bis dahin sind wir aber mit Sicherheit schon wieder ein paar Mal durch die Gassen Wismars geschlendert und finden dann auch wieder etwas Bemerkenswertes für einen neuen Beitrag..

Javanischer Weihrauch

so lautete die arabische Bedeutung luban gawi (korrekte arabische Buchstaben gibt meine Tastatur nicht her), auf die in latinisierter Form über spanisch-katalanisch benjui, der Ausdruck Benzoe entstand.

Der deutsche Chemiker Mitscherlich nannte den Kohlenwasserstoff Benzol und Justus von Liebig taufte ihn auf den Namen Benzin um. Herr Benz, der bekanntlich das Automobil erfand, hat mit der Namensgebung des von seinen Otto -Motoren benötigten Treibstoffs nichts zu tun.

Wenn ich in den übriggebliebenen Militär-Papieren meines anderen (leider ebenfalls niemals kennengelernten) Großvaters stöbere, so drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass dieser schon als junger Schlingel, vielleicht in Ermangelung sonstiger Rauschmittel, eine Prise zuviel von dem javanischen Kraut zu sich nahm. Nur so erklärt sich nämlich seine, schon recht frühe, Berechtigung zum Führen eines Kraftfahrzeuges.

Bei dieser Gelegenheit: Keine Sorge, ich treibe auf meinem Blog keine weitere „Ahnenforschung“ mehr. Dazu fehlt mir erstens die Geduld zur Recherche und zweitens wäre es müßig. Ich habe keine eigenen Kinder und daher auch nichts weiterzugeben.

In den wenigen Friedensjahren erkannte unser Großvater rechtzeitig die Zeichen der Zeit und ersetzte die familieneigene Pferdedroschke durch einen Kraftwagen. Damit war er in meiner Heimatstadt der 125ste Kraftdroschkenbesitzer (inzwischen gibt es in Frankfurt am Main rund 2.000 Taxis).

Es handelte sich bei den Fahrzeugen um die in Frankfurt gebauten ADLER Automobile vom Typ Standard und Favorit. Eines davon war ein sogenanntes Landaulet (eine Art Halb-Cabriolet).

Mein Vater übernahm nach dem Tod meines Großvaters diesen Droschkenbetrieb. Kurze Zeit später wurden die Fahrzeuge konfisziert und tauchten nie mehr auf. Ob man die evtl. als Schützenpanzer umbaute ist mit nicht bekannt. Vielleicht erinnerte man sich im Deutschen Reich auch an die Marne Taxis des 1. Weltkriegs..

Nach einer Zeit, in der mein Vater angewiesen war, ein Auto mit dem Roten Kreuz auf Dach und Türen zu fahren (immer noch besser, als einen Dienstwagen mit Hakenkreuz), über die ich an dieser Stelle nichts berichten möchte und es auch gar nicht so gut könnte wie unsere Historiker (oder vielleicht doch und noch viel besser, weil ohne Auftrag und daher vielleicht etwas ehrlicher, weil im Gegensatz zu den Meisten: aus erster Hand), nach diesen schlimmen Jahren also, fand mein Vater den Mut zu einem Neustart.

Über einen FIAT 1100 „Tassi“ gelang der Aufstieg zu „den Sternen“ und sicherte der Familie eine bürgerliche Existenz.

In dritter Generation, in recht jugendlichem Alter, zunächst einen Mietwagen und ein eigenes Taxi besitzend, später den Betrieb etwas erweitert und schlußendlich ebenfalls die Zeichen der Zeit erkennend, beendete ich diese Familientradition.

Von da an nahm mein Leben ganz andere Formen an und ich hatte das Glück, Hobby und Beruf verbinden zu können.

Auch wenn der javanische Weihrauch nun schon lange nicht mehr qualmt – den Duft habe ich noch in der Nase..